Seishime (Naturgeist)

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Beschreibung und Hintergrund

Zuordnung: souveräner Schattengeist

Gesinnung: Absolut Neutral

Weitere Namen und Titel: ; wörtlich: „Auge der Stille“

Beschreibung: Der Schattenkami ist eine ruhige Wesenheit, die im Waldschrein Anchū Shudoin bei Okiga verehrt wird. Er erscheint als eine schemenhafte, in einen wallenden, schwarzen Umhang gehüllte Gestalt, unter deren tief sitzender Kapuze ein einzelnes großes, schwarzes Auge prangt. Man sagt seinem tief dringenden Blick könne niemand standhalten. Es durchdringt Trug und Illusion, Raum und Zeit, weshalb Seishime oft auch als Orakel befragt wird. Sein Name bedeutet „Auge der Stille“.

Der Anchū Shudoin, der Verborgene Schrein, liegt etwa 30 Ri (75 Meilen) nördlich von Okiga, inmitten des Fuchi Mori. Dieser Wald ist, wie sein Name bereits vermuten lässt, durchzogen von tiefen Gräben und Abgründen. Wenn es nicht zahlreiche kleine Brücken gäbe, wäre ein zielstrebiges Reisen durch dieses uralte Gehölz wohl unmöglich. Dennoch, jenseits der üblichen Pfade ist schon so mancher Wanderer spurlos verschollen. Der Schrein selbst liegt auf einem natürlichen Plateau, vor einer Felsspitze fast genau im Zentrum des düsteren Waldes. Geschickte Hände haben einst auf dem natürlichen Gesteinsplateau eine große ebene Terrasse angelegt, auf welcher die Nebengebäude des Schreins, Wohn- und Lagerhäuser für die betreuenden Familien Uraimi und Eshuba, errichtet wurden. Eine flache Treppe, teils gemauert, teils natürlichen Ursprungs führt vom Wald hinauf zum roten Torbogen, welcher den Eingang zur Schreinanlage bewacht. Der Schrein selbst ist kein Gebäude, sondern befindet sich in der Felsspitze, welche alle anderen Gebäude überragt. Hinein gelangt man durch eine große Öffnung im grauen Gestein, welche die Form eines gestreckten, fast perfekt symmetrischen Dreiecks hat. An die natürliche Gestalt dieses Eingangs wurde noch nie Menschenhand angelegt, mit Ausnahme der schweren Torflügel aus dunklem Holz, die seitlich davon angebracht wurden, jedoch meist offen stehen. Im Inneren sind die Wände des beginnenden Ganges übersäht mit uralten Symbolen und Schriftzeichen, hinterlassen von Anhängern längst vergessener Kulte, die schon vor Jahrtausenden diesen Ort als heilig betrachteten. Nur wenige Schritte vom Eingang entfernt wird es bereits stockfinster, doch geht man weiter, und gewöhnen sich die Augen erst einmal an die Dunkelheit, so lassen sich Konturen und Kontraste in den Schatten erkennen. Nach Kurzem weitet sich der Gang zu einer gewaltigen gewölbegleichen Höhle, die vermuten lässt, dass die gesamte Felsspitze innen hohl ist. Hier herrscht absolute Stille und zu sprechen oder ein Licht hierher zu tragen gilt als großer Frevel. Der hintere Teil der Höhle fällt steil ab und verliert sich in unergründlicher, schwarzer Tiefe. Auf einem schmalen Überhang direkt am Abgrund steht ein Altar der dem Schattenkami Seishime geweiht ist: ein dreieckiger Monolith, der Form des Eingangs nachempfunden ist. Darauf prangt, so schwarz wie der Abgrund dahinter, das Auge Seishimes, ein Symbol so alt wie die Felsenmalereien an den Wänden der Höhle. Hier finden sich die Pilger, die den Schrein aufsuchen, zum stillen Gebet ein. Man wendet sich vor allem an Seishime um in dunklen und scheinbar ausweglosen Lebensphasen den richtigen Weg gewiesen zu bekommen und um in unsicheren Zeiten einen Blick darauf zu erhaschen, was die Zukunft bereithalten mag. Auch sucht man ihn auf um darum zu bitten, das die Wahrheit über etwas offenbart wird oder um Hilfe bei wichtigen Entscheidungen zu erhalten und nicht zuletzt mit sich selbst und mit dunklen Geheimnissen der Vergangenheit ins Reine zu kommen. Um schließlich das zu erfahren, was man zu wissen begehrt, muss man nach dem Gebet wagen direkt vom Rand in den Abgrund zu blicken. Ist Seishime gewillt, die Bitte zu erhören, wird man das Gesuchte im Dunkel der Tiefe erkennen. Opfergaben an den Kami, werden im Übrigen direkt in den Abgrund geworfen. Noch nie hat ein Betender jedoch gehört, dass etwas am Grund aufgeschlagen wäre. Es gab in der Geschichte des Schreins nicht wenige, die sich selbst in den Abgrund gestürzt haben, sei es auf der Suche nach Erleuchtung oder Erlösung oder weil sie mit einer Wahrheit, die sie erbeten hatten nicht weiterleben wollten oder konnten. Niemand weiß, was mit diesen Menschen geschah, und Seishime schweigt darüber. Außerhalb der Höhle, auf der Terrasse des Schreins, ist lautes Rufen und Schreien untersagt, doch ein Schweigegebot gibt es nicht, wenn auch mancher Kanshinsha, Miko (Schreinjungfrau) oder Kannushi (Schreinältester) zeitweise ein solches Gelübde abgelegt hat, um der leisen Stimme Seishimes besser lauschen zu können. Harmonische Klänge spielen jedoch eine bedeutende Rolle in den Zeremonien zu Ehren Seishimes. Denn um sich der Stille bewusst zu werden, brauche es zunächst einen kontrastierenden Klang. So wird beispielsweise auch bei der Meditation und Kontaktaufnahme zu Seishime eine Klangschale sanft angeschlagen. Im ersterbenden harmonischen Klang, so heißt es, könne man dann die Stimme Seishimes vernehmen.

