Zauberschulen
Wie viele wissenschaftlich orientierte Disziplinen strebt auch die arkane Magie nach Unterteilungen und Definitionen, welche einen theoretischen Diskurs erleichtern. Daher werden alle bekannten magischen Effekte in Gruppen eingeteilt, sei es nach ähnlicher Wirkung oder nach oder gleichen theoretischen Grundlagen. Da sich basierend auf diesen Einteilungen Organisationen entsprechender fachlicher Spezialisierung entwickelt haben, nennt man sie Zauberschulen oder Schulen der Magie. Viele Effekten lassen sich auf mehren Wegen erreichen, wodurch die Zugehörigkeit eines Zaubers zu mehr als einer Schule keine Seltenheit ist.
Im Laufe der Zeit gab es jedoch verschiedene Ansichten und Meinungen nach welchen Kriterien und Gesichtspunkten die Einteilung magischer Effekte zu erfolgen habe. In den Völkern der Menschen setzten sich letztendlich zwei Ideen durch: Die Schulen des Westens und die Schulen des Ostens. Beide Systematiken unterteilen ihre Schulen zusätzlich noch in so genannte „Konzepte“, um eine noch genauere theoretische Unterscheidung der Effekte zu ermöglichen. Die Menschen waren jedoch nicht die einzigen, die solche Überlegungen anstellten. Die Völker der Elfen haben beispielsweise schon seit je her eine viel weniger bürokratisch anmutende, breiter gefasste Einteilung der Magie.
Man sollte jedoch beachten, dass es sich bei den verschiedenen Systematiken der Zauberschulen lediglich um unterschiedliche Blickwinkel auf die gleiche Sache handelt. Keine der genannten Betrachtungsweisen kann Perfektion für sich in Anspruch nehmen oder schließt die Richtigkeit anderer Theorien aus. In allen gibt es Grenzfälle, die nur schwer einzuordnen sind oder sich gar jedweder Erfassung entziehen. Und doch haben alle Systematiken der Schulen der Magie ihre Berechtigung. Letztlich kann ein magischer Effekt auf vielerlei Weise zu Stande gebracht und erklärt werden.
Auch wenn ein Charakter um mehrere Systematiken weiß, ist er was die Einteilung und Handhabung seiner eigenen Zauber betrifft an eine von ihnen gebunden. Dies ist dann stets die Systematik, die mit der Hintergrundgeschichte des Charakters in Einklang ist, also in der Kultur vorherrscht, aus welcher er stammt.
Schulen des Westens
Die Schulen des Westens nahmen ihren Ursprung in den Alten Reichen Evirion und Brandur, aus deren Ruinen das Westliche Kaiserreich Erun hervorging, und wurden einst auch in Cathos, Ragan und Isdar übernommen. Damit bedient sich zweifelsohne der Großteil der Magier Iunas dieser Systematik. Sie begründet sich auf wissenschaftlich-philosophischen Überlegungen bezüglich Ziel und Zweck eines magischen Effektes. Im Vordergrund steht also was ein Zauber bewirken soll und wie er dies tut. Durch diese relativ offene Definition ergeben sich neben einleuchtenden Gegensätzen auch Überschneidungsbereiche zwischen den Zauberschulen. Schematisch werden die Schulen des Westens daher stets als Okagramm dargestellt: An jeder Spitze des achtzackigen Sterns die Rune einer Zauberschule. So kann von „entgegengesetzten“ und „benachbarten Schulen“ gesprochen werden, wobei jede Schule einige Parallelen zu ihren Nachbarn aufweist. Die Universelle Schule wird theoretisch dem Zentrum des Achtsterns zugeordnet, doch wegen der symbolischen Bedeutung der Neun als dämonische Zahl wird von solch einer Darstellungsweise mit neun Runen abgesehen.
