Konsekration (Klassenfähigkeit)
Überklasse: klerikal
Art: Klassenfähigkeit (Zeremonie)
XP-Kosten: 500 XP × klerikaler Kostenfaktor
Voraussetzung: Hingabe oder Zugang zu klerikaler Magie; IN-Wissen 0; „Mystik“ auf FW 1
Beschreibung: Ein Charakter mit dieser Klassenfähigkeit hat die in seiner Religion übliche Zeremonie erlernt, um Objekten oder Substanzen nachhaltig sakrale Bedeutung zu verleihen. Je nach Gesinnung des Charakters ist das Objekt bzw. die Substanz anschließend geweiht (moralisch gute/neutrale Gesinnung) oder verflucht (moralisch böse/neutrale Gesinnung). Ein geweihtes Objekt birgt einen Vorteil für Benutzer und Umgebung oder kann für die gute Sache eingesetzt werden. So können beispielsweise Weihwasser und heilige Symbole mit moderatem Aufwand hergestellt, ein Werkzeug auf gutes Gelingen eingestimmt oder eine Waffe für einen bevorstehenden Kampf gegen böse Wesen gestärkt werden. Im Gegensatz dazu kann ein verfluchtes Objekt entweder einen nachteiligen Effekt auf Benutzer oder Umgebung haben oder für böse Zwecke eingesetzt werden. So helfen beispielsweise Opferblut und unheilige Symbole ihren Trägern beim Wirken böswilliger Magie während eine verfluchte Waffe dem Träger Unglück bringen mag oder besonders wirksam im Kampf gegen gute Wesen ist, vielleicht sogar beides zugleich.
Oftmals wird die Zeremonie im Kreise mehrerer Eingeweihter gemeinsam durchgeführt. Doch nicht nur jene, die Kenntnis von der Zeremonie haben, sondern jeder Teilnehmer der passenden Glaubens ist trägt zum Erfolg der Konsekration bei.
Auswirkung & Anwendung:
- Der Charakter kann Objekte und Substanzen in einer Zeremonie weihen oder verfluchen, abhängig von seiner Gesinnung.
- Dabei erfordert jede Art von Substanz (Wasser, Blut, Feuer, Saatgut, Speisen, ...), die Werkzeuge eines bestimmten Berufs (Schmiedewerkzeug, Fischereiutensilien, Kochgeschirr, ...) oder Waffengruppe (Dolche, Hammerwaffen, Bögen und Pfeile, ...) eine eigene Variante der Zeremonie. Der Charakter kennt [FW „Mystik“ + IN-Wissen] Varianten und kann so seine eigenen Schwerpunkte setzen. Bei der Steigerung des Fertigkeitswertes von „Mystik“ bzw. des Attributswertes von IN-Wissen darf er sein Repertoire entsprechend erweitern.
- Für eine Weihung müssen Objekte und Substanzen von guter Qualität und hoher Reinheit sein. So geht der Zeremonie oftmals eine gründliche Säuberung voraus. Für Weihwasser kommt beispielsweise nur reinstes, frisches Quellwasser in Frage, am Besten von einem heiligen Quellort oder von göttlicher Magie erschaffen. Auch für eine Verfluchung muss ein Objekt von guter Qualität sein, wenn es dem Träger auf irgendeine Weise von Vorteil sein soll. Die Reinheit spielt hier zwar keine Rolle, jedoch müssen Objekte und Substanzen düsteren, okkulten oder fragwürdigen Ursprungs sein, um in Frage zu kommen. Ein Gegenstand, der durch Betrug oder gar Mord erbeutet wurde, wäre ein gutes Beispiel, ebenso Blut, Knochen oder ähnliche Substanzen. Mit negativen Auswirkungen kann jedes beliebige Objekt belegt werden, wobei es bei der Verfluchung symbolisch befleckt oder verunreinigt wird. Etwaige Abweichungen von diesen Richtlinien können die Erfolgswahrscheinlichkeit empfindlich mindern oder gar ein automatisches Scheitern bewirken.