Heimstatt und Anhänger:

Der Silberwald, in der Landessprache „Yinse Senlin“ genannt, liegt südlich der Großstadt Quilin, im Herzen von Shou Dao. Mit knapp 300 Meilen von Ost nach West und etwa 100 Meilen von Norden nach Süden gehört der Silberwald zu einem der größten zusammenhängenden Waldstücke des Landes. Insbesondere im weitgehend naturbelassenen Inneren des Waldes machen Birken einen großen Teil des Baumbestands aus, was den Namen zum Teil mit begründet. Tatsächlich finden sich in den zahlreichen Bachläufen jedoch auch natürliche Silbervorkommen, die in der Vergangenheit bereits öfter zu kollidierenden Besitzansprüchen führten. Im östlichen Teil des Waldes liegt der Schrein von Jiébái Zhǔ, inmitten einer weitläufigen Lichtung mit mehreren kleinen Seen, der schon seit Generationen von der Familie Gazao betreut wird. Der „Yinse Simiao“ besteht aus zahlreichen kleinen Gebäuden, die ebenso weitläufig auf dem heiligen Gelände verteilt sind. Er ist bei Pilgern und Wanderern für seine Gastfreundschaft bekannt, und auch die Waldarbeiter, Jäger, Förster und Bauern der Region suchen ihn regelmäßig auf, um dem Hüter des Silberwaldes ihren Respekt zu zollen. Es sollen auch jene, die aus verschiedensten Gründen verfolgt werden, im Schrein Zuflucht und Hilfe finden.

Verliehene Kräfte

Gebete und Manifestationen

Grad I Grad II Grad III Grad IV Grad V Grad VI Grad VII Grad VIII
Kontakt Düstere Zuflucht Verteidigung Tabu Angriff Ratschlag Terror Beschwörung
Dunkelheit Schattenbindung Dunkle Scherben Weissagung Abstinenz Rückruf -- --
Dunkler Strahl Stille Eid der Verschwiegenheit Woge des Gleichgewichts Verborgene Runde -- -- --
Flüstern Vorahnung Omen -- -- -- -- --
Schrecken -- -- -- -- -- -- --

Angriff: „XXX“          
Grad: IV Zyklenreferenz: Kampf; Licht
SG / Macht: 17 / 18 Kosten: 8 MP
Reichweite: 40 m Komponenten: W, G, M (Paktfokus)
Zeitaufwand: 8 AP / +6 Wirkungsbereich: [Rang ÷ 2] Ziele
Wirkungsdauer: augenblicklich Verteidigung: [75% G | 50% A | 25% K]
Nach Vollendung dieser Anrufung erscheinen in der näheren Umgebung mehrere geisterhafte Silhouetten, die in ihrer Gestalt silbrig schimmernden Rehen gleichen. Sie preschen in atemberaubendem Galopp, wie Bänder aus lichten Nebelschwaden, auf bis zu [Rang ÷ 2] Gegner innerhalb der Reichweite zu, die sich im Sichtfeld des Anwenders befinden. Misslingt der Verteidigungswurf, wird ein Gegner von einem der Rehe erfasst, durchdrungen oder niedergetrampelt und erleidet dabei 6W8 Schadenspunkte durch Energie und Wucht. Je 5 Fehlpunkte wird der Gegner zudem für eine Runde umgeworfen. Gelingt die Verteidigung, wurde das Ziel vielleicht nur gestreift, oder konnte sich der Wucht des Angriffs widersetzen.
Erweiterung: Reichweite +2 m (1 EP); Macht +1 (3 EP)
Rückschlag: Bei Manifestationen gibt es normalerweise keinen Rückschlag. Ein erfolgreicher Konter kann das Intervall bis zur nächsten möglichen Anrufung um 1 Runde je 5 EP verlängern.
Leitprinzip: Offensiv
Arkane Referenz: Beschwörung (Inkarnation); Ninquenas; Traummagie (Realität)

