Alchimistische Prozeduren

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Orion / Yang Antares / Yin
dynamisch, aktiv, hell, hart, laut, warm,
klar, schwankend, ideell, energetisch
statisch, passiv, dunkel, weich, ruhig,
kalt, trüb, gleichmäßig, real, materiell
Beschwörung
Chaos
Erkenntnis
Erlösung
Feuer
Kampf
Leben
Licht
Luft
Magie
Präsenz
Reise
Schmerz
Tier
Zerstörung
Bann
Dunkel
Erde
Erschaffung
Geheimnis
Gleichgewicht
Heilung
Kälte
Ordnung
Pflanze
Schutz
Tod
Verderben
Wasser
Zeit

Die verschiedenen alchimistischen Prozeduren kommen bei der Herstellung magischer Erzeugnisse zum Einsatz, um die verwendeten Zutaten aufzubereiten, ihr alchimistisches Potential zu entfalten und sie in ihre finale, wirksame Form zu überführen. Dabei ist zunächst eine wichtige theoretische Unterscheidung zu beachten: Man unterteilt die dreißig Potentialtypen nämlich in zwei Gruppen. Die erste Gruppe umfasst die dynamischen Potentialtypen und die zweite Gruppe beinhaltet die statischen Potentialtypen. Die westlichen Alchimisten bezeichnen diese Gruppen nach den beiden Halbgöttern Orion und Antares, während die Alchimisten und Apotheker im Osten Iunas in ihnen das philosophische Prinzip von Yin und Yang wieder erkennen. Beide Betrachtungsweisen teilen damit sowohl die Untrennbarkeit der von ihnen verkörperten Unterschiede sowie eine Distanzierung von moralischer Wertung - es handelt sich um eine wissenschaftliche, wenn auch metaphysische Unterscheidung, aber keinesfalls um eine Religiöse.
Die Zugehörigkeit der in einer Zutat enthaltenen Potentiale ist entscheidend dafür, mit welchen Prozeduren diese Zutat behandelt werden kann. Wählt man die falsche Prozedur, kann dies eine wohlmöglich teure Substanz zunichte machen.


Vorbereitung

Alle verwendeten Zutaten müssen bereits zu Beginn der Herstellung in einer Form vorliegen, welche die weitere Verarbeitung ermöglicht. Dies bedeutet, dass die Substanzen leicht in der gewünschten Menge zu dosieren und gleichmäßig verteilt oder vermischt sind. Feste Substanzen sollten also zu Pulvern gemahlen werden, Kräuter sollten getrocknet und zerrieben oder aber zu Extrakten verarbeitet worden sein, Öle sollten bereits gepresst und Salze gelöst vorliegen. Besonders günstig ist es, wenn die Form dabei passend zum angestrebten Produkt ist, also flüssig für Tränke, fest für Pulver, etc. Gereinigtes Wasser, Fette oder Öle, die selbst kein alchimistisches Potential aufweisen, sind als Basis für diese Vorbereitung immer möglich.
Zermahlen, Lösen, Trocknen, Verreiben, etc. zählen jedoch nur weiteren Sinne zu den Prozeduren, da die Potentiale der verarbeiteten Zutaten normalerweise nicht verändert werden. Diese vergleichsweise einfache Arbeit wird daher auch oftmals Lehrlingen überlassen und stellt eine gute Übung in Sorgfalt und dem Befolgen von Anleitungen dar.


Trennung

Mit diesen Prozeduren sollen verschiedene Potentialtypen von einander getrennt werden. Dabei bleibt die Stärke der einzelnen Potentiale erhalten, was natürlich sehr wünschenswert ist. Sind in einer Zutat Potentialtypen beider Gruppen enthalten, müssen zunächst diese voneinander getrennt werden. Erst dann können in einem weiteren Schritt die gleichartigen Potentialtypen separiert werden. (Beispiel: Eine Zutat enthält das Potential Verderben 4 ∙ Tod 3 ∙ Schmerz 2. In einem ersten Schritt müsste der dynamische Potentialtyp Schmerz von den beiden statischen Potentialtypen abgetrennt werden. Da zwei Punkte betroffen, wird der SG der Prozedur um +2 erschwert. Erst dann können diese beiden in einem zweiten Schritt wiederum von einander getrennt werden.) Abgetrenntes Potential, welches für die aktuelle Rezeptur nicht benötigt wird, kann in der erhaltenen Form auch für spätere Verwendung aufbewahrt werden. Das Labor eines gut sortierten Alchimisten hält allerlei abgetrennte, reine Potentialessenzen bereit, mit denen natürlich besonders leicht und schnell Erzeugnisse hergestellt werden können, da der Zeitaufwand für die Aufbereitung der Zutaten dann entfällt und auch keine Proben diesbezüglich erforderlich sind. die Der Nachteil dieser Prozeduren ist, dass sie komplexe und teure Apparaturen erfordern.

