Feenlieder
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Feenlieder sind eine Form der Transzendenzmagie, die es dem geübten Anwender erlaubt aufgrund überragender musischer und künstlerischer Begabung übernatürliche Effekte mit seiner Stimme und Darbietung hervorzurufen. Sie basiert auf dem Gleichgewicht zwischen Körper und Seele, welche in der künstlerischen Darbietung ihren Ausdruck findet. Ihre Anwendung gilt daher als spirituelle Aktion. Von allen Methoden der Transzendenzmagie sind die Feenlieder sicherlich am wenigsten wissenschaftlich erforscht und greifbar. Es scheint vielmehr eine individuelle Erfahrung zu sein, die angeborenes Talent erfordert und die sich einer strengen Kategorisierung und Vereinheitlichung entzieht. Manche Aspekte dieser Magieform scheinen gar willkürlich oder zufällig, was sicherlich auch ihrem Ursprung, der Traumsphäre, geschuldet ist. Dieser mystische Ort ist Quell aller Kreativität und Inspiration, und Heimat der Fay, die oftmals als die originären und namensgebenden Nutzer dieser Magieform betrachtet werden. Zumindest gibt es keinen eindeutigen historischen Beleg für die erstmalige Anwendung der Feenlieder durch einen Sterblichen aus der Weltensphäre. Stattdessen scheint diese Magieform an verschiedenen Orten unabhängig voneinander aufgetaucht zu sein, und bis heute ist sie in ähnliche Ausprägungen überall auf Iuna zu finden. In manchen Regionen gibt es Organisationen, die sich der Lehre der Feenlieder verschrieben haben, doch in den allermeisten Fällen bleiben ihre Anwender kuriose Einzelfälle herausragenden musischen Talents.
Zugang zu Feenliedern (Klassenfähigkeit)
Überklasse: transzendent
Art: Klassenfähigkeit
XP-Kosten: 1.000 XP × Kostenfaktor
Voraussetzung: Gesinnung nicht rechtschaffen; Summe der drei relevanten Bezugsattribute PE-Ch, WA-In und WA-Si beträgt 2; {Singen} auf SW 2; eine weitere musische oder künstlerische Spezialisierung (z.B. {Instrument} oder {Literatur}) auf SW 2; Wahl einer Muse, welcher das erste bekannte Lied bestimmt
Lernaufwand: 3-4 (1W2+2) Jahre
Beschreibung: Zwei grundlegende Bedingungen scheinen für den Zugang zu Feenlieder essentiell. Einerseits bedarf es einer gewissen Grundhaltung, einem Freigeist, der nach Inspiration und Selbstverwirklichung strebt, der seine Kreativität nicht von Formalien und Obligationen ersticken lassen will. Daher können angehende Anwender der Feenlieder keine rechtschaffene Gesinnung haben. Andererseits muss sich der Charakter auf eine bestimmte, künstlerische Herangehensweise festlegen. Die Stimme ist der Schlüssel zum Wirken von Feenliedern, weshalb er die Spezialisierung {Singen} beherrschen muss. Darüber hinaus ist noch eine zweite musische oder künstlerische Spezialisierung erforderlich. Üblicherweise ist dies ein bestimmtes {Instrument}, welches den Gesang begleitet, und dessen Meisterschaft gleichermaßen angestrebt werden sollte. Alternativ könnte jedoch auch das kunstvolle Rezitieren poetischer Verse mittels {Literatur}, komplexer Wortgeflechte mittels {Rhetorik} oder kryptischer Rätsel mittels {Logik} zum Erfolg führen. Auch darstellerische Kunstformen wie {Tanzen}, {Gaukelei}, {Schauspiel} oder {Zeremonie} könnten so interpretiert werden, dass sie dem Ziel einer herausragenden und zauberhaften Darbietung gerecht werden. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, der Charakter bzw. der Spieler sollten eine klare Vorstellung davon haben, wie sich die künstlerische Darbietung gestaltet, und dies auch anschaulich vermitteln können.
Auswirkung:
- Der Charakter erhält Zugang zu einer Domäne, im Falle der Feenlieder einer bestimmten Muse. Alle existenten Lieder sind einer dieser Musen zugeordnet. Im Zuge der Charaktererschaffung können noch weitere Musen erschlossen werden, im weiteren Spiel ist dies erst wieder nach beträchtlichem Lernaufwand möglich.
