Seishime (Naturgeist)

Aus IUNA-RPG
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/todo/

Beschreibung und Hintergrund

Zuordnung: souveräner Schattengeist

Gesinnung: Absolut Neutral

Weitere Namen und Titel: Orakel des Abgrunds; Das Schwarze Auge; wörtlich: „Auge der Stille“

Beschreibung: Der Schattenkami ist eine ruhige Wesenheit, die im Waldschrein Anchū Shudoin bei Okiga verehrt wird. Er erscheint als eine schemenhafte, in einen wallenden, schwarzen Umhang gehüllte Gestalt, unter deren tief sitzender Kapuze ein einzelnes großes, schwarzes lidloses Auge prangt. Man sagt seinem tief dringenden Blick könne niemand standhalten. Es durchdringt Trug und Illusion, Raum und Zeit, weshalb Seishime oft auch als Orakel befragt wird.

Im Zuge der mehrtägigen Initiationszeremonie versah Urami Tokodo die Brust des jungen Mannes mit einer kunstvollen Tätowierung von Seishimes schwarzem Auge. Anschließend wurde Hayato alleine in den Schrein geschickt und das Tor zur Höhle hinter ihm geschlossen und versiegelt. Fünf Tage vergingen, in denen die Hüter des Schreins abwechselnd vor der Höhle für Hayato beteten und einigen angereisten Pilgern der Weg durch den roten Torbogen verwehrt blieb. Schließlich am sechsten Tag, brach das Siegel und das schwere Tor öffnete sich geräuschlos und wie von Geisterhand. Hayato dessen Augen so schwarz waren wie der Abgrund des Heiligtums, trat aus den Schatten ins dämmrige Zwielicht des Waldes. Nach einigen Schritten jedoch brach er zusammen, und konnte gerade noch rechtzeitig von der heran eilenden Eshuba Kiru aufgefangen werden. Es dauerte noch eine gute Woche, bis sich Hayato von seiner Erschöpfung wieder erholt hatte. Seine Augen hatten wieder ihren ursprünglichen Zustand angenommen, er selbst würde aber nie wieder der Gleiche sein. Über die Ereignisse in der Höhle mochte er mit niemandem sprechen, doch gab ihm der Kannushi stets das Gefühl als wisse er was Hayato durchlebt hatte: den Blick in das eigene Selbst, des Schleiers der Selbsttäuschung und eigener Illusionen beraubt, die ungetrübte Wahrheit über alle Fehlbarkeit, Schwächen und Mängel, ein Blick, dem wahrlich nur wenige standzuhalten vermögen. Doch Hayato hatte die Prüfung bestanden und Seishime war nun auf immer mit ihm spirituell verbunden. Verstörende Erkenntnisse, Seishime nachtragend wenn Rat/Weisung nicht befolgt