Verteidigung: „XXX“          
Grad: IV Zyklenreferenz: Bann; Schutz
SG / Macht: 17 / 17 Kosten: 8 MP
Reichweite: unmittelbar Komponenten: W, G, M (Paktfokus)
Zeitaufwand: 2 AP / +6 Wirkungsbereich: Anwender
Wirkungsdauer: [Rang × 5] Runden Verteidigung: --
Beim Wirken dieser Anrufung erscheint das schimmernde Geweih des weißen Hirsches für wenige Augenblicke über dem Anwender und schwindet dann zu einem fahlen, kleineren Abbild seiner selbst, welches für die Wirkungsdauer das Haupt des Anwenders krönt. Diese Krone des Silberwalds verleiht ihm für [Rang × 5] Runden eine Magieresistenz von 7, und schützt den Anwender so vor jedweder Magie. Er kann diesen Effekt auch vor Ablauf der Wirkungsdauer jederzeit freiwillig beenden, etwa um positive magische Wirkungen zuzulassen.
Erweiterung: Wirkungsdauer +1 Runde (1 EP); Magieresistenz +1 (10 EP)
Rückschlag: Bei Manifestationen gibt es normalerweise keinen Rückschlag.
Leitprinzip: Defensiv
Arkane Referenz: Bannmagie (Prävention); Beschwörung (Inkarnation); Ninquenas; Traummagie (Realität)

Beschwörung (to do)


Paktfokus

Um ein Bündnis mit Jiébái Zhǔ einzugehen, ist ein Objekt aus Birkenholz als Paktfokus erforderlich. Um das notwendige Holzstück muss sich der Schamane im ältesten Teil des Silberwaldes bei verschiedenen Aufgaben, gestellt von den Geistern des Waldes, verdient machen. Anschließend muss er das Objekt mit den eigenen Händen anfertigen, wobei ihm jedoch die Hüter des Yinse Senlin behilflich sein dürfen. Der Paktfokus dient dann als materieller Fokus für einige Gebete und alle Manifestationen in diesem Bündnis. Zudem gewährt der Paktfokus besondere Kräfte, anhängig vom erreichten Bündnisrang, die als mystische Gaben gelten.
  • Rang 2: {Suchen} +1
  • Rang 4: {Suchen} +3
  • Rang 6: Rüstungsschutz +2
  • Rang 8: „Mystische Macht“ (1 × täglich) – Reichweite, Wirkungsbereich oder Wirkungsdauer eines Effekts aus diesem Bündnis können spontan beim Wirken um +75%, oder dessen Wirkungsstärke um +25% erhöht werden. Die Anpassung wird nach dem Einsatz von Erfolgspunkten vorgenommen.
  • Rang 9: „Spirituelle Inspiration“ (1 × täglich) – Durch Berührung können 2W4 MP aufgefrischt werden, egal welche Art und Methode der Magie das berührte Wesen beherrscht (Zeitaufwand: [3 AP / +9]). Der Charakter kann dies auch auf sich selbst anwenden und somit seine tägliche Auffrischung erheblich beschleunigen.
  • Rang 10: „Avatar des Silberwaldes“ (1 × wöchentlich) – Für [3W4 + PE-Ch] Runden sind alle Magieproben für Effekte aus diesem Bündnis bevorzugt und können nicht durch Antimagie unterbrochen oder unterbunden werden. Ihre MP-Kosten sowie ihr Aufwand werden halbiert (aufgerundet), wobei sich die Aktionsinitiative nicht ändert. Solange der Effekt wirkt, ist das Anrufungs-Intervall ausgesetzt, es kann jedoch auch kein anderes Bündnis genutzt werden. Einmal ausgelöst kann der Charakter diesen Zustand nicht vorzeitig verlassen. Nach Ende des Effekts darf Jiébái Zhǔ für 24 Stunden nicht mehr angerufen werden (Zeitaufwand: [4 AP / ±0]).