Chaotisch Neutral

Aus IUNA-RPG
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Die folgende Beschreibungen dieser Gesinnung ist lediglich eine idealisierte Interpretation, die als Richtlinie und Beispiel dienen soll. Ein Charakter muss daher natürlich nicht in allen Belangen mit diesen Ausführungen übereinstimmen, um dieser Gesinnung anzugehören. In der Regel genügen einige Gemeinsamkeiten unter Einhaltung der Grundidee um die Zuordnung angemessen zu rechtfertigen.

Ein chaotisch neutraler Charakter handelt stets nach seinen Stimmungen und Launen. Er tut wenn möglich immer nur das, wozu er gerade Lust hat. Gut und Böse, Recht und Unrecht sind für seine Entscheidungen eigentlich ohne Belang, einzig ausschlaggebend ist das eigene Wohlergehen und das Ausschöpfen des Augenblicks. Allerdings legt er es auch nicht gezielt darauf an, dass andere durch sein Tun zu Schaden kommen. Auf Zwang reagiert der Charakter mit Widerstand, Auflehnung und Trotz, an Regeln und Vereinbarungen hält er sich, wenn überhaupt, nur solange er es als nötig erachtet. Folglich ist er kaum berechenbar, allerdings für jene, die wissen wie, auch in gewissem Maße zu manipulieren. Der Umgang mit ihm ist äußerst schwierig und erfordert nicht selten ein gutes Maß an Gelassenheit und Geduld. Positiv gesehen ist er aufgeschlossen, spontan, temperamentvoll und unternehmenslustig, negativ gesehen ist er unzuverlässig, opportunistisch, egoistisch und sehr launisch. Er ist stets offen gegenüber Neuem und Veränderung, festgefahrene Strukturen stoßen ihn ab. Neue Freund- und Bekanntschaften schließt er schnell, und sieht er in jemandem einen wahren Freund, ist er ihm auch treu. Jedoch kann eine als Kränkung verstandene Tat oder Äußerung diese Freundschaft auch bald wieder beenden. Er ist schnell für etwas zu begeistern, doch diese Begeisterung hält oft nicht sehr lange an. Wittert er eine Gelegenheit aus einer Situation persönlichen Nutzen ziehen zu können, zögert er meist nicht lange und greift zu, die Konsequenzen sind dabei zunächst eher von minderem Interesse, was natürlich ein böses Erwachen nicht ausschließt. Anerkennung genießt er und die Möglichkeit sich selbst dramatisch in Szene zu setzen wird selten ausgelassen. Seine Handlungen sind für Außenstehende selten wirklich nachvollziehbar, weshalb Charaktere mit dieser Gesinnung manchmal auch als exzentrisch oder verrückt angesehen werden könnten.

Beispiel: Ein chaotisch neutraler Charakter befindet sich am späten Abend in seinem Zimmer im ersten Stockwerk eines Gasthauses. Im Schein einer Kerze sitzt er an einem kleinen Tisch, in ein Buch vertieft. Geräusche aus der schmalen Gasse zwischen dem Gasthaus und dem Nachbargebäude lassen ihn aufhorchen. Er blickt aus dem Fenster und sieht wie dort unten im Halbdunkel ein Mann von zwei anderen brutal zusammengeschlagen wird. Es wären verschiedene Motivationen einzugreifen denkbar. Entweder könnte das Opfer den Eindruck eines reichen Mannes machen, von dem vielleicht eine Belohnung zu erwarten ist, oder das Opfer ist dem Charakter spontan sympathisch und erweckt sein Mitgefühl oder aber die Lektüre ist doch nicht so fesselnd wie gedacht und dieser Zwischenfall kommt dem Charakter als abenteuerlicher Höhepunkt eines eher eintönigen Tages gerade recht. Er schnappt sich seine Waffe, öffnet das Fenster und versucht einen der Angreifer schon mal mit einem gezielten Messerwurf außer Gefecht zu setzen. Danach schwingt er sich hinab und greift den anderen, hoffentlich überraschten Schläger ohne zu zögern an. Sind die beiden ausgeschaltet oder vertrieben, hilft er dem Opfer auf. Er wird versuchen einen Vorteil aus der Situation zu gewinnen, sei es in Form einer finanziellen Belohnung, eines neuen Freundes, der ihm nun ein Bier ausgibt, oder zumindest einer guten Geschichte, mit der er vor anderen Freunden prahlen kann. Sollte er von der Reaktion des Opfers enttäuscht werden, so dürfte sich dies langfristig auf seine Hilfsbereitschaft in ähnlichen Situationen auswirken. Auf die Idee die Stadtwache zur Konfliktlösung hinzuzuziehen ist er gar nicht erst gekommen. Natürlich könnte er das Ganze auch von vorneherein ignorieren.