Ehre: Unterschied zwischen den Versionen
| (Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt) | |||
| Zeile 50: | Zeile 50: | ||
Der [[SL]] kann den Wert der [[Eigenschaft]] im Rückblick auf eine [[Sitzung]], wenn er auch [[Erfahrungspunkte]] vergibt, verändern, falls es durch entsprechende Ereignisse im Spiel gerechtfertigt ist. Doch sollte Spieler ebenso Vorschläge für eine Veränderung machen und Momente aufzeigen, die für den Charakter von Bedeutung waren. Dies schließt mit aller angebrachten Ehrlichkeit auch Minderungen der '''Ehre''' ein. Wurde ein Krieger im Kampf durch einen [[:Kategorie:Furchteffekt|Furchteffekt]] zur Flucht gezwungen, kann dies durchaus an seinem Ego nagen, selbst wenn es nicht seine Schuld war. Üblicherweise ist bereits ±0,1 eine markante Veränderung, die eines besonderen Ereignisses im Spiel bedarf. Eine Veränderung der '''Ehre''' bedarf keiner Zeugen, es ist die Selbsteinschätzung des Charakters. <br> | Der [[SL]] kann den Wert der [[Eigenschaft]] im Rückblick auf eine [[Sitzung]], wenn er auch [[Erfahrungspunkte]] vergibt, verändern, falls es durch entsprechende Ereignisse im Spiel gerechtfertigt ist. Doch sollte Spieler ebenso Vorschläge für eine Veränderung machen und Momente aufzeigen, die für den Charakter von Bedeutung waren. Dies schließt mit aller angebrachten Ehrlichkeit auch Minderungen der '''Ehre''' ein. Wurde ein Krieger im Kampf durch einen [[:Kategorie:Furchteffekt|Furchteffekt]] zur Flucht gezwungen, kann dies durchaus an seinem Ego nagen, selbst wenn es nicht seine Schuld war. Üblicherweise ist bereits ±0,1 eine markante Veränderung, die eines besonderen Ereignisses im Spiel bedarf. Eine Veränderung der '''Ehre''' bedarf keiner Zeugen, es ist die Selbsteinschätzung des Charakters. <br> | ||
Je höher die '''Ehre''' bereits ist, desto sparsamer und langsamer sollten Steigerungen erfolgen. Besonders umfassende oder gravierende Ereignisse können auch einen größeren Sprung rechtfertigen. Erfährt der Charakter, dass er in einer alten Prophezeiung als Held erwähnt wird oder erreicht er eines seiner Lebensziele mag dies die '''Ehre''' sprunghaft ansteigen lassen, während ein selbstverschuldetes Scheitern in einer wichtigen Mission die '''Ehre''' einbrechen lässt. Ereignisse, die den [[Ruhm]] beeinflussen, haben meist auch ähnliche Auswirkung auf die '''Ehre''', denn eine öffentliche Anerkennung oder Demütigung lassen das Selbstwertgefühl nicht unberührt. Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall. So kann der Spieler mit entsprechender Argumentation eine Veränderung der '''Ehre''' ablehnen, beispielsweise wenn der Charakter für eine Tat Anerkennung erhält auf die er nicht stolz ist oder von der er weiß, dass eigentlich ein anderer die Lorbeeren verdient hat. Andererseits könnte er auch keinerlei Wert auf die öffentliche Meinung legen und so eine Demütigung mit einem Schulterzucken quittieren. Der [[Ruhm]] würde leiden, doch die '''Ehre''' bliebe unangetastet. | Je höher die '''Ehre''' bereits ist, desto sparsamer und langsamer sollten Steigerungen erfolgen. Besonders umfassende oder gravierende Ereignisse können auch einen größeren Sprung rechtfertigen. Erfährt der Charakter, dass er in einer alten Prophezeiung als Held erwähnt wird oder erreicht er eines seiner Lebensziele mag dies die '''Ehre''' sprunghaft ansteigen lassen, während ein selbstverschuldetes Scheitern in einer wichtigen Mission die '''Ehre''' einbrechen lässt. Ereignisse, die den [[Ruhm]] beeinflussen, haben meist auch ähnliche Auswirkung auf die '''Ehre''', denn eine öffentliche Anerkennung oder Demütigung lassen das Selbstwertgefühl nicht unberührt. Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall. So kann der Spieler mit entsprechender Argumentation eine Veränderung der '''Ehre''' ablehnen, beispielsweise wenn der Charakter für eine Tat Anerkennung erhält auf die er nicht stolz ist oder von der er weiß, dass eigentlich ein anderer die Lorbeeren verdient hat. Andererseits könnte er auch keinerlei Wert auf die öffentliche Meinung legen und so eine Demütigung mit einem Schulterzucken quittieren. Der [[Ruhm]] würde leiden, doch die '''Ehre''' bliebe unangetastet. | ||
