Rechtschaffen Böse

Aus IUNA-RPG
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Die folgende Beschreibungen dieser Gesinnung ist lediglich eine idealisierte Interpretation, die als Richtlinie und Beispiel dienen soll. Ein Charakter muss daher natürlich nicht in allen Belangen mit diesen Ausführungen übereinstimmen, um dieser Gesinnung anzugehören. In der Regel genügen einige Gemeinsamkeiten unter Einhaltung der Grundidee um die Zuordnung angemessen zu rechtfertigen.

Für einen rechtschaffen bösen Charakter sind Ordnung, Gesetz und Organisation hauptsächlich ein Mittel zum Zweck. Sie ermöglichen jenen, die zum Herrschen geboren sind, sich über den gewöhnlichen Rest zu erheben und ihre besonderen Ansprüche geltend zu machen. Die Abgrenzung zwischen Herr und Diener muss dabei so klar wie möglich sein. Ein System, das auf Macht, Geld und Stärke basiert, ist ganz nach dem Geschmack des Charakters und wird von ihm als Autorität anerkannt. Aber auch in anderen Gesellschaften strebt er nach einer Position innerhalb einer Hierarchie, die ihn über andere stellt und Einfluss verleiht. Ob nun im Rahmen einer Regierung, im Militär oder in einer andersartigen Organisation ist eigentlich nebensächlich, solange der persönliche Nutzen etwaige Pflichten rechtfertigt. Das Engagement des Charakters zielt meist auf die Sicherung und Ausweitung seiner Stellung ab, nicht auf das Wohlergehen der Gesellschaft oder Organisation selbst. Natürlich ist ein Zugewinn an Einfluss der Organisation nicht selten auch ein persönlicher Machtgewinn und somit in seinem Interesse. Er ist sich stets selbst der Nächste, um seinen Aufstieg und seine Macht zu gewährleisten ist ihm so ziemlich jedes Mittel recht. Dazu können vor allem Bestechung, Erpressung, Intrigen und das Biegen bestehender Gesetze und Regeln für seine Zwecke dienen. Ein solcher Charakter macht sich ungern selbst die Finger schmutzig. Er scheut nicht vor falschen Anschuldigungen und Gerüchten zurück, um sich selbst vor Schwierigkeiten zu bewahren oder etwas Bestimmtes zu erreichen. Innerhalb militärischer Strukturen, die dieser Gesinnung entsprechen, wird es allerdings oft weniger subtil zugehen. Ein so geprägter Charakter hat dann natürlich auch keine Probleme damit, selbst durchzugreifen und könnte Ränkeschmiedereien sogar verachten. Für ihn müssen Ordnung und Disziplin mit Druck und Gewalt durchgesetzt werden.
Im Allgemeinen sind einem Charakter dieser Gesinnung die Integrität, die Freiheit und das Leben anderer gleichgültig. Trotz allen Strebens nach Eigennutz würde er aber nicht soweit gehen, die eigene Organisation dem Untergang preiszugeben, denn damit wäre ja auch seine erarbeitete Position hinfällig. Wird ihm jedoch ein Aufstieg verwehrt oder winkt anderswo im Gegenzug eine viel versprechende, noch bessere Stellung, sieht die Sache vielleicht schon wieder anders aus. Er ist loyal gegenüber einem Höhergestellten, wenn er diesen als Respektsperson anerkennen kann und solange er sich etwas davon verspricht. Auch die Furcht vor Strafe könnte Loyalität und die Einhaltung von Regeln und Gesetzen erzwingen. Wenn er die Möglichkeit hat, das Gesetz zu seinem Vorteil arbeiten zu lassen, so tut er dies. An sich tendiert er jedoch dazu seine eigenen Regeln aufzustellen oder bestehende Gesetze auf seine ganz eigene Weise zu seinem Vorteil auszulegen, vor allem wenn ihm angesetzte Strafen nicht abschreckend genug oder das System zu schwächlich erscheint. Ist der Charakter Teil einer Gemeinschaft, so sieht er in dieser zwar vornehmlich den eigenen Nutzen, wird sie aber auch gegen Angriffe von Außen verteidigen. Somit ist er in gewisser Weise schon verlässlich. Auch hält er sich im Allgemeinen an seine Versprechen, doch gibt er sie gerade aus diesem Grund nur selten. Wenn er sich auf einen Vertrag einlässt, achtet er darauf, sich noch ein Schlupfloch zu schaffen, was ihn im Zweifelsfall von seinem Wort zu entbindet. Er neigt dann dazu ein Abkommen sehr wörtlich auszulegen und anderen das Wort im Munde zu verdrehen.

Beispiel: Ein rechtschaffen böser Charakter befindet sich am späten Abend in seinem Zimmer im ersten Stockwerk eines Gasthauses. Im Schein einer Kerze sitzt er an einem kleinen Tisch, in ein Buch vertieft. Geräusche aus der schmalen Gasse zwischen dem Gasthaus und dem Nachbargebäude lassen ihn aufhorchen. Er blickt aus dem Fenster und sieht wie dort unten im Halbdunkel ein Mann von zwei anderen brutal zusammengeschlagen wird. Scheinen ihm die Angreifer nach kurzer Beobachtung unterlegen, greift er direkt in die Situation ein und schlägt beide möglichst bewusstlos. Ein Todesfall wäre vielleicht ungünstig. Haben sie Bargeld bei sich, nimmt er es an sich, bevor er nach dem Opfer sieht. Ist es bei Bewusstsein, wird er es auffordern mit ihm zur Stadtwache zu gehen. Dort übergibt er die gefesselten, mitgeschleiften Täter den Wachen um ein eventuelles Kopfgeld zu kassieren. Das Opfer soll dabei seine eigenen Aussagen bestätigen. Anschließend verlangt er in Abwesenheit der Wachen auch vom Opfer noch eine Belohnung. Notfalls wird diese Forderung noch etwas forciert. Scheinen die Angreifer anfangs zu stark, wird er nicht eingreifen. Dennoch wird er versuchen, sich ihre Gesichter einzuprägen. Es könnte ja sein, dass aus der Sache ein Mordfall wird und es auch Belohnungen für sachdienliche Hinweise gibt.