Klerikale Magie

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Klerikale Magie ist das Eingreifen höherer Mächte in das irdische Geschehen auf Bitten eines Mediums. Das Medium, der Magieanwender, ist ein auserwählter Anhänger der Höheren Macht, der ihren Ruf verspürt oder aktiv ihre Gunst angestrebt hat und ihr nun nach bestem Können und Vermögen dient. Bei der Quelle der klerikalen Magie kann es sich um eine Gottheit, einen Halbgott, einen Erzdämon, Naturgeister oder eine abstrakte Urmacht handeln, Wesenheiten, die auch als „Yterna“ bezeichnet werden. Je nach dem auf welchem Wege eine Höheren Macht zugunsten ihres Anhängers eingreift, unterscheidet man zwischen dem direkten und indirekten Weg klerikaler Magie. Unter dem indirekten Weg versteht man die häufigste Erscheinungsform dieser Magie, bei welcher der Magieanwender durch das Sprechen von Gebeten magische Effekte mit spezifischem, festgelegtem Nutzen bewirken kann. Die Kenntnis dieser Gebete und die Befähigung sie zu sprechen wird ihm von seiner Höheren Macht gewährt, damit er auch ohne ihr direktes Eingreifen Unterstützung erfahren kann. Beim direkten Weg hingegen greift die Höhere Macht unmittelbar dann ein, wenn es der Magieanwender erbittet. Diese Bitte und die erfolgende Hilfe sind dann stets auf die gegebene Situation des Anhängers zugeschnitten. Zwar ist dies unbestritten flexibler und vielseitiger, doch das Eingreifen der Höheren Macht ist nicht immer mit Sicherheit gewährleistet, da sich beispielsweise Interessenkonflikte mit anderen Höheren Mächten ergeben können, die dann eine Gegenaktion provozieren. Bei beiden Wegen schöpft der Anhänger die Kraft, die Magie zu wirken aus seinem Glauben und der Überzeugung der Gunst seiner Höheren Macht würdig zu sein. Dennoch kann diese auch bei den indirekten Methoden jederzeit intervenieren und die klerikale Magie ihres Anhängers unterbinden.


Methoden der Magie


Methode Vorteile Nachteile
Indirekt Selektion konstanter Bonus auf die Magieprobe
beliebig viele Gebete verfügbar
alle erschlossenen Gebeten sind jederzeit auswählbar
Auswahl an Gebeten muss vorbereitet werden
maximale Zahl vorbereiteter Gebete pro Zyklus
Inspiration spontanes Wirken erschlossener Gebete begrenze Anzahl verfügbarer Gebete je Zyklus
erhöhtes Risiko beim Wirken durch Rückschlag
Direkt Mediation spontanes Wirken bekannter Gebete
teilweise offen formulierte Effekte
Einfluss der Umgebung auf die Anwendbarkeit
Intervalle zwischen Anrufungen der gleichen Geister
beschränkte Macht der Geister
Elevation spontanes Wirken freier magischer Effekte hohe Anforderungen
erhöhte XP-Kosten

Selektion

Diese Methode stellt den üblichsten Zugang zu klerikaler Magie dar. Nach langjähriger Unterweisung hat der Charakter gelernt Kenntnis bestimmter Gebete mit festgelegter Wirkung zu erlangen. Diese Einsichten werden ihm durch seine Höhere Macht zuteil, welche bei dieser Methode meist eine Gottheit ist. Durch ein zeitintensives Vorbereiten einer gewissen Auswahl der ihm bekannten Gebete - der namensgebenden „Selektion“ - ist es dem Charakter möglich diese zu einem späteren Zeitpunkt einmalig zu wirken. Dabei erhält er aufgrund der Vorbereitung einen Bonus auf die Magieprobe, wodurch die Magie nicht nur eher gelingt sondern auch mächtiger werden kann. Nach ihrer Nutzung müssen die Gebete erneut vorbereitet werden, was nur in adäquater Atmosphäre möglich ist. Da der Charakter seine Auswahl vorab treffen muss und die Wirkung der Gebete bereits festgelegt ist, stellt die Selektion die denkbar unflexibelste Methode klerikaler Magie dar, doch bietet sie auch einen äußerst indirekten und damit für höhere Mächte unbedenklichen Weg ihren Anhängern Macht zu verleihen. Der Bonus, den der Empfänger durch die Vorbereitung erhält, ermöglicht außerdem auch weniger herausragenden Charakteren zumindest einige kleine Segnungen herabzurufen.