Heimstatt und Anhänger: Der Anchū Shudoin, der Verborgene Schrein, liegt etwa 75 Meilen nördlich der Großstadt Okiga, inmitten des Fuchi Mori. Der dichte Wald ist von tiefen Gräben und Abgründen durchzogen, die ein zielstrebiges Reisen schier unmöglich machen. Alleine Dank der die zahlreichen kleinen und großen Seilbrücken kann das uralte Gehölz überhaupt durchquert werden. Dennoch ist schon so mancher Wanderer jenseits der üblichen Pfade spurlos verschollen. Der Schrein selbst liegt fast genau im Zentrum des Waldes, auf einem natürlichen Gesteinsplateau vor einer dunklen Felsspitze. Eine flache Treppe, teils gemauert, teils natürlichen Ursprungs führt vom Wald hinauf zum grauen Torbogen, welcher den Eingang zum Schreingelände bewacht. Hier wurde einst eine große, ebene Terrasse angelegt, auf welcher die Nebengebäude des Schreins, Wohn- und Lagerhäuser für die betreuenden Familien Uraimi und Eshuba, errichtet wurden. Der Schrein selbst befindet sich in der Felsspitze, welche die umgebenden Gebäude überragt. Der Eingang ist eine große Öffnung im grauen Gestein, welche die Form eines gestreckten, fast perfekt symmetrischen Dreiecks hat, an dessen natürlicher Gestalt noch nie Menschenhand angelegt wurde. Ausnahme sind die massiven Torflügel aus dunklem Holz, die nur mit der vereinten Kraft mehrerer Schreinwächter bewegt werden können, jedoch meist offen stehen. Im Inneren sind die Wände bedeckt mit uralten, teils sogar primitiv anmutenden Symbolen und Schriftzeichen, hinterlassen von Anhängern längst vergessener Kulte, welche diesen Ort schon jeher als heilig erachteten. Nur wenige Schritte vom Eingang entfernt wird es bereits stockfinster, doch geht man weiter, und gewöhnen sich die Augen erst einmal an die Dunkelheit, so lassen sich Konturen und Kontraste in den Schatten erkennen. Nach Kurzem weitet sich der Gang zu einer gewaltigen gewölbegleichen Höhle, die vermuten lässt, dass die gesamte Felsspitze innen hohl ist. Hier herrscht absolute Stille und zu sprechen oder ein Licht hierher zu tragen gilt als großer Frevel. Der hintere Teil der Höhle fällt steil ab und verliert sich in unergründlicher, schwarzer Tiefe. Auf einem schmalen Überhang direkt am Abgrund steht ein Altar der dem Schattenkami Seishime geweiht ist: ein dreieckiger Monolith, der Form des Eingangs nachempfunden ist. Darauf prangt, so schwarz wie der Abgrund dahinter, das Auge Seishimes, ein Symbol so alt wie die Felsenmalereien an den Wänden der Höhle. Hier finden sich die Pilger, die den Schrein aufsuchen, zum stillen Gebet ein. Man wendet sich vor allem an Seishime um in dunklen und scheinbar ausweglosen Lebensphasen den richtigen Weg gewiesen zu bekommen und um in unsicheren Zeiten einen Blick darauf zu erhaschen, was die Zukunft bereithalten mag. Auch sucht man ihn auf um darum zu bitten, das die Wahrheit über etwas offenbart wird oder um Hilfe bei wichtigen Entscheidungen zu erhalten und nicht zuletzt mit sich selbst und mit dunklen Geheimnissen der Vergangenheit ins Reine zu kommen. Um schließlich das zu erfahren, was man zu wissen begehrt, muss man nach dem Gebet wagen direkt vom Rand in den Abgrund zu blicken. Ist Seishime gewillt, die Bitte zu erhören, wird man das Gesuchte im Dunkel der Tiefe erkennen. Opfergaben an den Kami, werden im Übrigen direkt in den Abgrund geworfen. Noch nie hat ein Betender jedoch gehört, dass etwas am Grund aufgeschlagen wäre. Es gab in der Geschichte des Schreins nicht wenige, die sich selbst in den Abgrund gestürzt haben, sei es auf der Suche nach Erleuchtung oder Erlösung oder weil sie mit einer Wahrheit, die sie erbeten hatten nicht weiterleben wollten oder konnten. Niemand weiß, was mit diesen Menschen geschah, und Seishime schweigt darüber. Außerhalb der Höhle, auf der Terrasse des Schreins, ist lautes Rufen und Schreien untersagt, doch ein Schweigegebot gibt es nicht, wenn auch mancher Kanshinsha, Miko (Schreinjungfrau) oder Kannushi (Schreinältester) zeitweise ein solches Gelübde abgelegt hat, um der leisen Stimme Seishimes besser lauschen zu können. Harmonische Klänge spielen jedoch eine bedeutende Rolle in den Zeremonien zu Ehren Seishimes. Denn um sich der Stille bewusst zu werden, brauche es zunächst einen kontrastierenden Klang. So wird beispielsweise auch bei der Meditation und Kontaktaufnahme zu Seishime eine Klangschale sanft angeschlagen. Im ersterbenden harmonischen Klang, so heißt es, könne man dann die Stimme Seishimes vernehmen.


Verliehene Kräfte

Gebete und Manifestationen

Grad I Grad II Grad III Grad IV Grad V Grad VI Grad VII Grad VIII
Kontakt Düstere Zuflucht Verteidigung Tabu Angriff Ratschlag Terror Beschwörung
Dunkelheit Schattenbindung Dunkle Scherben Weissagung Abstinenz Rückruf -- --
Dunkler Strahl Stille Eid der Verschwiegenheit Woge des Gleichgewichts Verborgene Runde -- -- --
Flüstern Vorahnung Omen -- -- -- -- --
Schrecken -- -- -- -- -- -- --

Angriff: „Seishimes Schwarzes Auge“          
Grad: V Zyklenreferenz: Dunkelheit; Präsenz
SG / Macht: 20 / 20 Kosten: 10 MP
Reichweite: 40 m Komponenten: W, G, M (Paktfokus)
Zeitaufwand: 4 AP / +6 Wirkungsbereich: [Rang ÷ 2] Ziele
Wirkungsdauer: augenblicklich Verteidigung: [75% G | 50% A | 25% K]
Nach Vollendung dieser Anrufung erscheinen in der näheren Umgebung mehrere geisterhafte Silhouetten, die in ihrer Gestalt silbrig schimmernden Rehen gleichen. Sie preschen in atemberaubendem Galopp, wie Bänder aus lichten Nebelschwaden, auf bis zu [Rang ÷ 2] Gegner innerhalb der Reichweite zu, die sich im Sichtfeld des Anwenders befinden. Misslingt der Verteidigungswurf, wird ein Gegner von einem der Rehe erfasst, durchdrungen oder niedergetrampelt und erleidet dabei 6W8 Schadenspunkte durch Energie und Wucht. Je 5 Fehlpunkte wird der Gegner zudem für eine Runde umgeworfen. Gelingt die Verteidigung, wurde das Ziel vielleicht nur gestreift, oder konnte sich der Wucht des Angriffs widersetzen.
Erweiterung: Reichweite +2 m (1 EP); Macht +1 (3 EP)
Rückschlag: Bei Manifestationen gibt es normalerweise keinen Rückschlag. Ein erfolgreicher Konter kann das Intervall bis zur nächsten möglichen Anrufung um 1 Runde je 5 EP verlängern.
Leitprinzip: Offensiv
Arkane Referenz: Beschwörung (Inkarnation); Ninquenas; Traummagie (Realität)