- Die Zeremonie muss an einem adäquaten spirituellen Ort durchgeführt werden. Ein Tempel oder Schrein der eigenen Höheren Macht ist stets angemessen. Für eine Weihung kann auch ein Ort der Ruhe und Idylle in Frage kommen, während eine Verfluchung an einem Ort der Dunkelheit und des Schreckens stattfinden kann.
- Bei mehreren Teilnehmern muss einer von ihnen die Leitung der Zeremonie übernehmen. Dieser hat normalerweise die höchste Position innerhalb einer etwaigen Hierarchie inne. Keiner der Teilnehmer darf eine dem Zweck gegenläufige Gesinnung haben. Bei einer Weihung dürfen also keine bösen Wesen teilnehmen, ebenso wie bei einer Verfluchung keine guten Wesen zugegen sein dürfen.
- Die Konsekration muss den Interessen der eigenen Höheren Macht dienen. Deren Einstellung zum gewählten Objekt bzw. etwaige symbolische oder ideologische Bedeutung bestimmt nämlich maßgeblich die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Durchführung der Zeremonie:
Einstufung Grundchance Erläuterung: Das Objekt bzw. die Substanz... essentiell 80% ...nimmt eine zentrale Rolle in Mythologie und Lehren der Religion ein; ...repräsentiert unmittelbar die Höhere Macht; ...ist für die Ausübung essentieller religiöser Aufgaben unabdingbar wichtig 65% ...ist ein wichtiges Symbol in Mythologie und Lehren der Religion; ...kann problemlos mit der Höheren Macht assoziiert werden; ...erleichtert die Ausübung wichtiger religiöser Pflichten maßgeblich relevant 50% ...kommt wiederholt als Element in Mythologie und Lehren der Religion vor; ...hat einen gewissen symbolischen Bezug zur Höheren Macht; ...ist bei der Ausübung typischer religiöser Aufgaben hilfreich akzeptabel 35% ...kommt zumindest nebensächlich in Mythologie und Lehren der Religion vor; ...ist mit Prinzipien und Symbolik der Höheren Macht vereinbar; ...kann bei der Ausübung religiöser Pflichten genutzt werden irrelevant 10% ...spielt in Mythologie und Lehren der Religion eigentlich keine Rolle ; ...steht kaum im Bezug zu Prinzipien und Symbolik der Höheren Macht; ...ist nur gelegentlich bei Ausübung religiöser Aufgaben relevant unangemessen -- ...steht in keinerlei Bezug zu religiösen Lehren, Idealen und Aufgaben oder ist diesen sogar gegenläufig; Eine Konsekration ist nicht möglich.
- Über die erfolgreiche Durchführung der Konsekration entscheidet ein Prozentwurf. Dabei wird die Grundchance zusätzlich durch die Teilnehmer der Zeremonie und dargebrachte Opfergaben beeinflusst. Ein adäquates Opfer in Höhe von 10% des Wertes des gewählten Objekts wird vorausgesetzt. Mehr oder weniger zu opfern wirkt sich entsprechend positiv oder negativ aus. Es gilt:
- +2% pro Rangpunkt des Zeremonieleiters im Erschaffungs- oder Heiligkeitszyklus (Weihung) bzw. Zerstörungs- oder Verderbenszyklus (Verfluchung). Es gilt stets nur der höchste Wert.
- +2% je weiterem Teilnehmer, der diese Klassenfähigkeit ebenfalls beherrscht. Er muss jedoch nicht die spezifische Variante der Konsekration kennen.
- +1% pro drei Rangpunkte dieser Teilnehmer im höchsten der genannten Zyklen. Hierzu werden die relevanten Rangpunkte der einzelnen Teilnehmer addiert und durch drei geteilt.
- +1% je fünf teilnehmender, motivierter Gläubiger, also jenen ohne Kenntnis der Konsekration, die jedoch von Herzen an die angerufene Höheren Macht glauben.
- -2% je ungläubigem Teilnehmer. Dazu zählen auch jene, die lediglich aus fehlgeleitetem Pflichtbewusstsein an der Zeremonie teilnehmen.
