Gesteinskunde (Spezialisierung)
| Kategorie: Bildung |
Zuordnung: | SW 1-3 allgemein, arkan SW 4-10 allgemein, arkan |
| Bezugsattribut: IN-Wissen | ||
| Komplexität: 6 | Assoziierte Fertigkeiten: Naturkunde, Wissenschaft | |
Diese Spezialisierung verleiht geologisches und mineralogisches Fachwissen entsprechend den Grundlagen der modernen Geologie. Damit können diverse Gesteine, Erze, Salze, Minerale und Metalle zuverlässig identifiziert, und deren spezifische Eigenschaften und potenzieller Nutzen in verschiedenen Anwendungsbereichen bewertet werden. Zudem lassen sich mit diesem Fachwissen unterschiedliche Bodenarten erkennen aber auch besondere Landschaftsmerkmale (wie beispielsweise Oberflächen-, Vegetations- und Gewässerformen) bestimmen und deren geologische Zusammenhänge bewerten, was sowohl praktisch als auch akademisch von Interesse sein kann. Wenn der Charakter im Feld arbeitet, Höhlen erforscht, das Gelände durchstreift und Proben direkt in der Wildnis untersucht, sollte Gesteinskunde mit der Fertigkeit „Naturkunde“ eingesetzt werden. Dann geht es um die praktische Anwendung des Wissens, das Identifizieren gefundener Edelsteine, die Abschätzung des Geländes, das Erkennen des Verlaufs einer Erzader im Fels, oder die Einschätzung der Einsturzgefahr eines alten, von Wasser unterspülten Stollens. Befindet sich der Charakter in einem akademischen Umfeld, wie einem Labor oder einer Gelehrtenstube, sollte Gesteinskunde mit der Fertigkeit „Wissenschaft“ eingesetzt werden, um Mineralien theoretisch zu klassifizieren, deren chemische Zusammensetzung zu analysieren, Kristallstrukturen zu vergleichen, Fossilien einer Epoche zuzuordnen oder erhaltene Messwerte mit etablierten geologischen Daten abzugleichen.
Der Schwierigkeitsgrad einer Probe hängt davon ab wie verbreitet eine fragliche Information, wie selten ein untersuchtes Gestein oder wie komplex ein geologischer Zusammenhang ist. Im Allgemeinen kann sich der SL an folgenden Richtlinien orientieren:
SG Information Beschreibung & Beispiele 5 Trivial Grundlegende geologische Fakten, die jedem Bürger mit etwas Naturerfahrung bekannt sein sollten (z.B. Unterscheidung von einfachen Gesteinen wie Sandstein, Granit und Schiefer; Identifikation weit verbreiteter Metalle wie Eisen, Kupfer oder Silber und häufig vorkommender Mineralien wie Quarz und Feldspat; Unterscheidung und Benennung grundlegender Landschaftsmerkmale (Berg, Tal, Ebene, Sumpf, Fluss, See, ...); Erkennen der grundsätzliche Bodenbeschaffenheit (lehmig, sandig, humushaltig, ...) 10 Gängig Geologisches Wissen mit direktem Alltagsbezug, das jedoch gewisse Erfahrung voraussetzt und daher bei Weitem nicht jedem Bürger bekannt ist (z.B. Erkennen ungewöhnlicher Gesteine, einfacher Schmucksteine und der Erze verbreiteter Metalle; Abschätzen der Eigenschaften einfacher Gesteinsarten bezüglich Härte, Beständigkeit und Spaltbarkeit und damit verbundene Bewertung der Einsatzmöglichkeiten; genauere Unterscheidung von Landschaftsmerkmale (Bergkette, Tafelberg, Hochebene, Heide, Moor, Bach, Fluss, Strom, ...); Bodenbeschaffenheit im Bezug auf alltägliche Anwendungen bewerten (Ackerboden, Baugrund, Brunnenbohrung, ...) 15 Anspruchsvoll Fachwissen, das gezieltes Studium oder umfassende Erfahrung voraussetzt (z.B. Erkennen seltener Gesteine, einfacher Edelsteine und der Erze ungewöhnlicher Metalle; Abschätzen diverser Gesteinsarten und Metalle bezüglich komplexerer physikalischer Eigenschaften wie Magnetismus, Leitfähigkeit oder Löslichkeit und damit verbundene Bewertung ihres Wertes und ihrer Einsatzmöglichkeiten; präzise Klassifizierung von Landschaftsmerkmalen und das Wissen um deren grundlegende geologische Zusammenhänge, wie etwa das Erkennen von unterirdischer Wasserläufe anhand der Oberflächengeologie, das Abschätzen der Tragfähigkeit eines Höhlenbodens aufgrund von Erosionsmustern oder die Vorhersage des Verlaufs einer Erzader im Fels; Planungen zur langfristigen und großflächigen Veränderung der Bodenbeschaffenheit anstellen (durch Düngung, Drainage, Aufschütten, ...) 