- In der erschlossenen Muse hat der Charakter einen Rang von 1. Der Rang ist fester Bestandteil der Magieprobe und entscheidet maßgeblich, ob ein Lied seine Wirkung entfalten kann oder nicht. Er kann bis zu einem Maximum von 10 gesteigert werden. Die Spezialisierung {Singen} und die gewählte künstlerische Spezialisierung fungieren als Leitkompetenzen und setzen dieser Steigerung eine Obergrenze: Der Rang kann höchstens [Summe der SW der Leitkompetenzen - 3] betragen. Neben der Verbesserung des Probewertes zum Wirken bringt der Schulenrang bei bestimmten Schwellenwerten besondere Vorteile.
- Zudem kennt der Charakter automatisch ein erstes Lied seiner Muse. Dieses hat stets einen SG von 5 und damit auch einen äquivalenten Grad von 0. Es handelt such also um einen recht simplen magischen Effekt. Der äquivalente Grad eines Liedes beschreibt sehr allgemein dessen Macht im Vergleich zu arkaner oder klerikaler Magie. Die Grade der Magie, stets in römischen Zahlen angegeben, reichen von 0 bis X. Bei der Charaktererschaffung können auch weitere Lieder der zugänglichen Musen erlernt werden.
- Zum Wirken seiner Lieder verfügt der Charakter anfänglich über zwei Magiepunkte, die im Kontext der Feenlieder als „Hym“ bezeichnet werden. Optional kann der SL auch die latenten Magiepunkte des Charakters als Ausgangswert festlegen. Das Hym kann im weiteren Spiel durch stete Übung gesteigert werden.
- Der Charakter erhält fortan einen Bonus von +25% auf seine transzendenten Klassenprozente, wenn es darum geht jedweden an diese Überklasse gebundenen magischen Gegenstand zu benutzen.
- Außerdem erhält der Charakter die Mittel, seine Kunst darzubieten, ohne dafür Geld aufwenden zu müssen. Dabei handelt es sich beispielsweise um ein angemessenes Instrument gemäß seiner gewählten musischen Spezialisierung, oder eine renommierte Gedichtsammlung, wenn er {Literatur} als künstlerische Spezialisierung gewählt hat.
Neue Muse erschließen
Überklasse: transzendent
Art: Klassenfähigkeit
XP-Kosten: [500 + (erschlossene Wege × 300)] XP × Kostenfaktor
Voraussetzung: Zugang zu Feenliedern; eine weitere musische oder künstlerische Spezialisierung auf SW 2
Lernaufwand: 60 Lernpunkte / 1 Lernprobe pro Tag; Unterweisung erforderlich
Beschreibung: Alle existenten Lieder sind einer bestimmten Muse zugeordnet. Erlangt der Charakter Zugang zu Feenliedern, beginnt er zunächst mit der Muse, die seinem Naturell und seiner Veranlagung am ehesten entspricht. Ihm steht es jedoch frei, noch weitere Musen zu erschließen. Dies ist jedoch ein langwieriger und herausfordernder Prozess, der damit beginnt, das eigene musisches Repertoire zu erweitern: Der Charakter muss eine neue künstlerische Spezialisierung erlernen, die dann neben {Singen} als zweite Leitkompetenz für die angestrebte Muse gilt. Der Charakter könnte beispielsweise ein weiteres {Instrument} erlernen, oder sich einer anderen Darstellungsform widmen. Auch hier sollte der Spieler anschaulich beschreiben können, wie sich das letztendliche Wirken der zugehörigen Lieder dieser Muse im Spiel gestalten wird.
Auswirkung: Das Erschließen einer neuen Muse ist eine grundlegende Erweiterung des eigenen spirituellen Verständnisses und musischen Potentials. Der Charakter ist dabei auf sich allein gestellt und muss seine eigenen schöpferischen Grenzen austesten und schrittweise erweitern. Dieser Lernvorgang wird mit dem Lernsystem umgesetzt:
- Im Zuge dessen müssen 60 Lernpunkte gesammelt werden. Die erforderlichen XP werden zu Beginn des Lernvorgangs entrichtet.
- Um Lernpunkte zu erhalten, müssen erfolgreiche Lernproben abgelegt werden. Jeden Tag ist nur eine Lernprobe nach mindestens einer Stunde der Übung erlaubt. Die Lernprobe entspricht einer Fertigkeitsprobe auf „Musizieren“ {Singen} mit einem SG von 25.
- Dieser Schwierigkeitsgrad kann durch die gegebenen Umstände um bis zu ±5 modifiziert werden. Hier ist die zweite gewählte Spezialisierung entscheidend. Ist die Situation der gewählten Kunstform besonders zuträglich, gibt es beispielsweise ein aufmerksames Publikum oder willige Zuhörer, deren Reaktion hilfreiche Rückschlüsse auf die Harmonie der Darbietung liefern können, mindert dies den SG um -5. Ist der Charakter jedoch durch die herrschenden Umstände abgelenkt oder behindert, etwa da er in seiner körperlichen und kreativen Freiheit eingeschränkt ist, wird der SG um +5 erhöht.