- +1% je zusätzlichem Prozentpunkt an Gegenwert der Opfergaben (z.B. +5% wenn der Wert der Opfergaben 15% des Wertes des Objekts entspricht bzw. 5 SM zusätzlich geopfert werden (s. u.)).
- -5% je mangelndem Prozentpunkt an Gegenwert der Opfergaben (z.B. -25% wenn der Wert der Opfergaben nur 5% des Wertes des Objekts entspricht; -50% wenn das Opfer ganz ausbleibt).
- Bei Gegenständen oder Substanzen geringen Wertes beträgt der minimale Gegenwert der Opfergabe 10 SM. Die zuvor genannten Modifikationen der Erfolgswahrscheinlichkeit beziehen sich dann auf jede fehlende oder zusätzlich erbrachte Silbermünze an Gegenwert der Opfergaben. Wenn das Ausbleiben eines Opfers durch andere Faktoren kompensiert wird, ist dies durchaus legitim und wird in keiner Weise als ungebührlich betrachtet. So wird vor allem die Konsekration kleiner Gegenstände oftmals im Kreise mehrerer Gläubiger oder im Zuge einer Andacht durchgeführt, ohne ein größeres Opfer zu erbringen.
- Der Zeitaufwand für die Zeremonie ist vor allem von Größe des Objekts und dessen Gewicht abhängig. Für sehr große und schwere Objekte kann eine Konsekration daher durchaus Tage oder gar Wochen dauern.
- Scheitert der Prozentwurf, ist eine Wiederholung erst nach erneutem, verdoppeltem Zeitaufwand zulässig. Dies gilt kumulativ für etwaige weitere Fehlschläge. Gegebenenfalls muss die Zeremonie ohne Ergebnis beendet werden. Letztlich ist der Fehler stets auf Seiten der Teilnehmer zu suchen. Verunreinigungen könnten übersehen worden sein oder man war nicht mit vollem Herzen bei der Sache. Bereits aufgewandte Opfergaben können natürlich nicht zurückgenommen werden.
- Bei Erfolg erfährt das Objekt bzw. die Substanz eine subtile aber wahrnehmbare Veränderung und erhält eine besondere, thematisch angemessene Eigenschaft (siehe unten). Die Stärke des verliehenen Effektes sollte sich nicht mit einem aufwändig erschaffenen magischen Gegenstand messen können. Sie entspricht in der Regel einem äquivalenten Grad von 0 oder I, letzteres jedoch nur, wenn die Wirkung auf bestimmte Wesen oder Situationen begrenzt ist.
- Die Wirkung der Konsekration verbleibt dauerhaft auf dem Objekt, solange es in Ehren gehalten wird. Bei geweihten Gegenständen führt eine vermeidbare Verschmutzung, die nicht binnen 5W12 Minuten behoben wird, oder mangelnder Respekt im Umgang zum Schwinden der Magie. Ein verfluchtes Objekt kann seine Wirkung durch eine symbolische Reinigung verlieren. Wird es beispielsweise mit einem Gebet an gute Mächte in normales Wasser oder Feuer geworfen wird, ist der Fluch nach 5W12 Minuten verflogen. Respektloser Umgang mit einem hilfreichen verfluchten Gegenstand kann außerdem dazu führen, dass sich die böswillige Kraft gegen den Benutzer wendet. Bei vielen Substanzen endet die Magie der Konsekration schlichtweg mit dem Verbrauch.
- Segen und Flüche können sich gegenseitig beeinflussen oder aufheben, doch allgemeine Antimagie wie „Magie bannen“ hat auf sie keine Wirkung.
- Entsprechende Erkenntnismagie enthüllt die schwache Präsenz von Magie und einer guten oder bösen Gesinnung um das Objekt.
