Wohlstand

Aus IUNA-RPG
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Der Wohlstand ist eine optionale Eigenschaft, über deren Verwendung die Gruppe vor dem Beginn einer Kampagne gemeinsam mit der SL entscheiden sollte. Sie dient – vor allem im Zusammenspiel mit dem Status – dazu einen Charakter und seine Rolle in der Spielwelt genauer zu beschreiben und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand der Charaktere und ihrer Besitztümer zu mindern. Entscheidet sich die Runde für die Nutzung dieser Eigenschaft, bietet es sich an die optionale Regel zum vereinfachten Inventar ebenfalls zu verwenden.

Der Wohlstand repräsentiert das aktuelle Vermögen des Charakters und seine Einkünfte aus vorhandenem Besitz und beruflicher Aktivität. Damit können dann alltägliche Ausgaben auf einem bestimmten Niveau gedeckt werden, das durch den Wert dieser Eigenschaft definiert ist. So erübrigt sich sowohl die Abrechnung für Mahlzeiten und Unterkunft in einem Gasthaus, als auch das Besorgen von Proviant und Aufstocken grundlegender Ausrüstung – derartige Ausgaben gelten als unmittelbar beglichen. Alle Dienstleistungen und Anschaffungen, die über das vorgegebene Niveau hinausgehen, müssen jedoch in vollem Umfang gemäß den gegebenen Preistabellen bezahlt werden, oder durch entsprechendes Rollenspiel gerechtfertigt sein (etwa als Belohnung, durch Feilschen oder geschickte Verhandlung). Auch generell sollten etwaige Besorgungen und die Wartung von Ausrüstung Erwähnung im Rollenspiel finden.
Die SL kann im Gegenzug den Umfang des Geldanteils erzielter Beute und gefundener Schätze mindern, um das Wegfallen der „laufenden Kosten“ in angemessener Weise auszugleichen. Stattdessen könnte ein besonders reicher Fund die Erhöhung des Wohlstands auf die nächste Stufe bedeuten. Der Erhalt oder Verlust von besonderen Gegenständen, wie beispielsweise magischer Artefakte, sollte niemals einfach über den Wohlstand abgewickelt oder verrechnet werden. Hier bedarf es immer besonderer Ereignisse im Spiel.

Bei jedem SC entspricht der Wert dieser Eigenschaft zunächst seinem Status und damit standardmäßig Null, was einen einfachen Lebensstandard ermöglicht. Mit dem VorteilReiches Erbe“ und dem NachteilSchuldenberg“ lässt sich bei der Charaktererschaffung eine Veränderung zum Besseren oder Schlechteren bewirken. Nimmt der Wohlstand negative Werte an, lebt der Charakter gegebenenfalls in ärmlichen Verhältnissen, oder hat sich verschuldet, sodass er (zumindest Teile) seines etwaigen Einkommens an seine Gläubiger abgeben muss.
Im Folgenden werden die möglichen Werte dieser Eigenschaft anhand einiger Beispiele näher erläutert. Hierbei liegt der Fokus nur bedingt auf einem Leben als Abenteurer, sondern eher auf die Lebensumstände der allgemeinen Bevölkerung. Das Erledigen von Aufträgen und die damit verbundenen Belohnungen und erzielte Beute kann jedoch ebenfalls als Einkommensquelle betrachtet werden. Natürlich müssen nicht alle beschriebenen Aspekte in vollem Umfang zutreffen oder wahrgenommen werden. Die genaue Interpretation der individuellen Situation im Zusammenspiel von Status und Wohlstand ist mit der SL abzuklären.

Wohlstand Bezeichnung Bedeutung
-6 Desloat Der Charakter befindet sich am Rande des Hungertodes und muss sich von Abfällen ernähren und aus Rinnsalen trinken. Er ist von Krankheit gezeichnet und lebt ohne Dach über dem Kopf oder eigenen Besitz, abgesehen von den Fetzen, die er am Leibe trägt; Ein Charakter mit diesem Wohlstand ist nicht spielbar!