- Für jede weitere Stunde des Übens kann der SG zusätzlich um -1 gemindert werden, bis hin zu einem minimalen SG von 15.
- Die Lernprobe ist ein offener Probewurf. Bei Erfolg erhält der Charakter einen Lernpunkt. Erreicht er ein Vielfaches des geforderten SG, erhält er auch entsprechend viele Lernpunkte durch diese Lernprobe.
- Das Scheitern einer Lernprobe hat keine negativen Konsequenzen, abgesehen vom ausgebliebenen Fortschritt.
- Die Lernproben müssen daher auch nicht an aufeinanderfolgenden Tagen abgelegt werden. Der Charakter kann sich soviel Zeit lassen wie notwendig.
- Sobald die erforderlichen 60 Lernpunkte gesammelt sind, steigt der Rang der neu erschlossenen Muse auf 1.
- Der Charakter beherrscht außerdem umgehend ein Lied mit SG 5 und damit einem äquivalenten Grad von 0, welches dieser Muse zugeordnet ist. Dieses hat er während dem Lernvorgang selbst entwickelt und kann es gemäß der normalen Regeln anwenden. Es ist kein separater Lernvorgang notwendig.
- Im Folgenden steht es ihm frei weitere Lieder des neuen Muse zu entwickeln.
Abgesehen vom zeitlichen Aufwand und den künstlerischen Voraussetzungen gibt es keine Begrenzung dafür, welche und wie viele der sechs Musen sich ein Anwender der Feenlieder erschließen kann.
Neues Lied erlernen
Überklasse: transzendent
Art: Klassenfähigkeit
XP-Kosten: [(äquivalenter Grad des Liedes + 1) × 100] XP × Kostenfaktor
Voraussetzung: Zugang zu Feenliedern; Zugang zu einer passenden Muse; ein bekanntes Lied dieser Muse
Lernaufwand: [SG des Lieds × 2] Lernpunkte / 1 Lernprobe pro Tag; Unterweisung erforderlich
Beschreibung: Lieder sind besondere magische Effekte, welche dem Anwender erlauben mit Hilfe seiner Stimme und seiner künstlerischen Darbietung übernatürliche Dinge zu vollbringen. Dabei nutzt er seine inneres musisches Potential, sein „Hym“, welches er aus dem seelischen Einklang mit seiner Kunst schöpft. Die Wirkungen von Liedern basieren dabei auf eigenen, prägenden Erlebnissen des Charakters im Spiel – ob heroisch, tragisch, amüsant oder düster – und werden vom Spieler selbst ersonnen. Dabei ist er an die regulären Richtlinien zur Entwicklung magischer Effekte gebunden, weshalb dies in Zusammenarbeit mit der SL geschehen sollte. So könnte beispielsweise ein wildes Festgelage einen verwirrenden oder bezaubernden Effekt inspirieren, ein triumphaler Sieg könnte Grundlage für einen stärkenden Effekt sein, während der tragische Verlust eines Freundes vielleicht Anlass für einen Effekt ist, der Schmerzen und Wunden lindert. Alternativ können auch Lieder von anderen Anwendern dieser Magiemethode erlernt werden, was jedoch eine persönliche Bindung oder zumindest hinreichende Empathie voraussetzt. Auch kann die Unterweisung stets nur freiwillig erfolgen. Ein so erlerntes Lied hat jedoch meist eine schwächere Wirkung als das Original und ist schwerer zu erlernen. Unter bestimmten Bedingungen können bekannte Lieder jedoch auch weiter entwickelt und verstärkt werden.
Auswirkung: Das Entwickeln eines Liedes ist eine individuelle Verarbeitung persönlicher Erlebnisse, welcher passend zu einer Muse Form und Wirkung verliehen wird. Der Lernvorgang wird mit dem Lernsystem umgesetzt:
- Basierend auf einem Ereignis im Spiel bzw. einem Erlebnis des Charakters, schlägt der Spieler die Grundidee für die Wirkung sowie den Titel des angestrebten Liedes vor. Je dramatischer und prägender ein Ereignis, desto mächtiger ist der potentielle Effekt eines daraus entwickelten Liedes (SL-Entscheid →). Jedes Erlebnis kann jedoch nur Grundlage für genau ein Lied sein. Auch wenn ein Ereignis besonders prägend ist, kann es somit nicht genutzt werden um zwei verschiedene Lieder zu entwickeln.