Beispiele für geweihte Objekte und Substanzen
Ein geweihtes Objekt oder eine geweihte Substanz erfährt eine subtile aber wahrnehmbare positive Veränderung. Blankes wird etwas glänzender, Farbiges wird etwas intensiver, Klares wird schimmernder, Hartes wird griffiger, Weiches wird sanfter, Speisen werden wohlschmeckender, Getränke vollmundiger, usw. Neben dieser äußerlichen Veränderung erhält das Objekt nun auch eine besondere vorteilige Eigenschaft, die ganz von dessen Art und Verwendungszweck abhängt. Nicht immer muss sich die Weihung auch in Spielwerten äußern, manchmal ist es auch einfach ein gutes Gefühl, das mit der Benutzung eines geweihten Objektes einhergeht. Einige übliche Beispiele wären...
- Weihwasser: Die Herstellung dieser Substanz ist eine der wenigen regelmäßigen Anwendungen dieser Klassenfähigkeit. In hochwertigen Phiolen verwahrt behält es seine Eigenschaften unbegrenzt lange bei. Weihwasser findet in zahlreichen anderen Zeremonien, wie der Kindstaufe, Haussegnung oder Weihung anderer Objekte, sowie als Nutzkomponente vieler Gebete Verwendung. Es vermag untoten, infernalen und dämonischen Wesen durchdringenden Schaden zuzufügen (Direkter Schaden: 1W6 SP + 1W4 Rd/1 SP durch positive Energie; Indirekter Schaden: 1W4 SP/1mR durch positive Energie; Schaden pro Phiole). Auf den Boden gesprenkelt kann der Inhalt einer Phiole einen Bereich von 2 m Durchmesser für 10 Minuten zu einfach geweihtem Gebiet machen, welches von manchen bösen Wesen gemieden wird oder vielleicht sogar nicht passierbar ist. Es soll auch heilige Quellen geben, denen bereits geweihtes Wasser entspringt. Solches Weihwasser kann auch stärkere Wirkung besitzen.
- Salböl: Diese Substanz wird aus reinsten, geläuterten Pflanzenölen hergestellt und findet, als Alternative zu Weihwasser, in zahlreichen Zeremonien sowie als Nutzkomponente vieler Gebete Anwendung. Traditionell wird es vor allem in neutralen Priesterschaften dem Weihwasser vorgezogen. Seine besondere Wirkung entfaltet es vor allem als Grundlage von Schutzkreisen. Der Inhalt einer Phiole reicht aus, um einen Kreis von etwa 3 m Durchmesser oder eine Linie von 10 m Länge zu ziehen, welche als einfach geweihte gilt. Eine solche Linie kann von manchen bösen, beschworenen oder übernatürlichen Wesen nicht überschritten werden. Die Wirkung hält etwa eine Stunde vor, der Bereich im Inneren des Kreises oder jenseits der Linie bleibt jedoch unbeeinflusst. In ein Feuer gegossen, kann es dieses für 3W10 Minuten zu einem geweihten Feuer machen.
- Heiliges Symbol: Auch heilige Symbole werden regelmäßig in dieser Zeremonie hergestellt. Meist handelt es sich dabei um Anhänger, die um den Hals getragen werden, doch auch andere Formen als Insigne, Wappen und Banner sind möglich. Man erhält sie normalerweise zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung in einer klerikalen Berufung. Sie dienen nicht nur dem Glaubensbekenntnis sondern auch als materieller Fokus für viele Gebete. Die Berührung eines heiligen Symbols ist für untote, infernale und dämonische Wesen zumindest unangenehm und niedere Wesen dieser Art scheuen deren Nähe. So kann beispielsweise ein heiliges Symbol über dem Eingang eines Hauses schon einen gewissen Schutz vor bösen Mächten gewähren.
- Geweihtes Werkzeug: Für besondere Dienste kann einem Handwerker mitunter ein geweihtes Werkzeug seiner Profession verliehen werden. Solche Werkzeuge benötigen weniger Wartung, bleiben also besonders lange scharf, spitz oder hart. Auch lässt es sich mit ihnen angenehmer arbeiten, Schwielen an den Händen oder ungeschickte Verletzungen sind sehr selten und kommen dann auch nur durch Fahrlässigkeit zustande. Eine gewürfelte 1 bei Fertigkeitsproben wird bei der Interpretation des Ergebnisses ignoriert, eine gewürfelte 10 wird dabei besonders betont. Ansonsten erfährt das Werkzeug aber keine Boni. Die Berührung eines geweihten Werkzeugs ist für untote, infernale und dämonische Wesen zumindest unangenehm, weshalb sie diese nicht verwenden würden.
