Wohlstand
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Der Wohlstand ist eine optionale Eigenschaft, über deren Verwendung die Gruppe vor dem Beginn einer Kampagne gemeinsam mit der SL entscheiden sollte. Sie dient – vor allem im Zusammenspiel mit dem Status – dazu einen Charakter und seine Rolle in der Spielwelt genauer zu beschreiben und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand der Charaktere und ihrer Besitztümer zu mindern.
Der Wohlstand repräsentiert das aktuelle Vermögen des Charakters und seine Einkünfte aus vorhandenem Besitz und beruflicher Aktivität. Damit können dann alltägliche Ausgaben auf einem bestimmten Niveau gedeckt werden, der durch den Wert dieser Eigenschaft definiert ist. So erübrigt sich sowohl die Abrechnung für Mahlzeiten und Unterkunft in einem Gasthaus, als auch das Besorgen von Proviant und Aufstocken grundlegender Ausrüstung – derartige Ausgaben gelten als unmittelbar beglichen. Alle Dienstleistungen und Anschaffungen, die über das vorgegebene Niveau hinausgehen, müssen jedoch in vollem Umfang nach den gegebenen Preistabellen bezahlt werden, oder durch entsprechendes Rollenspiel gerechtfertigt sein (etwa als Belohnung, durch Feilschen oder geschickte Verhandlung). Auch generell sollten etwaige Besorgungen und die Wartung von Ausrüstung Erwähnung im Rollenspiel finden.
Die SL kann im Gegenzug den Umfang des Geldanteils erzielter Beute und gefundener Schätze mindern, um das Wegfallen der „laufenden Kosten“ in angemessener Weise auszugleichen. Stattdessen könnte ein besonders reicher Fund die Erhöhung des Wohlstands auf die nächste Stufe bedeuten.
Bei jedem SC entspricht der Wert dieser Eigenschaft zunächst seinem Status und damit standardmäßig dem Wert Null, was einen einfachen Lebensstandard ermöglicht. Mit dem Vorteil „Reiches Erbe“ und dem Nachteil „Schuldenberg“ lässt sich bei der Charaktererschaffung eine Veränderung zum Besseren oder Schlechteren bewirken. Nimmt der Wohlstand negative Werte an, lebt der Charakter gegebenenfalls in ärmlichen Verhältnissen lebt, oder hat sich verschuldet, sodass er (zumindest Teile) seines etwaigen Einkommens an seine Gläubiger abgeben muss.
Im Folgenden werden die möglichen Werte dieser Eigenschaft anhand einiger Beispiele näher erläutert. Die genaue Interpretation der individuellen Situation um Zusammenspiel von Status und Wohlstand ist mit der SL abzuklären.
Wohlstand Bezeichnung Bedeutung -6 Desloat ...; Ein Charakter mit diesem Status ist nicht spielbar! -5 Verelendet ... -4 Verschuldet ... -3 Arm ... -2 Bedürftig ... -1 Karg ... 0 Normal ... 1 Gesichert ... 2 Komfortabel ... 3 Vermögend ... 4 Reich ... 5 Luxuriös ... 6 Dekadent ...; Ein Charakter mit diesem Status ist nicht spielbar!
Für eine Gruppe von Abenteurern kann stets der Mittelwert des Wohlstands aller Beteiligten angenommen werden, insofern diese bereit sind miteinander zu teilen und sich gegenseitig auszuhelfen. So könnte eine ansonsten eher weniger wohlhabende Gruppe vielleicht dank eines reichen Mitglieds stets in einem ordentlichen Gasthaus unterkommen – wenn sich ihr reicher Gefährte nicht eigennützig ins beste Zimmer einquartiert, während der Rest im Stall bei den Pferden nächtigen muss. Auch hier dient die Eigenschaft zur Unterstützung des Rollenspiels, nicht um dieses zu ersetzen.
Der Einfachheit halber sollte stets davon ausgegangen werden, dass ein Charakter stets auch Mittel und Wege besitzt, auf die Quelle seines Wohlstands zurückzugreifen, wenn er diese nicht sowieso in Form von Geld und Wertgegenständen mit sich führt. So wird er nebenher zumindest zeitweilig seinem Beruf nachgehen können, beispielsweise in Ruhephasen zwischen zwei Abenteuern, oder er bezieht sein Einkommen durch Botenreiter aus der Heimat oder ein etabliertes Banksystem. Gleichermaßen würden ihm jedoch auch genauso regelmäßig die Steuereintreiber oder Schergen seiner Gläubiger auflauern.
Veränderung des Wohlstands
Nach der Charaktererschaffung kann der Status, wie alle anderen Eigenschaften, nicht mehr mit XP beeinflusst werden. Alleine durch die Geschichte und entsprechendes Rollenspiel sind Veränderungen möglich.
Der Wert dieser Eigenschaft besitzt eine Vor- und eine Nachkommastelle. Nur die Zahl vor dem Komma wird für die Einstufung und etwaige Auswirkungen im Spiel herangezogen (1,7 zählt also als 1 und -2,6 zählt als -2). Die Nachkommastelle dient vornehmlich dazu, die Entwicklung des Wohlstands zu erfassen. Sie kann aber auch genutzt werden, um eine weitere Differenzierung verfügbarer Güter und Dienstleistungen darzustellen.
Der SL kann den Wert der Eigenschaft im Rückblick auf eine Sitzung, wenn er auch Erfahrungspunkte vergibt, verändern, falls es durch entsprechende Ereignisse im Spiel gerechtfertigt ist. Daran macht er auch das Ausmaß einer Veränderung fest. Üblicherweise ist bereits ±0,1 eine markante Veränderung. Eine positive Veränderung könnte, wie zuvor erwähnt, durch den Fund eines Schatzes begründet sein, oder durch den Erhalt von Amt und Würden als Belohnung für eine große Aufgabe – die dann vielleicht auch direkt mit einer Erhöhung des Status einhergeht. Negative Veränderungen könnten sich dadurch ergeben, dass die Gruppe ausgeraubt wird oder Schulden bei Händlern, Herrschern oder Halunken anhäuft. Je höher bzw. niedriger der Wohlstand bereits ist, desto sparsamer und langsamer sollten Veränderungen erfolgen. Besonders dramatische Ereignisse können natürlich auch einen größeren Sprung rechtfertigen.
Der Status bezieht sich nämlich immer auf die Gesellschaft, in welcher die Kampagne ihren Ursprung nimmt und die in deren Mittelpunkt steht. Verlassen die Charaktere ihre Heimat und begeben sich an Orte, an denen eine andere Gesellschaftsstruktur vorherrscht, verändert oder verliert der Status seine Bedeutung. Sollte sich der Schauplatz der Kampagne für längere Zeit verlagern, ist es zu empfehlen für die neue Gesellschaft auch einen neuen Status-Wert anzulegen und den alten Status bis zur Rückkehr weitgehend unverändert zu lassen.