Verteidigung: „XXX“          
Grad: III Zyklenreferenz: Bann; Schutz
SG / Macht: 17 / 17 Kosten: 8 MP
Reichweite: unmittelbar Komponenten: W, G, M (Paktfokus)
Zeitaufwand: 2 AP / +6 Wirkungsbereich: Anwender
Wirkungsdauer: [Rang × 5] Runden Verteidigung: --
Beim Wirken dieser Anrufung erscheint das schimmernde Geweih des weißen Hirsches für wenige Augenblicke über dem Anwender und schwindet dann zu einem fahlen, kleineren Abbild seiner selbst, welches für die Wirkungsdauer das Haupt des Anwenders krönt. Diese Krone des Silberwalds verleiht ihm für [Rang × 5] Runden eine Magieresistenz von 7, und schützt den Anwender so vor jedweder Magie. Er kann diesen Effekt auch vor Ablauf der Wirkungsdauer jederzeit freiwillig beenden, etwa um positive magische Wirkungen zuzulassen.
Erweiterung: Wirkungsdauer +1 Runde (1 EP); Magieresistenz +1 (10 EP)
Rückschlag: Bei Manifestationen gibt es normalerweise keinen Rückschlag.
Leitprinzip: Defensiv
Arkane Referenz: Bannmagie (Prävention); Beschwörung (Inkarnation); Ninquenas; Traummagie (Realität)

Beschwörung (to do)


Paktfokus

Um ein Bündnis mit Seishime einzugehen, durchläuft der Schamane eine mehrtägige Initiationszeremonie, bei der er unter anderem eine Tätowierung von Seishimes schwarzem Auge erhält. Schließlich muss er das Allerheiligste betreten und sich alleine dem Blick Seishimes stellen – dem Blick in das eigene Selbst, des Schleiers der Selbsttäuschung und eigener Illusionen beraubt, die ungetrübte Wahrheit über alle Fehlbarkeit, Schwächen und Mängel, ein Blick, dem wahrlich nur wenige standzuhalten vermögen. Diese Prüfung kann sich über Tage hinziehen, in denen die Tore zum Schrein versiegelt bleiben und Pilger abgewiesen werden. Der Schamane verlässt die Höhle entweder erfolgreich, meist als veränderte Person, oder gar nicht mehr. Nach bestandener Prüfung dient die Tätowierung als Paktfokus und somit auch als materieller Fokus für einige Gebete und alle Manifestationen in diesem Bündnis. Zudem gewährt der Paktfokus besondere Kräfte, anhängig vom erreichten Bündnisrang, die als mystische Gaben gelten.
  • Rang 2: {Suchen} +1
  • Rang 4: {Suchen} +3
  • Rang 6: Rüstungsschutz +2
  • Rang 8: „Mystische Macht“ (1 × täglich) – Reichweite, Wirkungsbereich oder Wirkungsdauer eines Effekts aus diesem Bündnis können spontan beim Wirken um +75%, oder dessen Wirkungsstärke um +25% erhöht werden. Die Anpassung wird nach dem Einsatz von Erfolgspunkten vorgenommen.
  • Rang 9: „Spirituelle Inspiration“ (1 × täglich) – Durch Berührung können 2W4 MP aufgefrischt werden, egal welche Art und Methode der Magie das berührte Wesen beherrscht (Zeitaufwand: [3 AP / +9]). Der Charakter kann dies auch auf sich selbst anwenden und somit seine tägliche Auffrischung erheblich beschleunigen.
  • Rang 10: „Avatar des Schwarzen Auges“ (1 × wöchentlich) – Für [3W4 + PE-Ch] Runden sind alle Magieproben für Effekte aus diesem Bündnis bevorzugt und können nicht durch Antimagie unterbrochen oder unterbunden werden. Ihre MP-Kosten sowie ihr Aufwand werden halbiert (aufgerundet), wobei sich die Aktionsinitiative nicht ändert. Solange der Effekt wirkt, ist das Anrufungs-Intervall ausgesetzt, es kann jedoch auch kein anderes Bündnis genutzt werden. Einmal ausgelöst kann der Charakter diesen Zustand nicht vorzeitig verlassen. Nach Ende des Effekts darf Jiébái Zhǔ für 24 Stunden nicht mehr angerufen werden (Zeitaufwand: [4 AP / ±0]).