- Geweihte Waffe: Eine Waffe, der die Ehre dieser Zeremonie zuteil wurde, zählt im folgenden als einfach geweiht und ist damit in der Lage Wesen zu verletzen, denen normale Waffen nichts anhaben können. Ansonsten erfährt die Waffe aber keine Boni. Die Berührung einer geweihten Waffe ist für untote, infernale und dämonische Wesen zumindest unangenehm, weshalb sie diese nicht verwenden, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Sie können durchaus auch Abzüge beim Führen dieser Waffen erleiden. Wird eine Schusswaffe wie z.B. ein Bogen geweiht, entsprechen die Auswirkungen einem geweihten Werkzeug und kann für untote, infernale und dämonische Wesen auch Abzüge in der Handhabung mit sich bringen. Relevant für den Kampf ist meist jedoch nur die Weihung der Geschosse, also z.B. der Pfeile. Dafür ist jedoch die gleiche Variante der Zeremonie geeignet.
- Geweihtes Feuer: Bei dieser Substanz gilt das anfängliche Brennmaterial bezüglich des Gewichts zur Ermittlung der Erfolgschance. Einmal entzündet und geweiht muss es ständig mit hochwertigem Brennstoff am Leben gehalten werden. Erlischt es, ist auch die Weihung hinfällig. Flammen die direkt an ihm entzündet werden gelten ebenfalls als geweiht, doch diese wiederum können nur normales Feuer entzünden. Geweihtes Feuer leuchtet besonders warm und das Gebiet in seinem Lichtkreis gilt als einfach geweiht. Solches Feuer fügt untoten Wesen doppelten Schaden zu und kann auch böse Wesen normal verletzen, die eigentlich gegen Hitze immun sind. Es soll Tempel geben, in denen eine geweihte Flamme schon seit Jahrhunderten brennt. Diese ewigen Flammen können auch stärkere Wirkung besitzen.
- Geweihte Düfte oder Räucherwerk: Solche Substanzen werden durch die Weihe besonders wohlriechend und haben zudem eine leicht gesteigerte Wirkung, ob nun entspannend, erfrischend, wohltuend oder entrückend. Das Gebiet in dem der Duft oder Rauch deutlich wahrzunehmen ist, gilt als einfach geweiht, was durchaus ganze Räume und Hallen betreffen kann. Allerdings verfliegen diese Substanzen auch vergleichsweise schnell.
- Geweihte Speisen und Getränke: Diese Substanzen werden eigentlich nur zur Verwendung in weiteren Zeremonien hergestellt, etwa geweihtes Brot oder geweihter Wein. Sie sind besonders bekömmlich, außer für böse Wesen, die einen bitteren Nachgeschmack empfinden. Untote, infernale und dämonische Wesen würden bei ihrem Verzehr jedoch Vergiftungserscheinungen erleiden (Übelkeit, Schwäche, Erbrechen, trotz Immunität Schaden durch Gift).
- Geweihtes Saatgut: Manchmal erhalten Bauern als Dank für ihre Gastfreundschaft geweihtes Saatgut von einem wandernden Gottesmann. Dieses keimt besonders schnell und auch in kargen Böden, erweist sich widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Schädlinge und trägt stets gute Frucht. Die daraus bereitete Nahrung besitzt jedoch keine besonderen Eigenschaften und auch daraus gewonnenes Saatgut ist normal.
Beispiele für verfluchte Objekte und Substanzen
Ein verfluchtes Objekt oder eine verfluchte Substanz erfährt eine subtile aber wahrnehmbare düstere oder negative Veränderung. Blankes wird matter, Farbiges wird dunkler, Klares wird stumpfer, Hartes wird rauer, Weiches wird gröber, Speisen werden geschmacklos, Getränke schal, usw. Neben dieser äußerlichen Veränderung erhält das Objekt nun auch eine besondere bösartige Eigenschaft, die ganz von dessen Art und Verwendungszweck abhängt. Nicht immer muss sich die Verfluchung auch in Spielwerten äußern, manchmal ist es auch einfach ein ungutes Gefühl, das mit der Benutzung eines verfluchten Objektes einhergeht. Einige übliche Beispiele wären...
