Waffenkunst
Die Waffenkunst („Bukido“) ist die moderne Herangehensweise bei der Anwendung von Kampftechniken. Sie wird in den dreizehn Kampfschulen („Daigaku“) gelehrt, die nach den dreizehn großen Sternbildern La'Tiens benannt sind. Die Waffenkunst strebt die Einheit des Kämpfers mit seiner, für die jeweilige Daigaku typische Waffe an, die Perfektion ihrer Handhabung, die Verinnerlichung der spirituellen Prinzipien und die vollendete Disziplin des Kämpfers. Diese dreizehn verschiedenen Ansätze werden auch als Wege der Waffenkunst bezeichnet. Jede Kampfschule wird von mehreren Familien geleitet, deren Niederlassungen („Dojos“) meist auf mehrere Städte innerhalb des eigenen Einflussbereiches verteilt sind. Was die Weitergabe ihrer Lehren betrifft, sind die Daigakus sehr konservativ. Sie lassen ihre Geheimnisse nur jenen zuteil werden, die sich der lebenslangen Treue verpflichten. Somit ist eine absolute Seltenheit, dass jemand mehr als einen Weg der Waffenkunst beherrscht.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind zwei zusätzliche Wege der Waffenkunst:
Erstens gab es für geraume Zeit eine vierzehnte Kampfschule, die Schule des Tigers. Gegründet von der Schule des Löwen als Vorhut und Repräsentant an der Großen Mauer, wurde sie nach etwa 300 Jahren aufgrund politischer Unstimmigkeiten und dunkler Gerüchte wieder aufgelöst. Ihre Techniken entsprangen zu großen Teilen der Schule des Löwen, doch lehrten und nutzen sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben auch andere Techniken, die der Schule des Falken, der Schule des Wolfes und der Schule des Einhorns entstammten. Alleine wegen dieser einmaligen Kooperation verdient die Schule des Tigers geschichtliche Erwähnung.
Zweitens gab bereits vor der Institutionalisierung der Waffenkunst eine Bewegung, die anstrebte die traditionellen Techniken der Kampfkunst mit dem Führen von Waffen zu vereinen. Das Vermächtnis dieser Bewegung ist der so genannte „Weg des Meisters“, der keiner Kampfschule angehört und nur noch wenigen, umherziehenden Schwertmeistern („Kensai“) bekannt ist. Die Techniken dieses Weges zielen allein auf die Beherrschung bestimmter Waffen und die Unabhängigkeit ihres Trägers ab. Dabei zeigen einige von ihnen markante Ähnlichkeit mit Techniken die in leicht abgewandelter Form im Kanon fast aller Kampfschulen vorkommen. Aufgrund ihrer geringen Zahl werden die Kensai jedoch von den Daigaku eher als eine Kuriosität betrachtet, ein historisches Überbleibsel einer nun deutlich weiter entwickelten Waffenkunst.