| − | + | <hr style="height:15px; visibility:hidden;" /> | |
==Ehre, Gesinnung und Persönlichkeit== | ==Ehre, Gesinnung und Persönlichkeit== | ||
Aktuelle Version vom 26. April 2019, 10:41 Uhr
Die Ehre ist eine optionale Eigenschaft, die neben Status, Ruhm und Gesinnung helfen kann einen Charakter und seinen Bezug zur Spielwelt genauer zu beschreiben. Die Ehre eines Charakters steht für sein Selbstbild und Selbstwertgefühl, den Stolz auf das, was er bisher geleistet hat, und macht dies für das Spiel greifbar. Sie beeinflusst selten Spielwerte, sondern dient vornehmlich zum Rollenspiel, als Richtlinie für den Spieler. Manche magischen Effekte, wie zum Beispiel zahlreiche Kampftechniken im fernöstlichen La'Tien, beziehen sich allerdings auf die Ehre von Anwender oder Ziel. Für dieses Setting ist die Verwendung dieser Eigenschaft daher notwendig, wenn SC diese Art der Magie beherrschen. Ansonsten findet die Ehre bei manchen Spezialfähigkeiten Anwendung, doch wird stets eine Alternative gegeben, falls man sich für ein Spiel ohne diese Eigenschaft entscheidet.
Die anfängliche Ehre beträgt normalerweise 0, kann aber vom SL passend zur Hintergrundgeschichte des Charakters um bis zu ±2 variiert werden. Handelt es sich beim SC um einen von Reue zerfressenen, tragischen Helden beträgt die Ehre -2. Ist der SC ein vor Selbstsicherheit strotzender Recken hat dieser vielleicht eine Ehre von 2. Beide Fälle sind jedoch eher als Ausnahme zu betrachten und der SL sollte bei einer Abweichung vom Normalwert gute Begründungen im vom Spieler formulierten Werdegang des Charakters wiederfinden können. Im Falle eines Anwenders von Kampftechniken ist eine anfängliche Ehre von 1 empfohlen, die sich durchaus auch mit der ruhmreichen Tradition dieser Art der Magie rechtfertigen lässt.
Im Folgenden werden die möglichen Werte dieser Eigenschaft anhand einer allgemein gehaltenen Beschreibung näher erläutert.
Ehre Beschreibung -5 Der Charakter ist von Selbstzweifeln geplagt und schämt sich für seine bisherigen Taten. Sein Weltbild ist zerrüttet. -4 Der Charakter ist frustriert mit sich selbst und dem was er bisher in seinem Leben erreicht hat. -3 Der Charakter zweifelt aufgrund von Misserfolgen an der Vereinbarkeit seiner Ambitionen mit seinen Fähigkeiten. -2 Der Charakter ist enttäuscht von sich selbst und beginnt seine Prinzipien in Frage zu stellen. -1 Der Charakter ist unzufrieden mit seinen bisherigen Leistungen, kann Unzulänglichkeiten jedoch noch als Ansporn betrachten. 0 Der Charakter steht seinem eigenen Handeln neutral gegenüber. Er weiß, dass es noch genug Ansatzpunkte zur persönlichen Verbesserung gibt. 1 Der Charakter ist zufrieden mit sich und dem was er bisher geleistet hat. Er sieht sich auf dem rechten Weg. 2 Der Charakter ist bestärkt in seiner Selbsteinschätzung, da er meist gemäß seiner Prinzipien handelt und damit erfolgreich ist. 3 Der Charakter ist stolz auf das, was er bisher geleistet hat und weiß sein Tun mit Erfolgen zu rechtfertigen. 4 Der Charakter hat eine hohe Meinung von sich selbst und strebt danach seine Prinzipien in seiner Lebensweise deutlich zum Ausdruck zu bringen. 5 Der Charakter sieht sich selbst als ein Vorbild für andere. Er will seine mittlerweile unerschütterlichen Prinzipien auch in anderen inspirieren.