-5 Verelendet Der Charakter hat keinerlei nennenswertes Einkommen, sondern lebt von spärlichen Almosen oder hält sich mit kriminellen Aktivitäten wie Taschendiebstahl, dem Überfallen von Betrunkenen oder dem Plündern von Gräbern auf dem Dorffriedhof über Wasser. Dies geschieht nicht aus Niedertracht oder Gier, sondern aus purer Notwendigkeit, um den nächsten Tag zu überleben. Sein persönlicher Besitz beschränkt sich auf eine schmutzige Decke, verschlissene Kleidung, vielleicht ein rostiges Messer zur Selbstverteidigung, und einen Sack mit einigen anderen, wertlosen Fundstücken. Eventuell konnte er sich einen Schlafplatz in einem Elendsviertel erstreiten, vielleicht sogar in der Nähe eines Brunnens, ansonsten muss er jede Nacht aufs neue einen Unterschlupf in den zugigen Gassen suchen.
-4 Enteignet Der Charakter hat kein eigenständiges Einkommen, sondern ist stattdessen Leibeigentum einer anderen Entität, ob nun Sklaventreiber, Banditenbande, Gladiatorenstall oder Strafbataillon. Jegliche Beute oder Belohnung, die er durch seine (gegebenenfalls erzwungenen) Taten erlangt, geht direkt an seinen Besitzer. Anstatt einer ordentlichen Bezahlung wird ihm nur die minimal notwendige Versorgung zuteil – karge Mahlzeiten wie dünne Suppe oder Brei, eine schäbige Unterkunft und eben jene Ausrüstung, die erforderlich ist, um seine Arbeit weiterhin zu erfüllen. Jede Handlung wird diktiert und überwacht, jeder Ungehorsam wird hart bestraft, es gibt effektiv keine Selbstbestimmung. Sein persönlicher Besitz beschränkt sich auf das was er am Leibe trägt, und die wenigen Habseligkeiten, die entweder erfolgreich vor seinem Besitzer verborgen bleiben, oder von diesem als wertlos erachtet werden.
-3 Verschuldet Der Charakter hat beträchtliche Schulden, sei es bei einer Gilde, einem Verbrecherring, einem Hehler oder einem Adligen. Um diese zu begleichen wird entweder ein schmerzlicher Teil seiner Einkünfte konfisziert, oder er befindet sich direkt im Dienste seiner Gläubiger und verrichtet für diese unangenehme Arbeiten und gefährliche Botengänge. Im Gegenzug erhält er dann zwar dürftige Unterkunft, trockene oder eintönige Rationen und Leihausrüstung zur Erfüllung seines jeweiligen Auftrags, doch die Qualität ist stets grenzwertig. Sollte etwas davon verloren oder zu Bruch gehen, wird dies unmittelbar auf die bereits vorhandenen Schulden aufgeschlagen. Gefundene Beute wird hingegen verpfändet, um seine Schuld abzutragen. Dies macht es äußerst schwierig, eigenen Besitz aufzubauen und erzwingt letztlich ein Leben in ärmlichen Verhältnissen. Außerhalb seines Dienstes kann der Charakter zwar nach eigenem Gutdünken handeln, sollte er jedoch versuchen seinen Schulden zu entkommen, muss er mit Verfolgung und gravierenden Konsequenzen rechnen.
-2 Bedürftig Der Charakter ist unabhängig, hat aber nur ein unregelmäßiges Einkommen. Er ist entweder auf die Großzügigkeit seiner Mitbürger oder öffentlicher Institutionen wie Tempeln und Gilden angewiesen, oder er schlägt sich von Tag zu Tag mit diversen Gelegenheitsarbeiten durch. Diese sind meist körperlich anstrengend oder moralisch zweifelhaft und werden schlecht entlohnt, doch ihm bleibt meist keine andere Wahl. Immerhin kann er dann wenigstens auf simple Mahlzeiten mit Brot, Käse und einer Suppe sowie eine Ecke im Stall oder auf dem Dachboden hoffen – ansonsten muss er mit deutlich weniger Vorlieb nehmen, da selbst die billigste Herberge für ihn zu teuer ist. Was er an Kleidung und Ausrüstung besitzt ist sein eigen, auch wenn es oftmals von schlechter Qualität ist – ob grobe Kleidung, einfaches Werkzeug, verschlissene Rüstung oder schartiges Schwert – wenigstens erfüllt es seinen Zweck. Von abendlicher Unterhaltung und anderen Annehmlichkeiten ist aber nur zu träumen, etwaige Ersparnisse belaufen sich auf loses Kleingeld.