- Die tatsächliche Wirkung des Liedes ist an eine besondere Bedingung geknüpft: Ein neues Lied kann maximal einen um 1W3 Punkte höheren Schwierigkeitsgrad haben, als das schwierigste, bereits bekannte Lied der betreffenden Muse. Dies wird vom Spieler mit einem Würfelwurf ermittelt, was dann den äquivalenten Grad des neuen Liedes und damit auch die erforderlichen XP-Kosten festlegt. Der Spieler kann auch auf den Würfelwurf verzichten. Dann hat das neue Lied den gleichen SG wie ein bereits bekanntes Liede seiner Wahl, das der betreffenden Muse zugeordnet ist.
- Die SL entwickelt dann den Effekt nach den Vorstellungen des Spielers und trägt dafür Sorge, dass dieser dem möglichen äquivalenten Grad angemessen ist.
- Um das neue Liede zu erlernen muss der Charakter dann insgesamt [SG des Lieds × 2] Lernpunkte sammeln.
- Um Lernpunkte zu erhalten, müssen erfolgreiche Lernproben abgelegt werden. Jeden Tag ist nur eine Lernprobe nach einer Stunde Musizieren und Üben erlaubt. Diese entspricht der Magieprobe zur Anwendung des angestrebten Liedes, allerdings ist der SG zusätzlich um +1W3 erhöht.
- Diese Erschwernis kann je [Grad] Hym, die der Charakter zum Üben aufwendet, um -1 gemindert werden.
- Die Lernprobe ist ein offener Probewurf. Bei Erfolg erhält der Charakter einen Lernpunkt. Erreicht er ein Vielfaches des geforderten SG, erhält er auch entsprechend viele Lernpunkte durch diese Lernprobe.
- Das Scheitern einer Lernprobe hat keine negativen Konsequenzen, abgesehen vom ausgebliebenen Fortschritt.
- Die Lernproben müssen daher auch nicht an aufeinanderfolgenden Tagen abgelegt werden. Der Charakter kann sich soviel Zeit lassen wie notwendig.
- Sobald die erforderlichen [SG des Lieds × 2] Lernpunkte gesammelt sind, beherrscht der Charakter das Lied und kann es gemäß den folgenden Regeln anwenden und als Voraussetzung für weitere Lieder geltend machen.
Anwendung der Feenlieder
Der Charakter kann die ihm bekannten Lieder jederzeit und ohne Vorbereitung wirken. Dabei muss eine Magieprobe gegen den SG des Liedes abgelegt werden. Gelingt diese, tritt der Effekt des Liedes wie gewünscht in Kraft und es fallen die üblichen Magiepunkte-Kosten an. Nutzt der Charakter beispielsweise ein Lied mit äquivalentem Grad III, verbraucht dies 6 Hym. Bei einem Scheitern der Magieprobe fallen immerhin noch die Hälfte der eigentlichen Kosten an, in diesem Beispiel also 3 Hym.
Bezüglich der Initiative muss beachtet werden, dass das Wirken eines Liedes stets eine spirituelle Aktion ist, auch wenn die Darbietung vielleicht bestimmte tänzerische oder akrobatische Bewegungen beinhaltet.
Ergänzungen und Sonderfälle
Fokus
Instrumente als materieller Fokus möglich.
Konzentration
Oftmals Konzentration als Wirkungsdauer, dann hält die Wirkung (abgesehen von einer etwaigen Abklingzeit) solange an, wie die Darbietung dauert.
Fremde Lieder
- alternativ können Lieder auf von anderen erlernt werden, was jedoch eine persönliche Bindung und Freiwilligkeit voraussetzt
- Erschwernis beim Lernen: SG +5
- es gibt durchaus einige berühmte und weit verbreitete Lieder. Dieser Ruhm kann ebenfalls Faktor sein, wenn es darum geht seine eigenen Lieder weiter zu geben.
Weiterentwicklung
- nach Steigerung des Ranges kann ein zuvor gelerntes Lied verbessert werden, sollte das Potential des zugrunde liegenden Ereignis noch nicht ausgeschöpft sein; Es empfiehlt sich zu jedem Lied das zu Grunde liegende Ereignis sowie den maximalen äquivalenten Grad zu notieren.
- dauert [äqGrad]+1 Tage, in denen keine anderen Lieder erlernt werden können, jedoch ist keine Lernprobe nötig, inhaltliche und emotionale Auseinandersetzung
- SG +1W3, XP-Kosten für erzielten Grad entrichten
- Parameter werden angepasst, Wirkung wird normalerweise merklich gesteigert wenn neuer äq Grad erreicht wird
- besonders heroische oder dramatische Erlebnisse, die sich für hochgradige Lieder eignen, sich aber früh in der Laufbahn ereignen, können nach und nach entwickelt werden,
- manche Ereignisse werden