20 Komplex Kritische Bewertung geologischer Zusammenhänge und naturwissenschaftliche Detailkenntnis der Eigenschaften von Mineralien (z.B. Bestimmung des genauen Reinheitsgrades eines Minerals oder Metalls; Kenntnis komplexer physikalischer und chemischer Eigenschaften von Mineralien und Metallen; Wissen um deren mögliche Veränderung durch spezielle Behandlung und Verarbeitung (Härtung durch Legieren, Aufbereiten zur Reinigung, Auftrennen in Bestandteile, ...); Interpretation besonderer Details von Landschaftsmerkmalen im größeren geologischen Kontext, wie etwa die Vorhersage tektonischer bzw. vulkanischer Aktivitäten anhand subtiler Gesteinsrisse, Abschätzen des Verlaufs eines unterirdischen Ganges anhand von Feuchtigkeit und Gesteinsstruktur oder die exakte Bestimmung der Belastungsgrenzen natürlicher Felsformationen; Maßnahmen zur gezielten Veränderung einzelner Aspekte der Bodenbeschaffenheit planen (Förderung bestimmter Vegetation, Anpassung des Säuregehalts, dynamische Durchlüftung oder Bewässerung...) 25 Abstrakt Betrachtung geologischer Fakten aus ungewöhnlichen Perspektiven, Knüpfen alternativer und neuartiger Zusammenhänge, sowie Anwendung spekulativer Theorien (z.B. Nachweis prähistorischer, magischer Katastrophen durch Anomalien im Gestein; Erschließung bisher unbekannter, exotischer Mineralien und deren potenzieller Nutzen; Erarbeitung von Synthesewegen zur künstlichen Herstellung bestimmter Mineralien; Formulierung theoretische Modelle zur langfristigen Prognose geographischer Veränderungen).
Insbesondere bei naturwissenschaftlichen Betrachtungen und Anwendungen kann es zu Überschneidungen mit {Alchimie} kommen. Prinzipiell sollten magische und übernatürliche Aspekte dieser Spezialisierung vorbehalten sein, während die Gesteinskunde auf bodenständige, wissenschaftlich eindeutig begründbare Aspekte beschränkt ist. Letztlich liegt es natürlich im Ermessen der SL, welche Herangehensweise zu welcher Erkenntnis und welchem Ergebnis führen kann.
Erfolgspunkte bei einer Fertigkeitsprobe mit Gesteinskunde können genutzt werden, um situative Vorteile zu erlangen. Jeder Vorteil kann auch mehrfach gewählt werden, insofern die Umstände dies erlauben (SL-Entscheid).
- 2 EP: Probewert +1 bei der nächsten handwerklichen Fertigkeitsprobe („Metallarbeiten“ oder „Metallarbeiten“), die sinnvollerweise von der erhaltenen Information profitieren könnte.
- 4 EP: Ein zusätzliches Detail zur erhaltenen Information erfahren, beispielsweise eine Besonderheit oder Schwachstelle des untersuchten Materials, oder ein ungewöhnliche Auffälligkeit des betrachteten Landschaftsmerkmals. Alternativ kann der SL auch eine andere Information preisgeben, die unmittelbar mit dem ursprünglichen Anliegen verknüpft ist.
- 6 EP: Probewert +[SG ÷ 5] (abgerundet) bei einer anschließenden „Orientierung“-Probe, wenn die erhaltene Information über das Gelände sinnvoll eingebracht werden kann.
- 10 EP: Der Spieler kann selbst einen sinnvollen Aspekt gleicher oder geringerer Komplexität zur Geologie der Spielwelt beitragen, oder ein Detail zu einem untersuchten Material ergänzen. Dies sollte mit dem ursprünglichen Anliegen des Charakters in Verbindung stehen oder die Erzählung auf andere Weise bereichern. Es steht dem SL frei korrigierend einzugreifen, sollten sich durch die Idee des Spielers Widersprüche mit bereits etablierten Fakten oder ausgearbeiteten Aspekten der Spielwelt ergeben.