-1 Karg Der Charakter hat ein stetes, wenn auch geringes Einkommen durch die Ausübung einer einfachen Tätigkeit, mit dem er knapp über die Runden kommt. Er kann damit in sehr einfachen Verhältnissen leben, beispielsweise einer kleinen Hütte außerhalb städtischen Trubels, einem baufälligen Verschlag oder in einer spartanischen Wohnung, die er sich jedoch gegebenenfalls mit anderen teilen muss. Auf Reisen kann er sich die Unterkunft im Schlafsaal billiger Tavernen erlauben. Regelmäßige warme Mahlzeiten sind machbar, ebenso gelegentlich ein kurzer Besuch in der lokalen Taverne, doch für sonstige Annehmlichkeiten bleibt selten genug Geld übrig. Er trägt bescheidene, oftmals gebrauchte Kleidung und seine Ausrüstung ist ebenfalls sichtlich abgenutzt. Sie wird so lange geflickt und repariert, wie es eben geht, denn eine Neuanschaffung wäre an anderer Stelle mit spürbaren Entbehrungen verbunden oder schröpft einen Großteil seiner kärglichen Rücklagen.
0 Normal Der Charakter geht einer geregelten Arbeit nach und hat damit ein ausreichendes Einkommen, um sich täglich drei Mahlzeiten einfacher Hausmannskost und ein bescheidenes Heim zu leisten. Er ist sich nicht zu schade auch Lebensmittel oder andere Güter anstatt Geld als Bezahlung für seine Dienste anzunehmen. Etwaige Schulden lassen sich mit seinen Einkünften normalerweise binnen weniger Wochen abbezahlen, insofern gewisse Einschränkungen hingenommen werden. Er reist zu Fuß und kann sich unterwegs die Unterbringung in Mehrbettzimmern einfacher Tavernen erlauben. Den Abend im Schankraum ausklingen zu lassen sollte mit Blick auf den Geldbeutel jedoch wohl überlegt sein. Sein Proviant besteht meist aus haltbaren Rationen mit Brot, Pökelfleisch und Trockenobst. Der Charakter besitzt zwei oder drei Sätze an Kleidung, die normalerweise für verschiedene Anlässe gedacht sind und pfleglich behandelt werden sollten. Weitere Ausrüstung ist für gewöhnliche Zwecke ausgelegt und zwar nicht unbedingt neuwertig, aber funktionstüchtig. Unter seinen Habseligkeiten befindet sich vielleicht auch ein besonderes Erb- oder Fundstück.
1 Gesichert Der Charakter hat ein stabiles und – im Vergleich mit seinen Nachbarn – überdurchschnittliches Einkommen. Vielleicht ist er im öffentlichen Dienst tätig, oder hat sich in seinem Beruf bereits einen Namen gemacht, was schlichtweg mehr Kundschaft und bessere Aufträge bedeutet. Er lebt in einer Mietwohnung oder in einem kleinen Haus, in dem sich auch sein Geschäft befindet. Es sind gewisse Ersparnisse in Form von Bargeld oder minderer Wertgegenständen vorhanden, womit dringend notwendige Neuanschaffungen keine größeren Sorgen bereiten. Auch kann er sich regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten erlauben, egal ob zuhause oder in einer bodenständigen Taverne. Auch gelegentliche Annehmlichkeiten, wie der Besuch im Badehaus oder Kammertheater, ist zu besonderen Anlässen erschwinglich. Normalerweise reist er zwar zu Fuß, hat jedoch gutes Schuhwerk und kann sich bei Bedarf ein Packtier oder einen Ochsenkarren leihen. Die Unterkunft in einem einfachen Zwei- oder Dreibettzimmer stellt kein Problem dar, auch wenn er dieses vielleicht mit Fremden teilen muss. Mitunter gehören auch frisches Obst und Gemüse zu seiner Wegzehrung. Seine weitere Ausrüstung ist von normaler Qualität und sowohl bei Werkzeug als auch Waffen verfügt er über eine gewisse Auswahl. Er besitzt ordentliche Kleidung für verschiedene Anlässe, teilweise selbst gekauft, teilweise aus Familienbesitz. Hin und wieder kann er es sich erlauben, andere für die Instandhaltung seiner Ausrüstung zu bezahlen, um sich selbst die Mühe zu ersparen.