Prozedur Beschreibung Besonderheit Gerätschaften
Strombad
Stromscheidung
Elektrolyse
Die zu trennende Zutat wird unter elektrischen Strom gesetzt. Dabei liegt sie in der Regel in flüssiger Form vor, doch auch Kristalle oder andere gleichmäßige Festkörper können so behandelt werden. Im ersten Fall spricht man von einem „Strombad“, im zweiten von einer „Stromscheidung“. Das Strombad wird in einer Glas- oder Keramikwanne vollzogen. Ein Pergament oder Papier, dünn genug um die Flüssigkeit durchzulassen, teilt das Gefäß dabei gleichmäßig. In jede Hälfte wird ein Stromkristall oder eine ähnliche Spannungsquelle getaucht. Bei der Stromscheidung wird diese direkt am Festkörper befestigt, der in einer Glas- oder Keramikwanne ruht. Hier bedarf es jedoch deutlich stärkerer Energiequellen. Durch den steten Stromfluss werden die enthaltenen Potentiale aufgetrennt und befinden sich nach der Prozedur größtenteils in je einer Hälfte des Gefäßes bzw. des Festkörpers. Der Grad der Trennung kann durch Wiederholung der Prozedur nach kurzer Ruhephase noch verbessert werden. Schließlich werden die beiden Hälften möglichst sauber separiert - durch eine undurchlässige Trennwand oder einen präzisen Schnitt oder Schlag. SG der Fertigkeitsprobe
-2 bei rein dynamischen Potentialtypen,
+2 bei rein statischen Potentialtypen,
±0 bei Zutaten mit gemischten Potentialen
speziell:
Blitzmühle, Stromkristalle oder eine andere Spannungsquelle

allgemein:
Wanne aus Glas, Keramik oder lackiertem Holz; passende Trennscheibe; Papier oder Pergament; Werkzeug
Tropfscheidung
Fluchttrennung
Destillation
Die zu trennende Zutat wird in einem Gefäß über einem Ölbrenner, Wärmekristall o. ä. erwärmt. Liegt sie dabei in flüssiger Form vor spricht man von einer „Tropfscheidung“. Doch auch Pulver können auf diese Weise behandelt werden, dann nennt die Prozedur „Fluchttrennung“. Die beim Erwärmen entstehenden Dämpfe, Nebel oder Gase werden aufgefangen und entweder durch Kühlung wieder verflüssigt oder in eine potentialfreie Flüssigkeit geleitet. Idealerweise findet diese Prozedur in einem größtenteils geschlossenen System statt, eine Bedingung die nur von teuren Glasapparaturen erfüllt wird. Während die stärkeren Potentialtypen auf der erwärmten Seite verbleiben, wird ein Großteil des schwächsten Potentials mit den flüchtigen Dämpfen oder Gasen auf die andere, gekühlte Seite getragen. Durch Wiederholen der Prozedur nach vollständigem Abkühlen der Zutat kann der Grad der Trennung noch verbessert werden. SG der Fertigkeitsprobe
-2 bei rein statischen Potentialtypen,
+2 bei rein dynamischen Potentialtypen,
±0 bei Zutaten mit gemischten Potentialen
speziell:
Ölbrenner, Wärmekristall oder eine andere Wärmequelle; Wasserkühlung oder Kältekristall; potentialfreie Flüssigkeit

allgemein:
Glaskolben oder -schalen; Glasrohre oder -brücke; Thermometer

Reinigung und Konzentration

Mit diesen Prozeduren wird, je nach dem welcher Gruppe die Potentialtypen einer Zutat angehören, entweder eine Minderung oder Verstärkung des vorhandenen Potentials erreicht.
Im ersten Fall spricht man von einer „Reinigung“. Hier wird überschüssiges Potential gemindert oder unerwünschte Potentialtypen ganz entfernt. Dabei ist immer zuerst das schwächste Potential betroffen (Beispiel: Eine Zutat enthält das Potential Licht 3 ∙ Magie 2. Durch die Reinigung würde zunächst der Potentialtyp Magie gemindert oder entfernt. In einem zweiten Schritt könnte auch das Potential Licht gemindert werden, um einen etwaigen Überschuss an Potential zu verhindern. Für jeden entfernten Punkt wird der SG der Prozedur um +1 erschwert.). Haben zwei Potentiale den gleichen Wert, kann der Alchimist wählen. Eine Reinigung wird der Trennung vorgezogen, wenn ein Potentialtyp für spätere Verwendung uninteressant ist oder die erforderlichen Apparaturen schlichtweg nicht zur Verfügung stehen.

