Konkurrierender Probewurf: Unterschied zwischen den Versionen
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''Beispiel: Stadtwache Marcus und Schütze Simon möchten sich im Armdrücken messen. Beide legen eine [[Fertigkeitsprobe]] auf „[[Athletik (Fertigkeit)|Athletik]]“ {[[Kraftakt (Spezialisierung)|Kraftakt]]} ab und erzielen einen [[Probewert]] von 16. Gleichstand, das Kräftemessen geht in die nächste Runde. Bei der zweiten Probe hat Marcus einen [[Probewert]] von 15 und Simon einen [[Probewert]] von 14. Mit einem [[Erfolgspunkte|Erfolgspunkt]] hat Marcus das Armdrücken für sich entschieden. Der [[SL]] interpretiert die Szene als ein anfänglich sehr ausgeglichenes Kräftemessen, ohne einen klaren Favoriten. Doch nach einer Weile schienen Simons Kräfte langsam nachzulassen. Stück um Stück konnte Marcus den Arm seines Gegners unter großer Anstrengung näher an die Tischplatte bringen, bis ihm schließlich ein knapper Sieg vergönnt war. Der [[SL]] hätte auch bestimmen können, dass man zum Sieg eine bestimmte Summe an [[Erfolgspunkte]]n benötigt (entweder alle bei einer Probe oder kumulativ von mehreren Proben gesammelt). Proben, die diese Grenze nicht erreichen wären dann lediglich als eine gewisse Tendenz interpretierbar gewesen.'' </p> | ''Beispiel: Stadtwache Marcus und Schütze Simon möchten sich im Armdrücken messen. Beide legen eine [[Fertigkeitsprobe]] auf „[[Athletik (Fertigkeit)|Athletik]]“ {[[Kraftakt (Spezialisierung)|Kraftakt]]} ab und erzielen einen [[Probewert]] von 16. Gleichstand, das Kräftemessen geht in die nächste Runde. Bei der zweiten Probe hat Marcus einen [[Probewert]] von 15 und Simon einen [[Probewert]] von 14. Mit einem [[Erfolgspunkte|Erfolgspunkt]] hat Marcus das Armdrücken für sich entschieden. Der [[SL]] interpretiert die Szene als ein anfänglich sehr ausgeglichenes Kräftemessen, ohne einen klaren Favoriten. Doch nach einer Weile schienen Simons Kräfte langsam nachzulassen. Stück um Stück konnte Marcus den Arm seines Gegners unter großer Anstrengung näher an die Tischplatte bringen, bis ihm schließlich ein knapper Sieg vergönnt war. Der [[SL]] hätte auch bestimmen können, dass man zum Sieg eine bestimmte Summe an [[Erfolgspunkte]]n benötigt (entweder alle bei einer Probe oder kumulativ von mehreren Proben gesammelt). Proben, die diese Grenze nicht erreichen wären dann lediglich als eine gewisse Tendenz interpretierbar gewesen.'' </p> | ||
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''Beispiel: Diebin Diana möchte sich unbemerkt an einen Ork heranschleichen. Dieser legt eine Probe auf „[[Aufmerksamkeit (Fertigkeit)|Aufmerksamkeit]]“ ab und erreicht dabei einen [[Probewert]] von 10. Dieser [[Probewert]] wird nun zum [[SG]] für die „[[Heimlichkeit (Fertigkeit)|Heimlichkeits]]“-[[Fertigkeitsprobe]] von Diana. Sie erreicht einen [[Probewert]] von 12 und kann sich daher an den Ork anschleichen, ohne dass dieser ihn bemerkt.''</p> | ''Beispiel: Diebin Diana möchte sich unbemerkt an einen Ork heranschleichen. Dieser legt eine Probe auf „[[Aufmerksamkeit (Fertigkeit)|Aufmerksamkeit]]“ ab und erreicht dabei einen [[Probewert]] von 10. Dieser [[Probewert]] wird nun zum [[SG]] für die „[[Heimlichkeit (Fertigkeit)|Heimlichkeits]]“-[[Fertigkeitsprobe]] von Diana. Sie erreicht einen [[Probewert]] von 12 und kann sich daher an den Ork anschleichen, ohne dass dieser ihn bemerkt.''</p> | ||
Version vom 30. Dezember 2020, 00:26 Uhr
Ein konkurrierender Probewurf, auch etwas kürzer konkurrierende Probe genannt, wird immer dann durchgeführt, wenn sich zwei Charaktere (oder sonstige Wesen) direkt miteinander messen. Jeder der beiden Kontrahenten legt einen entsprechenden Probewurf ab, der mit dem höheren Probewert gewinnt die Auseinandersetzung. Es handelt sich also oft um Probewürfe mit unbestimmtem SG. Bei einem Gleichstand ist es unentschieden und der Wurf wird, je nach Situation, gegebenenfalls wiederholt.