Inspiration

Die Inspiration ist eine weitere Methode des indirekten Weges. Nach langjähriger Unterweisung hat der Charakter gelernt Kenntnis bestimmter Gebete mit festgelegter Wirkung zu erlangen. Diese Einsichten werden ihm durch seine Höhere Macht zuteil, welche bei dieser Methode oftmals eine Urmacht ist. Die ihm zur Verfügung gestellten Gebete können ohne Vorbereitung oder Vorauswahl gewirkt werden. Allerdings ist die Anzahl an Gebeten, die der Charakter in den einzelnen Zyklen zur Verfügung hat begrenzt. Ist diese Grenze erreicht, müssen bereits erschlossene Gebete ersetzt werden, um Neue zu erlangen. Trotz Spontanität in der Anwendung und beliebiger Wiederholung einzelner Gebete ist hier also Weitsicht erforderlich. Außerdem birgt der Zugang zu solch großer und letztlich unbegreiflicher Macht auch die Gefahr der Selbstüberschätzung, gegen die nur die Willensstärksten gefeit sind und die sich in verstärkten Rückschlägen beim Wirken der Magie äußert. Somit ist nicht jeder der alleine die bloßen Vorraussetzungen erfüllt auch würdig Zugang zu dieser Methode klerikaler Magie erhalten. Ein Empfänger dieser Gnade hat seine Höhere Macht oft in besonderer Weise beeindruckt und folgt ihren Prinzipien mit Hingabe und Treue.


Mediation

Die Methode der Mediation schöpft ihre Kraft aus Seelenbündnissen mit willigen Naturgeistern, welche gemäß schamanistischer Lehren allen natürlichen Dingen innewohnen. Um einen Naturgeist zu einem Bündnis zu bewegen, muss ihn der Charakter nicht nur in seinen Absichten und Motivationen überzeugen, sondern auch ein großes Verständnis für dessen Interessen und Bedürfnisse zeigen. Nicht jeder, der alleine die bloßen Vorraussetzungen erfüllt, wird also auch Zugang zu dieser Methode klerikaler Magie erhalten können. Erweist sich jedoch jemand dieser spirituellen Gunst als würdig, wird er damit zu einem Sprecher der Geister und einem Schlichter für Konflikte zwischen Geistern und Sterblichen. Sein Dienst wird dem Charakter entlohnt, indem ihm diverse Gebete und Manifestationen zur Verfügung stehen, die auf dem direkten Eingreifen und der Beschwörung dieser Geister beruhen und spontan gewirkt werden können. Da die Macht eines Naturgeistes keinesfalls so allgegenwärtig oder auch nur annähernd so umfassend wie die eines Gottes oder anderer höherer Mächte ist, sind die magischen Effekte dieser Methode meist von den lokalen Gegebenheiten abhängig und besonders mächtige Effekte sind oftmals nur durch das Zusammenwirken mehrerer Geister möglich. Zudem muss zwischen zwei Anrufung des gleichen Geistes etwas Zeit vergehen. Da die Geister persönlich in Erscheinung treten, können sie auch verletzt und so für längere Zeit außer Gefecht gesetzt werden, ein Risiko, dem sich der Magieanwender stets bewusst sein muss. Im Gegenzug müssen sich Naturgeister - anders als höhere Mächte - nicht um die kosmischen Konsequenzen ihres Eingreifens sorgen und können daher freier agieren.


Elevation

Die Elevation ist die klerikale Form der Freimagie. Gebete mit festgelegter Wirkung sind dieser Methode unbekannt. Jeder magische Effekt wird spontan vom Anwender erbeten und von seiner Höheren Macht direkt gewährt. Der Schwierigkeit der Magieprobe spiegelt die Komplexität der angestrebten Magie wieder. Der Rang in den verschiedenen Domänen des Einflusses kann als Priorität des Anwenders in den Augen der Höheren Macht interpretiert werden. Es liegt auf der Hand, dass diese Methode unerreichte Flexibilität bietet, da jedoch mehr als nur eine Höheren Macht Interesse an den Geschicken der Sterblichen hegt, besteht ein empfindliches Gleichgewicht der Macht. Das direkte Eingreifen in die persönliche Situation des Magieanwenders ist daher eingeschränkt und kann in der Regel nur auf überschaubare, lokale Effekte hinauslaufen. Größere Eingriffe würden augenblicklich die Aufmerksamkeit und wahrscheinlich auch die Intervention anderer höherer Mächte hervorrufen. Es muss daher genau abwägt werden, wie und in welchem Maße Einfluss geltend gemacht wird und inwiefern das Gleichgewicht der Macht zu Gunsten eines einzelnen Anhängers ins Wanken gebracht werden sollte. Daraus resultieren auch die hohen Anforderungen an die Empfänger dieser Magie, die damit zu einer sehr elitären Angelegenheit wird.


Verbreitung der Methoden

Die verschiedenen höheren Mächte haben gewisse Tendenzen, wenn es darum geht ihren Anhängern klerikale Magie zugänglich zu machen. Dies ist in der folgenden Tabelle schematisch dargestellt und kann dem SL als Richtwert dienen zu entscheiden, welche Methode für einen SC oder NSC angemessen ist. In den Beschreibungen der höheren Mächte sind individuelle Tendenzen zu finden. Rollenspieltechnische Faktoren wie die angedachte Geschichte, die Situation im Spiel oder die Hintergrundgeschichte eines Charakter sollten bei diesen Überlegungen jedoch stets Vorrang haben.


Höhere Macht Selektion Inspiration Mediation Elevation
Urmacht 60% 40% - -
Gottheit 90% 10% - Einzelfälle
Halbgott 80% 20% - Einzelfälle
Erzdämon 100% Einzelfälle - -
Naturgeister - - 100% -