2 Komfortabel Der Charakter verfügt über ein respektables Barvermögen oder bezieht ein gehobenes Einkommen aus eigenständiger, kreativer oder akademischer Arbeit. Somit muss er sich keine Sorgen um seinen alltäglichen Unterhalt machen. Vielleicht hat er sich ein gut laufendes Geschäft aufgebaut, das sich nun selbst trägt, oder er ist in bedeutender Funktion für eine etablierte Organisation wie eine Gilde, einen Orden oder eine Universität tätig. Er lebt in seinem eigenen Haus, einer großen Wohnung in einem guten Stadtviertel oder einem beschaulichen Gehöft, und hat vielleicht sogar einen Bediensteten oder Assistenten, der sich um so manche Aufgabe kümmert. Er kann sich in gewisser Regelmäßigkeit diverse Vergnügungen erlauben und übliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Ausgewogene und abwechslungsreiche Mahlzeiten mit gelegentlichem Luxus wie ein feines Dessert oder guter Wein stehen auf der Tagesordnung. Auch sein Reiseproviant bietet Abwechslung, mit Gebäck, Käse, Wust, Obst und Gemüse. Ist er unterwegs, kann sich die Unterkunft im gehobenem Zweibettzimmer oder sogar einem Einzelzimmer leisten, und muss sich auch im Schankraum nicht zurückhalten. Er besitzt ein einfaches Reit- oder Packtier, könnte sich für längere Strecken oder bei besonderer Eile auch mal ein besseres Transportmittel mieten. Seine Ausrüstung ist von ordentlicher Qualität und umfasst auch eine kleine Auswahl nicht magischer Hilfs- oder Heilmittel. Für besondere Zwecke kann sich spezialisierte Ausrüstung zumindest zweitweise ausleihen. Abgenutzte Ausrüstung wird bei Gelegenheit fachmännisch repariert oder mit etwas Gleichwertigem ersetzt. Seine Kleidung ist gepflegt, sauber und vollständig und er hat auch hier eine gewisse Auswahl. Zumindest ein Satz besteht aus feinem Stoff und wird für besondere Anlässe beiseite gelegt.
3 Vermögend Der Charakter bezieht ein beträchtliches Einkommen – sei es aus Ländereien, Steuern, Erbschaft, Mieteinnahmen oder Geschäftsanteilen – oder verfügt über ein beachtliches Vermögen, was ihm ein Leben in Wohlstand ermöglicht, ohne sich tagtäglich darum kümmern zu müssen. Dennoch liegt die Verwaltung seines Eigentums in seiner eigenen Hand, oder zumindest in seiner Verantwortung, und ist damit nicht gänzlich vor Risiken gefeit. Er lebt in einem geräumigen Haus mit eigenem Garten in einer guten Gegend, oder auf einem Landsitz mit großem Grundstück, wobei ihm einige Bedienstete die alltäglichen Arbeiten abnehmen. So werden ihm zuhause Mahlzeiten nach Wunsch bereitet, und auch in Gasthäusern kann er von der Speisekarte wählen, wonach ihm gerade der Sinn steht. Speisekammer und Weinkeller sind stets gewappnet Gäste zu empfangen, und auch bei anderen gesellschaftlichen Anlässen – ob Therme, Treibjagd oder Theaterbesuch – muss sich der Charakter nicht zurückhalten. Er kann es sich gelegentlich auch erlauben zum reinen Vergnügen in benachbarte Landstriche zu reisen. Dabei steht ihm ein eigenes, reinrassiges Reittier oder ein anderes gehobenes Transportmittel zur Verfügung, und er kann sich wenn nötig Geleitschutz anheuern. Unterwegs nächtigt er stets in privaten Zimmern anständiger Herbergen und seine Reiseverpflegung unterscheidet sich nicht maßgeblich von seiner gewohnten Kost. Seine Ausrüstung ist von besonderer Qualität, seine Kleidung teilweise maßgeschneidert, und alles wird selbstverständlich sauber und gut in Schuss gehalten. Er besitzt auch einige Luxusgüter, wie beispielsweise Schmuck oder kunstvoll verzierte Alltagsgegenstände, und kann es sich erlauben auch spezialisierte Ausrüstung dauerhaft anzuschaffen.