Schule Konzepte Beschreibung (Universell) - grundlegende Zauber; allgemeines arkanes Handwerkszeug; nicht anders klassifizierbare Zauber Bannmagie Intervention magische Effekte aufheben; beschworene Wesen verbannen; Anwendung von Magie einschränken Prävention vorbeugenden Schutz verleihen; Unterstützung gewähren; Kraftfelder errichten Beschwörung Projektion voll handlungsfähige materielle Abbilder von Spärenwesen beschwören Portation Tore in andere Sphären etablieren und so Sphärenwesen tatsächlich herbeiholen Konvokation bereits anwesende reale Wesen aus der Umgebung herbeirufen Inkarnation gezielt besondere Fähigkeiten mächtiger Sphärenwesen entfesseln Divination Gnostik Dinge und Sachverhalte im momentanen Blickfeld des Magieanwenders entdecken und erkennen Hermetik temporär oder dauerhaft konkretes Wissen erlangen Mantik Vergangenes, Zukünftiges und Gegenwärtiges außerhalb der eigenen Reichweite erfahren Illusion Phantom Sinne durch erschaffene Bilder, Geräusche, Gerüche und Geschmäcker täuschen Halluzination Wahrnehmung bei ausgewählten Wesen gezielt und umfassend manipulieren Zerrbild offensichtliche Illusionen zur Verwirrung und Ablenkung erzeugen Nekromantie Vita Lebensenergie erhalten, übertragen oder vernichten Anima Totengeister im Diesseits und Jenseits anrufen und befehligen Obscura Effekte moralischer Zweifelhaftigkeit oder grausigen Erscheinens bewirken Thaumaturgie Evokation ursprüngliche Energien für offensive oder destruktive Zwecke entfesseln Kreation reinen Energien zu defensiven Zwecken Gestalt und Form verleihen Veränderung Verzerrung Zeit und Raum sowie die Gesetzmäßigkeiten der gegenwärtigen Realität manipulieren Verschiebung Wesen und Objekte durch Raum und Zeit bewegen Verwandlung Objekten und Wesen in Gestalt, Größe und Gewicht verändern oder Substanzen unmwandeln Zauberei Bezauberung durch geistige Manipulation das Verhalten und Handeln von Wesen beeinflussen Verzauberung Wesen und Objekten Eigenschaften und Fähigkeiten verleihen oder diese schwächen
Schulen des Ostens
Im Osten Iunas, in N'baia und La'Tien sowie auf dem Halbkontinent Yarek und den Inselreichen der östlichen Meere folgt man der Systematik der Schulen des Ostens. Sie gehen ebenfalls auf die Alten Reichen zurück, jedoch auf deutlich abstraktere philosophische Theorien, deren genaue Ursprünge umstritten sind. Das Kriterium der Einteilung ist hier die Frage nach dem kosmischen Ursprung eines magischen Effekts, oder genauer aufgeschlüsselt: Woher bezieht ein Zauber seine Energie? Welche metaphorischen Eigenschaften werden mit diesem Ort assoziiert? Und in welcher Form manifestiert sich diese Energie schließlich? Innerhalb der Schulen des Ostens unterscheidet man so die vier elementaren und die vier kosmischen Zauberschulen. Dies mutet im Vergleich zu den Schulen des Westens deutlich weniger wissenschaftlich, sondern eher philosophisch oder gar spirituell an. Die Universelle Schule wird auch in dieser Systematik nicht als eigenständige Schule gesehen. Durch den Bezug auf die Elemente und kosmischen Prinzipien ergeben sich klare Gegensätze innerhalb der beiden Kategorien, jedoch auch einige Überschneidungen zur jeweils anderen. Das Konkurrenzdenken zwischen den Vertretern der einzelnen Schulen ist allerdings sehr viel ausgeprägter als im Westen und Feindschaften aufgrund gegensätzlicher Spezialisierung sind keine Seltenheit.