Der zweite Fall, die Verstärkung eines Potentials, wird als „Konzentration“ bezeichnet. Hier wird nicht benötigtes Potential in den erwünschten Potentialtyp umgewandelt. Voraussetzung ist allerdings, dass die betreffenden Potentiale der gleichen Gruppe angehören. Es dominiert stets das bereits stärkere Potential, doch haben zwei Potentiale den gleichen Wert, kann der Alchimist wählen. Je 2 Potentialpunkte, die das schwächere Potential verliert, wird das dominierende Potential um 1 erhöht, jedoch maximal um die Hälfte (abgerundet). Hat das schwächere Potential einen ungeraden Wert, gilt für den letzten Schritt der Umwandlung eine Rate von 1 zu 1. Was dennoch an schwächerem Potential übrig bleibt, muss auf andere Weise entfernt werden oder verbleibt als Verunreinigung. (Beispiel: Eine Zutat enthält das Potential Erschaffung 6 ∙ Erde 4. Durch eine Konzentration kann das schwächere Potential Erde von 4 auf 0 gemindert werden werden (wodurch es verschwindet), was das Potential von Erschaffung von 6 auf 8 erhöht. Da 4 Punkte umgewandelt werden, wird der SG der Prozedur um +4 erschwert. Eine Zutat mit dem Potential Bann 3 ∙ Ordnung 3 würde jedoch beispielsweise einen Potentialpunkt an Ordnung zurückbehalten, da das Potential von Bann nicht um mehr als die Hälfte (abgerundet) gesteigert werden kann. Somit ergäbe sich nach der Konzentration ein Potential von Bann 4 ∙ Ordnung 1. Da 2 Punkte umgewandelt werden, wird der SG der Prozedur um +2 erschwert. Die Zutat könnte anschließend einer reinigenden Prozedur unterzogen werden, um den unerwünschten Potentialpunkt zu entfernen.)

Enthält eine Zutat Potentialtypen beider Gruppen, kommt immer zuerst die reinigende Funktion einer Prozedur zum Tragen. (Beispiel: Eine Zutat enthält das Potential Licht 4 ∙ Heilung 3 ∙ Erkenntnis 2. Wird die Substanz nun geglüht, verschwindet zunächst das statische Potential Heilung. Wird die Substanz extrahiert, verliert sie das dynamische Potential Erkenntnis und, wenn mit der Prozedur fortgefahren wird, auch das Potential Licht.)

Prozedur Beschreibung Besonderheit Gerätschaften
Einkochen
Abrauchen
Glühen
Die Zutat wird über einem Ölbrenner oder einem Wärmekristall über lange Zeit erhitzt. Auch gebündeltes Licht oder intensive Sonneneinstrahlung kann diesen Zweck erfüllen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Substanz nicht anbrennt oder verkohlt. Andererseits darf die Hitze auch nicht zu schwach oder ungleichmäßig sein. Dämpfe, Rauch und Gase die dabei entstehen werden möglichst vollständig abgeführt, beispielsweise durch vorsichtiges Fächeln. Sie können nicht für andere alchimistische Zwecke genutzt werden.

Bei statischen Potentialtypen bewirkt dieser Vorgang eine Reinigung, bei dynamischen Potentialtypen hingegen eine Konzentration!
Die Zutat ist schon bei 3 Fehlpunkten unbrauchbar, die zusätzliche bzw. verlorene Zeit beträgt jedoch nur FP Stunden. speziell:
Ölbrenner, Wärmekristall, Linse oder eine andere Wärmequelle

allgemein:
Keramikschale oder Metalltiegel, Glas- oder Keramikstab; Fächer
Einlegen
Kältebad
Extraktion
Man gibt die Zutat in ein lichtundurchlässiges Gefäß, welches dann mit einer potentialfreien Flüssigkeit als Lösungsmittel (z.B. reinstes Wasser, geläutertes Öl) bis zum Rand aufgefüllt wird. Das Gefäß wird daraufhin luftdicht verschlossen. Nach kurzem, kräftigen Schütteln wird das Gefäß nun ruhen gelassen. Idealerweise wird es zusätzlich durch Eis oder Kältekristalle gekühlt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Flüssigkeit nicht gefrieren darf. Bei flüssigen Zutaten muss ein Lösungsmittel gewählt werden, das sich nicht damit vermischt. Nach der vorgeschriebenen Zeit muss das Lösungsmittel nämlich wieder abgetrennt werden. Es wird verworfen, denn es kann nicht für weitere Prozeduren genutzt werden.