Veränderung der Ehre
Die Ehre kann, wie alle anderen Eigenschaften, nicht mit XP beeinflusst werden. Alleine durch die Geschichte und entsprechendes Rollenspiel sind Veränderungen möglich. Die Ehre basiert im laufenden Spiel auf den Taten des Charakters, zum Guten wie zum Schlechten. Der Spieler umreisst durch die Hintergrundgeschichte, Gesinnung, Persönlichkeit und Ziele seines Charakters seinen angestrebten Lebensweg. Ein Zugewinn an Ehre bedeutet, dass der Charakter der Meinung ist auf diesem Weg ein Stück vorangekommen zu sein, dass er stolz auf sein Handeln ist und denkt etwas Bedeutsames getan zu haben. Im Gegenzug sinkt die Ehre, wenn der Charakter unzufrieden mit sich ist und glaubt in ihn gesetzte Erwartungen enttäuscht zu haben. Da dies direkten Einfluss darauf hat, wie der Spieler den Charakter darstellt, hat dieser auch ein gleichberechtigtes Mitspracherecht was die Entwicklung der Ehre angeht.
Der Wert dieser Eigenschaft besitzt eine Vor- und eine Nachkommastelle. Nur die Zahl vor dem Komma wird für die Einstufung und etwaige Auswirkungen im Spiel herangezogen (3,7 zählt also als 3). Die Nachkommastelle dient nur dazu, die Entwicklung der Ehre zu erfassen.
Der SL kann den Wert der Eigenschaft im Rückblick auf eine Sitzung, wenn er auch Erfahrungspunkte vergibt, verändern, falls es durch entsprechende Ereignisse im Spiel gerechtfertigt ist. Doch sollte Spieler ebenso Vorschläge für eine Veränderung machen und Momente aufzeigen, die für den Charakter von Bedeutung waren. Dies schließt mit aller angebrachten Ehrlichkeit auch Minderungen der Ehre ein. Wurde ein Krieger im Kampf durch einen Furchteffekt zur Flucht gezwungen, kann dies durchaus an seinem Ego nagen, selbst wenn es nicht seine Schuld war. Üblicherweise ist bereits ±0,1 eine markante Veränderung, die eines besonderen Ereignisses im Spiel bedarf. Eine Veränderung der Ehre bedarf keiner Zeugen, es ist die Selbsteinschätzung des Charakters.
Je höher die Ehre bereits ist, desto sparsamer und langsamer sollten Steigerungen erfolgen. Besonders umfassende oder gravierende Ereignisse können auch einen größeren Sprung rechtfertigen. Erfährt der Charakter, dass er in einer alten Prophezeiung als Held erwähnt wird oder erreicht er eines seiner Lebensziele mag dies die Ehre sprunghaft ansteigen lassen, während ein selbstverschuldetes Scheitern in einer wichtigen Mission die Ehre einbrechen lässt. Ereignisse, die den Ruhm beeinflussen, haben meist auch ähnliche Auswirkung auf die Ehre, denn eine öffentliche Anerkennung oder Demütigung lassen das Selbstwertgefühl nicht unberührt. Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall. So kann der Spieler mit entsprechender Argumentation eine Veränderung der Ehre ablehnen, beispielsweise wenn der Charakter für eine Tat Anerkennung erhält auf die er nicht stolz ist oder von der er weiß, dass eigentlich ein anderer die Lorbeeren verdient hat. Andererseits könnte er auch keinerlei Wert auf die öffentliche Meinung legen und so eine Demütigung mit einem Schulterzucken quittieren. Der Ruhm würde leiden, doch die Ehre bliebe unangetastet.
Ehre, Gesinnung und Persönlichkeit
Dadurch, dass eine Veränderung der Ehre vom angestrebten Lebensweg abhängig ist, also sowohl von Hintergrundgeschichte, Gesinnung, Persönlichkeit und Zielen des Charakters, muss eine hohe Ehre nicht gleichzusetzen sein mit tatsächlich ehrenhaftem Verhalten. Die Eigenschaft „Ehre“ ist ein individuelles und subjektives Konzept im Gegensatz zur moralischen Ehrenhaftigkeit, wie sie beispielsweise von den Anhängern guter Götter gepredigt wird. Hat ein böser Charakter eine verzerrte Auffassung der Ehrenhaftigkeit und zweifelhafte Ziele, kann er somit trotzdem einen hohen Wert in Ehre erreichen, solange er sich an seine selbst gesetzten Richtlinien und Prinzipien hält. Ausschlaggebend ist, ob er stolz auf seine Taten und seinen Werdegang ist. Letzten Endes ist diese Eigenschaft also individuell zu interpretieren, wobei dies bei guten Charakteren leichter fällt, da deren Vorstellungen von Ehre höchstwahrscheinlich mit der gängigen Bedeutung des Wortes konform sind.