Neutral Böse

Aus IUNA-RPG
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Die folgende Beschreibungen dieser Gesinnung ist lediglich eine idealisierte Interpretation, die als Richtlinie und Beispiel dienen soll. Ein Charakter muss daher natürlich nicht in allen Belangen mit diesen Ausführungen übereinstimmen, um dieser Gesinnung anzugehören. In der Regel genügen einige Gemeinsamkeiten unter Einhaltung der Grundidee um die Zuordnung angemessen zu rechtfertigen.

Ein neutral böser Charakter interessiert sich vor allem für sich selbst, sein eigenes Vorankommen und seinen persönlichen Erfolg. Seine Handlungsweise kann nur als kalt und berechnend beschrieben werden, so etwas wie Gewissensbisse sind ihm weitestgehend fremd. Wenn er etwas plant, dann hat es Hand und Fuß und ist auf besondere Effektivität getrimmt. Übermäßig spontane Aktionen, welche lediglich die Chancen auf einen Erfolg mindern würden, sind nicht seine Art. Die Zusammenarbeit mit anderen kann ein gutes Mittel sein um die eigenen Ziele schneller und mit gemindertem persönlichem Risiko zu erreichen. Dabei handelt es sich jedoch hauptsächlich um reine Zweckgemeinschaften, die oft nur von kurzem Bestand sind. Auf übermäßige soziale Bindungen und echte Freundschaften kann der Charakter weitestgehend verzichten, wobei er trotzdem die Vorteile und Sicherheiten, die eine Gruppierung oder Organisation bieten kann, zu schätzen weiß. Auf einen Aufstieg innerhalb einer solchen Organisation kommt es ihm aber nicht wirklich an. Er befolgt ihre Regeln, solange sie ihm nicht zu umfassend und einschränkend erscheinen und zieht den größtmöglichen Vorteil daraus. Ansonsten ist ihm die Organisation an sich relativ egal. Findet er anderswo ein attraktiveres Angebot, binden ihn keine Gefühle der Zugehörigkeit. Ein Charakter dieser Gesinnung ist oft korrupt und bereit für eine entsprechende Bezahlung alles zu tun, ob nun legal oder illegal. Je höher das persönliche Risiko, desto höher ist auch sein Preis. Diesem Charakter Vertrauen entgegenzubringen ist ein Wagnis und nicht selten ein großer Fehler. Er hat in der Regel keine Skrupel seine „Freunde“ und Gefährten zu verraten, wenn es ihm nützt. Er ist bestrebt aus jedem Konflikt mit einem Minimum an Aufwand und Gefahr sowie einem Maximum an Effektivität und Nutzen hervorzugehen. Wenn es sich vermeiden lässt, geht er keine direkte Konfrontation ein. Kann er ein Problem (oder eine Person) subtil und unauffällig beseitigen, so ist ihm das allemal lieber. Lohnt sich eine Auseinandersetzung seiner Meinung nach nicht, so wird er sich auch auf keinen Streit einlassen. So etwas wie gekränkten Stolz weiß er gut zu überspielen, denn wiegt sich der andere in Sicherheit, kann die Rache immer noch kalt serviert werden.

Beispiel: Ein neutral böser Charakter befindet sich am späten Abend in seinem Zimmer im ersten Stockwerk eines Gasthauses. Im Schein einer Kerze sitzt er an einem kleinen Tisch, in ein Buch vertieft. Geräusche aus der schmalen Gasse zwischen dem Gasthaus und dem Nachbargebäude lassen ihn aufhorchen. Er blickt aus dem Fenster und sieht wie dort unten im Halbdunkel ein Mann von zwei anderen brutal zusammengeschlagen wird. Der Charakter registriert die Szene und liest dann gleichgültig weiter. Sollte sich nicht irgendetwas von persönlichem Interesse an den Kontrahenten finden, ist es ihm schlichtweg egal. Ein solches persönliches Interesse könnte darin begründet sein, dass er einen der Beteiligten kennt, ein alter Freund oder Feind, oder er ein besonderes Detail entdeckt, etwa ein Symbol an der Kleidung eines Angreifers. Ein Eingreifen des Charakters bestünde dann vielleicht darin hinunterzugehen, zu warten, bis die beiden mit dem Opfer fertig sind und dann mit ihnen zu reden, abzurechnen o. ä.