- Opferblut: Die Herstellung dieser Substanz ist eine der wenigen regelmäßigen Anwendungen dieser Klassenfähigkeit. In geschwärzten Phiolen verwahrt behält es seine Eigenschaften unbegrenzt lange bei. Dieses böse Äquivalent zu Weihwasser wird aus dem Blut eines Tiers oder gar Humanoiden gewonnen, welcher im Zuge der Zeremonie der Höheren Macht geopfert wird. Anschließend findet es in anderen Zeremonien Verwendung, etwa zum Verfluchen anderer Objekte, und wird als Nutzkomponente vieler dunkler Gebete genutzt. Es vermag Celestiern, Unar und Nethren durchdringenden Schaden zuzufügen (Direkter Schaden: 1W6 SP + 1W4 Rd/1 SP; Indirekter Schaden: 1W4 SP/1mR durch negative Energie; Schaden pro Phiole). Auf den Boden gesprenkelt kann der Inhalt einer Phiole einen Bereich von 2 m Durchmesser für 10 Minuten zu einfach verfluchtem Gebiet machen, welches von manchen guten Wesen gemieden wird oder vielleicht sogar nicht passierbar ist. Es soll auch unheilige Quellen geben, denen bereits Opferblut entspringt. Solches Opferblut kann auch stärkere Wirkung besitzen.
- Bannasche: Diese Substanz wird durch das zeremonielle Verbrennen giftiger Pflanzenteile und Knochen hergestellt und findet, zu feinstem Pulver zermahlen, in zahlreichen anderen Zeremonien sowie als Nutzkomponente vieler Gebete Anwendung. Seine besondere Wirkung entfaltet sie vor allem als Grundlage von Schutzkreisen. Der Inhalt einer Phiole reicht aus, um einen Kreis von etwa 3 m Durchmesser oder eine Linie von 10 m Länge zu ziehen, welche als einfach verflucht gilt. Eine solche Linie kann von manchen guten, beschworenen oder übernatürlichen Wesen nicht überschritten werden. Die Wirkung hält etwa eine Stunde vor, der Bereich im Inneren des Kreises oder jenseits der Linie bleibt jedoch unbeeinflusst. In ein Feuer gestreut, kann es dieses für 3W10 Minuten zu einem unheiligen Feuer machen.
- Unheiliges Symbol: Auch unheilige Symbole werden regelmäßig in dieser Zeremonie hergestellt, wobei sich die Jünger dunkler Religionen hüten werden ihre Symbole selbst als „unheilig“ zu bezeichnen. Meist handelt es sich dabei um Anhänger, die um den Hals getragen werden, doch auch andere Formen als Insigne, Wappen und Banner sind möglich. Man erhält sie normalerweise zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung in einer klerikalen Berufung. Sie dienen nicht nur dem Glaubensbekenntnis sondern auch als materieller Fokus für viele Gebete. Die Berührung eines unheiligen Symbols ist für Celestier, Unar und Nethren zumindest unangenehm und niedere Wesen dieser Art scheuen deren Nähe. So kann beispielsweise ein unheiliges Symbol über einem Eingang schon einen gewissen Schutz vor guten Mächten gewähren.
- Verfluchtes Werkzeug: Für eine Beleidigung oder mangenden Respekt könnte das Werkzeug eines Handwerkers heimlich oder offen verflucht werden. Ein solches Werkzeug benötigt häufiger Wartung, wird also schneller stumpf, krumm, oder schartig. Die Arbeit mit ihm fühlt sich unerklärlich mühsamer an und Schwielen an den Händen oder ungeschickte Verletzungen geschehen öfter, selbst wenn man Vorsicht walten lässt. Eine gewürfelte 2 bei Fertigkeitsproben wird bei der Interpretation des Ergebnisses wie eine gewürfelte 1 behandelt und bei einer tatsächlichen gewürfelten 1 fügt sich der Handwerker sogar stets Schmerz zu. Trotz negativer Erfahrung fühlt sich der Besitzer jedoch oft nicht in der Lage sich des verfluchten Gegenstands zu entledigen. Ansonsten erfährt das Werkzeug aber keine Abzüge. Die Berührung eines verfluchten Werkzeugs ist für Celestier, Unar und Nethren zumindest unangenehm, weshalb sie diese nicht verwenden würden.