4 Reich Der Charakter verfügt über enorme Reichtümer in Form von Geld, Juwelen, Büchern oder Kunstobjekten oder bezieht ein signifikantes Einkommen aus bleibenden Vermögenswerten, wie Ländereien, Gebäuden, Handelsrouten und Geschäften. Er könnte direkt am Gewinn etablierter Organisationen beteiligt sein oder er trägt einen Titel, der ihn zu dererlei Einkünften berechtigt. Als Kehrseite dürfte sein Reichtum jedermann in der Gegend bekannt sein, was den Charakter vielleicht zum Ziel von Bittstellern, Betrügern und Banditen macht. Doch immerhin muss er sich nicht um die Verwaltung seines Vermögens kümmern – dies und viele andere alltägliche Aufgaben werden ihm von einem Stab emsiger Bediensteter gänzlich abgenommen. Er lebt in einer großen Stadtvilla, einem weitläufigen Anwesen auf dem Lande oder einer befestigten Burg im Zentrum seiner Ländereien. Sein Wohnsitz verfügt über den Komfort und alle Räumlichkeiten, die seinem gesellschaftlichen Stande und seinen beruflichen Aufgaben angemessen sind. Küche und Keller bieten täglich Abwechslung in mehreren Gängen, sogar exotische Speisen mit importierten Getränken und Gewürzen werden zu besonderen Anlässen serviert. Seine Stallungen verfügen über mehrere Reittiere, Karren und Kutschen, sodass für jeden Anlass ein passendes Transportmittel bereit steht. Auf Reisen sorgen seine Bediensteten dafür, dass der Charakter nicht auf seinen gewohnten Komfort verzichten muss. Ansonsten können auch lokale Söldner, Führer oder Spezialisten angeheuert werden, um die eigene Reisegesellschaft zu ergänzen. Ihm werden die besten Zimmer oder Suiten vornehmer Gasthäuser zuteil, er darf im privaten Nebenraum speisen und vielleicht übernimmt sein Koch sogar in der Küche kurzzeitig das Regiment. Ebenso wie sich der Charakter kaum um die Details einer solchen Reise kümmern muss, wird ihm auch die Instandhaltung seiner Ausrüstung abgenommen. Diese ist stets von hoher Qualität und in der Regel für alle Eventualitäten ausgelegt. Er trägt maßgeschneiderte Kleidung aus den feinsten Materialien und sogar seine Reisegarderobe umfasst mehrere Sätze für verschiedenste Anlässe.
5 Luxuriös Der Charakter ist derart wohlhabend, dass es für einen normalen Bürger nur schwer vorstellbar ist. Er besitzt soviel Geld, Schmuck und Juwelen, dass er diese gar nicht transportieren könnte, sondern in einer Schatzkammer verwahren muss. Ihm gehören umfassende Ländereien mit zahlreichen Grundstücken, Gebäuden und Geschäften, die zudem noch Erträge an diversen Rohstoffen einbringen, beispielsweise durch Minen, Felder und Wälder. Abgesehen von etwaigen Amtspflichten kann der Charakter ausschließlich seinen privaten Interessen, sozialen Aktivitäten und exklusiven Zerstreuungen nachgehen und muss sich nicht um die Verwaltung oder den Erhalt seines Vermögens kümmern. Vielleicht weiß er noch nicht einmal so genau, wo das Geld herkommt, dass er tagtäglich ausgibt – oder verprasst. Das Anwesen des Charakters könnte ein prunkvoller Stadtpalast sein, ein weitläufiges Schloss umgeben von idyllischen Gärten, oder ein imposanter Turm, der sich hoch über die Lande erhebt. Je nach Vorlieben finden sich dort mitunter eine umfassende Bibliothek, eine renommierte Kunstsammlung, eine opulente Badelandschaft, ein eignes Gestüt oder ein vollumfängliches Alchimielabor. Auf seinem Anwesen arbeiten so viele Bedienstete, die sich um seine Wünsche und alle erdenklichen Alltagsaufgaben kümmern, dass er sie kaum alle mit Namen kennen kann. So stellt auch die Ausrichtung von Banketten, Turnieren oder anderen Feierlichkeiten selbst mit kurzer Anlaufzeit kein Problem dar. Reisen sind normalerweise nur mit großer Entourage und Geleitschutz möglich, um das Wohlergehen und die Sicherheit des Charakters zu gewährleisten. Ob Reitertross, Kutschenzug oder privates Schiff, kein Transportmittel entzieht sich dabei seinen Möglichkeiten. Er nächtigt ausschließlich in den besten Suiten der vornehmsten Etablissements am Platze und nicht selten werden diese für die Dauer seines Aufenthalts für die Öffentlichkeit gesperrt. Auch unterwegs mangelt es ihm also an nichts. Seine Ausrüstung und Kleidung ist von den besten Handwerkern, Schmieden und Schneidern der Region oder gar des ganzen Landes nach Maß und Wunsch gefertigt und wird mitunter regelmäßig ersetzt, sobald sich erste Abnutzungserscheinungen zeigen.