Bei dynamischen Potentialtypen bewirkt dieser Vorgang eine Reinigung, bei statischen Potentialtypen hingegen eine Konzentration!
ohne stete Kühlung ist der Zeitaufwand der Prozedur um +25% höher speziell:
Kältekristall; potentialfreie Flüssigkeit

allgemein:
luftdichtes Gefäß z.B. aus glasiertem Ton oder lackiertem Glas; Sieb, Filter oder Scheidetrichter

Bei diesen Prozeduren und deren Beschreibungen handelt es sich natürlich nur um Vorschläge. Der SL kann noch weitere Verfahren zulassen. Außerdem ist je nach Zutat auch stets ein gewisses Maß an Interpretation und Kreativität erforderlich und erwünscht.


Infusion

Grad Attribut
0 -1
I -1
II -2
III -2
IV -3
V -3

Zum Verbinden der aufbereiteten Zutaten ist eine besondere abschließende Prozedur notwendig, die so genannte „Infusion“, ein ritueller Vorgang, der wohl das am besten gehütete Geheimnis der ganzen Herstellungsprozedur ist. Das unfertige Erzeugnis wird ins Zentrum einer komplexen, meist hochsymmetrischen Anordnung von geometrischen Formen und Symbolen gestellt, welche zusätzlich durch ausgewählte Kristalle und Edelsteine, Kerzen und Räucherwerk oder gegebenenfalls auch Opfergaben ergänzt wird. Dann ist oftmals die Rezitation bestimmter Formeln und Verse erforderlich. Wird der vorgeschriebene Aufbau und Ablauf genau eingehalten, beginnen langsam die erforderlichen Energien zu fließen und werden in das Erzeugnis geleitet und dort gebunden. Verebbt schließlich der Energiefluss ist dies das Zeichen, dass das Erzeugnis vollendet wurde. Die Infusion muss genau auf die Rezeptur abgestimmt sein und erfordert daher große Fachkenntnis, was auch der Grund für die Obergrenze bekannter Rezepturen ist.

Man unterscheidet fünf Varianten der Infusion, wobei die so genannte „profane“ oder „gewöhnliche Infusion“ jedem Alchimisten zugänglich ist. Im Zuge der Infusion verliert der Alchimist temporär einen oder mehrere Attributspunkte, denn ein Teil seiner eigenen Energie geht auf das Erzeugnis über. Die Höhe des Verlustes ist vom äquivalenten Grad der Rezeptur abhängig (siehe nebenstehende Tabelle) und kann auch auf verschiedene Attribute verteilt werden. Dabei hängt es von der Art der Wirkung ab, welche Attribute betroffen sind: Sowohl negative als auch positive Wirkungen beeinflussen die Attribute, die mit ihnen assoziiert werden können. So würde eine heilende oder schwächende Wirkung die Stärke des Alchimisten angreifen, eine verwirrende oder erleuchtende Wirkung kann seine Intelligenz mindern, eine befreiende oder behindernde Wirkung beeinträchtigt sein Geschick während eine kontrollierende oder festigende Wirkung seine Persönlichkeit beeinflusst. Es obliegt dem SL hier eine passende Zuordnung zu finden. Die verlorenen Attributspunkte regenerieren sich mit einer Rate von einem Punkt pro Tag. Ist der Abzug auf mehrere Attribute verteilt, entscheidet der Zufall welches sich zuerst erholt.

Die anderen vier Varianten der Infusion sind eigenständige Klassenfähigkeiten, die separat erlernt werden müssen. Dabei stützen sich die arkane, sakrale und esoterische Infusion auf vorhandenes magisches Talent des Anwenders. Die okkulte Infusion hingegen erfordert die Anrufung dämonischer Mächte und das Opfern von Lebenskraft. Bei allen Vier sind die Konsequenzen jedoch weniger gravierend als bei der profanen Infusion.