Schule Konzepte Beschreibung (Universell) - grundlegende Zauber; allgemeines arkanes Handwerkszeug; nicht anders klassifizierbare Zauber Feuermagie Flamme Erzeugen und Beeinflussen von Flammen; direkte Entfesslung von Hitzeenergie; Beschwörung von Feuerwesen Glut Lichteffekte zur Beleuchtung und Blendung; Rauch, Asche und Magma manipulieren; Wesen stärken und besondere Attacken ermöglichen Erdmagie Fels Manipulation von anorganischen Materialien wie z.B. Stein, Metall und Glas; Terrain beeinflussen; Magnetismus und Gravitation; physische Schutzeffekte Pflanze Manipulation von organischen Materialien wie z,B. Holz, Papier und Wolle; Pflanzen und Vegetation beeinflussen; Gifteffekte Wassermagie Liquid Manipulation und Erschaffung von Flüssigkeiten (z.B. Wasser, Säure, Lauge); Beschwörung von Wasserwesen Frost Herbeirufen von reiner Kälteenergie, Schnee und Eis; Wesen schwächen und Handlungen einschränken Luftmagie Wind direkte Manipulation der Luft in näherer Umgebung (z.B. Windböen, Atem gewähren); Bewegungs- und Transporteffekte (z.B. Hast, Fliegen, Teleport) Wetter Bewirken meteorologischer Veränderungen (z.B. Wolken, Nebel, Regen, Sturm); zielgerichtetes Entfesseln von Elektrizität Æthermagie Zorn Entfesseln von gerichteten, nicht-elementaren Energien zur Offensive (z.B. Druckwellen, Energiestrahlen) Ruhe Herbeirufen nicht-elementarer Energien zum Schutz (z.B. Kraftfelder, Barrieren), sowie zum Erschaffen und Verzaubern von Objekten Astralmagie Einsicht Beeinflussung der Sinne, sowohl zur Erweiterung als auch Einschränkung der Wahrnehmung (z.B. Gedanken lesen, Magie entdecken, Blindheit) Kontrolle direkte Beeinflussung von Denken und Handeln, aber auch von wirkender Magie (z.B. Festhalten, Beherrschung, Antimagie) Traummagie Phantasie Beeinflussung von Gefühlen, Schlaf und Träumen; bezaubernde Effekte (z.B. Schlafzauber, Verwirrung, Traumwandeln) Realität dimensionale Manipulation durch Interferenz mit der Traumsphäre (z.B. Raum- und Zeiteffekte, Beschwörung, Portale) Schattenmagie Schein scheinbare Beeinflussung der Realität (z.B. Phantome, Dunkelheit, Furcht) Sein tatsächliche Beeinflussung der physischen und spirituellen Realität (z.B. Gestaltwandel, Flüche, Visionen)
Schulen der Elfen
Die Elfen pflegen schon seit je her einen sehr unbürokratischen Umgang mit der arkanen Magie. Ihre Einteilung folgt lediglich der Überlegung nach dem effektiven Ziel eines Zaubers, ob nun ein Wesen, ein Objekt, eine Energieform oder die Umgebung. Anders als bei den Menschen gab es nie Zerwürfnisse über diese Systematik. Allerdings wurden Laufe der Jahrtausende durch gefährliche Neugier und fehlgeleitete Ambitionen so manche Zauber geschaffen, derer sich kein Elf des Lichts freiwillig bedienen würde. Diese Zauber werden in der „Verbannten Schule“ zusammengefasst, quasi als „schwarze Liste“ der elfischen Magie. Der Bruch mit diesem selbst auferlegten Verzicht war einst der Grund für die Verbannung einiger machthungriger Elfen, die eine Einschränkung ihrer Magie nicht weiter hinnehmen wollten. Sie wurden schließlich in ihrem unterirdischen Exil zum Volk der Dunkelelfen, welche die verbannten Zauber ohne Skrupel nutzen.
Schule Bedeutung Beschreibung Ilyenas Die Kunst Aller grundlegende Zauber; nicht anders klassifizierbare Zauber Ciorenas Die Kunst des Lebenden Zauber, die lebende Wesen und Organismen direkt beeinflussen Ormaenas Die Kunst der Dinge Zauber, die unbelebte Materie, Gegenstände und Objekte direkt beeinflussen Ninquenas Die Kunst des Reinen Zauber, die elementare Energien und deren Vermischungen direkt nutzen Ardhenas Die Kunst des Gebiets Zauber, die eine gewisse Umgebung beeinflussen und indirekte Effekte bewirken Edlennas Die verbannte Kunst Schwarze Magie, der sich kein Elf des Lichts freiwillig bedienen würde