Dauerhafte Magie
Manche Magien bieten die Option statt einer festgelegten Wirkungsdauer eine dauerhafte Wirkung zu wählen. Dies ist vor allem bei arkanen Siegeln und klerikalen Glyphen üblich. Dauerhafte Magien bleiben bestehen, bis sie erfolgreich gebannt werden oder ihr Urheber sie freiwillig auflöst. Dies ist jedoch mit einem Preis verbunden: Nach der erfolgreichen Magieprobe werden die erschlossenen Magiepunkte des Anwenders permanent um [Grad] MP gesenkt. Der Charakter kann die verlorenen Magiepunkte allerdings auf normalem Wege zurückerlangen, indem er seine magische Kompetenz weiter übt und schließlich XP zur Steigerung aufwendet. Effektiv kosten dauerhafte Magien also Erfahrungspunkte und bremsen die Entwicklung des Charakters ein wenig.
Beispiel: Magier Alistair versieht den Boden seines Laboratoriums mit einem „Sphärensiegel“, um dieses vor außersphärischen Eindringlingen abzuschirmen. Da er den Zauber nicht alle paar Tage erneuern möchte, entschließt er sich den Effekt dauerhaft zu machen. Das mächtige Siegel ist ein Zauber des siebten Grades und somit entrichtet Alistair nicht nur 14 MP zum Wirken des Zaubers, sondern verliert zudem permanent 7 erschlossene Magiepunkte. Er verfügt jetzt über maximal 51 statt der vorigen 58 MP, doch wird er diesen Rückschlag in den kommenden Wochen sicherlich wieder aufholen können.
Der Anwender sollte daher stets abwägen, ob nicht auch die vorgegebene Wirkungsdauer für seine Zwecke ausreichend ist, bevor er sich für eine dauerhafte Investition entscheidet. In manchen Situationen mag es sinnvoller sein den Effekt in regelmäßigen Abständen zu erneuern. Doch gerade für sesshafte Charaktere könnte ein gewisser Effekt bedeutsam genug sein, dass sie nicht riskieren möchten eine rechtzeitige Erneuerung zu versäumen. Ebenso können Diener höherer Mächte das persönlichen Opfer in Form von MP als hingebungsvollere und würdigere Handlung erachten als das ständige Bitten um Erneuerung eines Effekts.
Der Urheber einer dauerhaften Magie kann diese auch freiwillig aus beliebiger Entfernung auflösen. Dazu bedarf es lediglich einer erneuten Magieprobe gegen einen SG in Höhe der Macht des Effekts, wobei jeder Versuch 15 Minuten in Anspruch nimmt. Gelingt die Magieprobe endet der dauerhafte Effekt und dem Urheber werden umgehend [Grad] MP aufgefrischt, magische Energie die noch im Effekt gebunden war. Der SL kann diesen Betrag jedoch auch mindern, wenn die Magie schon sehr lange aktiv war. Somit kann die Auflösung einer dauerhaften Magie auch aus der Not heraus geschehen, wenn der Urheber dringend MP benötigt. Selbstverständlich findet keine Auffrischung statt, wenn der Effekt durch Antimagie gebannt oder auf andere unfreiwillige Weise beendet wird. Das Maximum erschlossener MP wird durch die Auflösung natürlich auch nicht wieder erhöht.
Beispiel: Alistair hat einen sehr wichtigen und vertraulichen Brief an einen alten Kollegen gesendet, der selbst bei besten Bedingungen einige Wochen unterwegs sein wird. Um die Authentizität des Schreibens zu bestätigen und das Dokument vor neugierigen Blicken zu schützen, hat er es mit seinem „Arkanen Siegel“ versehen. Und um wirklich sicher zu sein, dass das Siegel bis zur Ankunft bestehen bleibt, hat er den Grad I Zauber als dauerhafte Magie gewirkt. Als er schließlich durch den Zauber erfährt dass der Brief angekommen ist und vom beabsichtigten Empfänger gelesen wurde, beschließt er sich das Siegel aufzulösen. Die Magieprobe ist kein Problem für ihn und nach 15 Minuten der Konzentration erhält Alistair 1 MP zurück, den er an diesem Tage noch für etwas anderes Einsetzen kann.
Eine dauerhafte Magie ist jedoch stets an die Lebenskraft des Urhebers gebunden und nach seinem Tode schwindet sie nach einiger Zeit. Insofern vom betreffenden Effekt keine Regelung für diesen Fall vorgesehen ist, entscheidet der SL anhand von Macht und Natur der jeweiligen Magie. Es kann normalerweise von [Grad] Jahren ausgegangen werden. Insbesondere Magie, die an bestimmte Gegenstände gebunden ist, kann jedoch deutlich länger halten, zehrt dabei jedoch an der Substanz des Gegenstands und macht ihn letztendlich unbrauchbar.
Sollte die Möglichkeit der Dauerhaftigkeit nicht bereits im Effekt enthalten sein, erlauben bestimmte metamagische Fähigkeiten dies im Nachhinein zu erreichen. In der arkanen Magie gibt es beispielsweise die Klassenfähigkeit „Ewiger Zauber“, die es erlaubt Zauber durch deutlich erhöhten Aufwand als dauerhafte Magie zu wirken.
Des Weiteren sei noch der Unterschied der „Dauerhaftigkeit“ zur „Permanenz“ erwähnt. Permanente magische Effekte sind sehr selten und man kann sie weder Bannen noch freiwillig Auflösen. Sie werden nach dem Wirken unwiderruflich Teil der Wirklichkeit, mindern allerdings nicht nur die erschlossenen MP, sondern auch die Obergrenze der maximal erreichbaren Magiepunkte.