6 Dekadent Der Charakter lebt im Überfluss und Überdruss. Es gibt keinen noch so exzentrischen, materiellen Wunsch, den er sich mit seinen finanziellen Mitteln nicht mit Leichtigkeit erfüllen könnte. Demnach besitzt er eigentlich schon alles, das er besitzen möchte; Ein Charakter mit diesem Wohlstand ist nicht spielbar!

Für eine Gruppe von Abenteurern kann stets der Mittelwert des Wohlstands aller Beteiligten angenommen werden, insofern diese bereit sind miteinander zu teilen und sich gegenseitig auszuhelfen. So könnte eine ansonsten eher weniger wohlhabende Gruppe vielleicht dank eines reichen Mitglieds stets in einem ordentlichen Gasthaus unterkommen – wenn sich ihr reicher Gefährte nicht eigennützig ins beste Zimmer einquartiert, während der Rest im Stall bei den Pferden nächtigen muss. Auch hier dient die Eigenschaft zur Unterstützung des Rollenspiels, nicht um dieses zu ersetzen.

Der Einfachheit halber sollte davon ausgegangen werden, dass ein Charakter stets auch Mittel und Wege besitzt, auf die Quelle seines Wohlstands zurückzugreifen, wenn er diese nicht sowieso in Form von Geld und Wertgegenständen mit sich führt. So wird er nebenher zumindest zeitweilig seinem Beruf nachgehen können, beispielsweise in Ruhephasen zwischen zwei Abenteuern, oder er bezieht sein Einkommen durch Botenreiter aus der Heimat oder ein etabliertes Banksystem. Gleichermaßen würden ihm jedoch auch genauso regelmäßig die Steuereintreiber oder Schergen seiner Gläubiger auflauern.

Veränderung des Wohlstands

Nach der Charaktererschaffung kann der Status, wie alle anderen Eigenschaften, nicht mehr mit XP beeinflusst werden. Alleine durch die Geschichte und entsprechendes Rollenspiel sind Veränderungen möglich.

Der Wert dieser Eigenschaft besitzt eine Vor- und eine Nachkommastelle. Nur die Zahl vor dem Komma wird für die Einstufung und etwaige Auswirkungen im Spiel herangezogen (1,7 zählt also als 1 und -2,6 zählt als -2). Die Nachkommastelle dient vornehmlich dazu, die Entwicklung des Wohlstands zu erfassen. Sie kann aber auch genutzt werden, um eine weitere Differenzierung verfügbarer Güter und Dienstleistungen darzustellen. So könnte ein Wert von 2,5 bedeuten, dass sowohl einige Aspekte von „Komfortabel“ als auch „Vermögend“ erfüllt werden.

Der SL kann den Wert der Eigenschaft im Rückblick auf eine Sitzung, wenn er auch Erfahrungspunkte vergibt, verändern, falls es durch entsprechende Ereignisse im Spiel gerechtfertigt ist. Daran macht er auch das Ausmaß einer Veränderung fest. Üblicherweise ist bereits ±0,1 eine markante Veränderung. Eine positive Veränderung könnte, wie zuvor erwähnt, durch den Fund eines Schatzes begründet sein, oder durch den Erhalt von Amt und Würden als Belohnung für eine große Aufgabe – die dann vielleicht auch direkt mit einer Erhöhung des Status einhergeht. Negative Veränderungen könnten sich dadurch ergeben, dass die Gruppe ausgeraubt wird oder Schulden bei Händlern, Herrschern oder Halunken anhäuft. Je höher bzw. niedriger der Wohlstand bereits ist, desto sparsamer und langsamer sollten Veränderungen erfolgen. Besonders dramatische Ereignisse können natürlich auch einen größeren Sprung rechtfertigen.