- Verfluchte Waffe: Es gibt zwei Möglichkeiten wie sich die Verfluchung einer Waffe auswirken kann. Die Erste entspricht der verfluchter Werkzeuge (siehe oben). Die Zweite stärkt die Waffe für den Kampf gegen das Gute. Sie zählt im folgenden als einfach verflucht und ist damit in der Lage Wesen zu verletzen, denen normale Waffen nichts anhaben können. Ansonsten erfährt die Waffe aber keine Boni. Es kann sogar sein, dass der Träger negative Auswirkungen zu spüren bekommt und sei es nur ein ungutes Gefühl, wann auch immer er die Waffe berührt. Die Berührung einer verfluchten Waffe ist für Celestier, Unar und Nethren unangenehm, weshalb sie diese nicht verwenden, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Sie können durchaus auch Abzüge beim Führen dieser Waffen erleiden.
- Unheiliges Feuer: Bei dieser Substanz gilt das anfängliche Brennmaterial bezüglich des Gewichts zur Ermittlung der Erfolgschance. Einmal entzündet und verflucht muss es ständig mit hochwertigem Brennstoff am Leben gehalten werden. Erlischt es, ist auch die Verfluchung hinfällig. Flammen die direkt an ihm entzündet werden gelten ebenfalls als verflucht, doch diese wiederum können nur normales Feuer entzünden. Verfluchtes Feuer zeichnet sich durch unnatürlich gefärbte Flammen und oftmals dichten Rauch aus. Das Gebiet in seinem Lichtkreis gilt als einfach verflucht. Solches Feuer kann auch gute Wesen normal verletzen, die eigentlich gegen Hitze immun sind. Es soll Tempel geben, in denen eine verfluchte Flamme schon seit Jahrhunderten brennt. Diese unheiligen Flammen können auch stärkere Wirkung besitzen.
- Unheilige Dämpfe oder Räucherwerk: Solche Substanzen werden durch die Verfluchung besonders intensiv, wenn nicht gar beißend oder penetrant, und haben zudem eine leicht gesteigerte Wirkung, ob nun betörend, entrückend, schädlich oder vertreibend. Das Gebiet in dem der Duft oder Rauch deutlich wahrzunehmen ist, gilt als einfach verflucht, was durchaus ganze Räume und Hallen betreffen kann. Allerdings verfliegen diese Substanzen auch vergleichsweise schnell.
- Unheilige Speisen und Getränke: Diese Substanzen werden eigentlich nur zur Verwendung in weiteren Zeremonien hergestellt, etwa Blutwein. Sie schmecken bitter und verursachen bei guten Wesen sogar Übelkeit. Celestier, Unar und Nethren würden bei ihrem Verzehr Vergiftungserscheinungen erleiden (Schwäche, Schwindel, trotz etwaiger Immunität Schaden durch Gift).
- Verfluchtes Salz: Diese Substanz kann als Strafe für einen Frevel oder Schmähung in einem Beet oder Acker verstreut werden und beraubt den Boden langfristig seiner Fruchtbarkeit. Bereits gewachsene Pflanzen gehen ein und verkümmern, ihre Saat wird unfruchtbar, ihre Früchte bitter. Die nächste Ernte auf diesem verfluchten Boden wird sehr mager ausfallen, wenn die Samen überhaupt gedeihen. Im folgenden Jahr wird der Boden jedoch zu seiner normalen Fruchtbarkeit zurück kehren. Auch großzügig versprenkeltes Weihwasser kann diesen Fluch beenden.