Beispiel: Stadtwache Marcus und Schütze Simon möchten sich im Armdrücken messen. Beide legen eine Fertigkeitsprobe auf „Athletik“ {Kraftakt} ab und erzielen einen Probewert von 16. Gleichstand, das Kräftemessen geht in die nächste Runde. Bei der zweiten Probe hat Marcus einen Probewert von 15 und Simon einen Probewert von 14. Mit einem Erfolgspunkt hat Marcus das Armdrücken für sich entschieden. Der SL interpretiert die Szene als ein anfänglich sehr ausgeglichenes Kräftemessen, ohne einen klaren Favoriten. Doch nach einer Weile schienen Simons Kräfte langsam nachzulassen. Stück um Stück konnte Marcus den Arm seines Gegners unter großer Anstrengung näher an die Tischplatte bringen, bis ihm schließlich ein knapper Sieg vergönnt war. Der SL hätte auch bestimmen können, dass man zum Sieg eine bestimmte Summe an Erfolgspunkten benötigt (entweder alle bei einer Probe oder kumulativ von mehreren Proben gesammelt). Proben, die diese Grenze nicht erreichen wären dann lediglich als eine gewisse Tendenz interpretierbar gewesen.
Übernimmt jedoch einer der beiden Kontrahenten eine aktive/aggressive, der andere eine passive/defensive Rolle, so legt Letzterer mit seinem Wurf den SG vor. Erreicht der Aktive/Aggressor mit seinem Wurf diesen SG, so hat er die konkurrierende Probe für sich entschieden, auch wenn das Ergebnis rein rechnerisch eigentlich ein Gleichstand wäre.
Beispiel: Diebin Diana möchte sich unbemerkt an einen Ork heranschleichen. Dieser legt eine Probe auf „Aufmerksamkeit“ ab und erreicht dabei einen Probewert von 10. Dieser Probewert wird nun zum SG für die „Heimlichkeits“-Fertigkeitsprobe von Diana. Sie erreicht einen Probewert von 12 und kann sich daher an den Ork anschleichen, ohne dass dieser ihn bemerkt.
Sind mehr als zwei Charaktere involviert, so gibt es zwei Möglichkeiten:
① Alle Beteiligten legen nur eine entsprechende Probe ab und die Probewerte werden für die Gesamtsituation miteinander verglichen. Dies findet vor allem Anwendung, wenn die Probewürfe gleichzeitig stattfinden, oder die Situation auf einen kleinen Raum beengt ist.
Beispiel: Diana möchte einem Händler unbemerkt den Geldbeutel entwenden. Der Händler steht jedoch direkt am Tresen und unterhält sich mit dem Wirt. Beide dürfen jeweils eine Probe auf „Aufmerksamkeit“ ablegen, wobei der Händler einen Probewert von 9 und der Wirt einen Probewert von 12 erreicht. Den Geldbeutel zu stehlen, ohne dass der Händler dies bemerkt, hat nun für Diana einen SG von 9, um dabei jedoch auch nicht vom Wirt entdeckt zu werden, muss sie bei ihrer „List“-Fertigkeitsprobe mindestens einen Probewert von 12 erzielen. Diana erreicht zwar lediglich 11, doch der SL entscheidet, dass der gerissene Wirt sie nicht verrät, sondern später einen Teil der Beute verlangen wird.
② Jede Einzelsituation wird separat und paarweise als konkurrierender Probewurf gehandhabt und ausgewertet. Dies findet vor allem Anwendung, wenn es einen gewissen räumlichen und zeitlichen Abstand zwischen den Proben gibt.
Beispiel: Diana möchte sich unbemerkt an einen Ork anschleichen. Dazu muss sie jedoch zuerst an einem weiter entfernt stehenden Wachposten vorbei, der ihn ebenfalls nicht entdecken soll. Es werden nun zwei konkurrierende Proben ausgeführt, die Diana beide für sich entscheiden muss, um erfolgreich zu sein.
Welche der beiden Möglichkeiten am sinnvollsten ist, entscheidet der SL anhand des Szenarios und dem gewünschten Maß an Präzision.
Es sei noch zu vermerken, dass die Voraussetzungen der Beteiligten nicht unbedingt die gleichen sei müssen. So kann der SL individuelle Modifikationen der Probewerte aufgrund gewisser Umstände erteilen.
Beispiel: Einer der Wachposten im obigen Beispiel könnte gerade damit beschäftigt sein seine Axt zu schärfen. Daher erklärt der SL seine Probe zum benachteiligten Probewurf. Andererseits könnte er gerade so stehen, dass er den anderen Ork noch am Rande seines Blickfeldes sieht. Damit schwinden die Chancen von Diana sich unbemerkt zu nähern. Der Probewert dieses Wachpostens würde dann vom SL um +2 erhöht.
Eine solche Modifikation kann sich auch aus einem vorangegangenen, anderen Probewurf ergeben. So hätte Diana im ersten Beispiel auch zunächst eine Fertigkeitsprobe auf „Heimlichkeit“ ablegen können, um sich ungesehen zu nähern, statt einfach nonchalant an den Tresen zu schlendern. Dadurch könnte sie sich vielleicht dem Blick des Wirtes entziehen, sodass dieser keine „Aufmerksamkeits“-Probe gegen Dianas „List“ durchführen darf, oder zumindest eine Erschwernis darauf erhält.