Anatomie (Spezialisierung)
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| Kategorie: Bildung |
Zuordnung: | SW 1-3 arkan, klerikal, transzendent SW 4-10 arkan, klerikal, transzendent |
| Bezugsattribut: IN-Wissen, GE-Präzision, (IN-Verstand) | ||
| Komplexität: 8 | Assoziierte Fertigkeiten: Heilkunde, Wissenschaft | |
Diese Spezialisierung verleiht medizinisches Fachwissen über den detaillierten Aufbau des Körpers, physiologische Zusammenhänge und biologische Körperfunktionen. Im Zusammenspiel mit der Fertigkeit „Wissenschaft“ kann der Charakter einerseits auf die gängige akademische Fachsprache zurückgreifen und so die korrekten Bezeichnungen für Organe, Knochen und Prozeduren nutzen, oder sich andererseits kompetent über medizinische Theorien austauschen. Diese sind meist kulturell geprägt und müssen nicht zwangsläufig mit den Erkenntnissen moderner Medizin in Einklang stehen. In einem Setting nach asiatischem Vorbild würde beispielsweise auch das Wissen um die Energiemeridiane des Körpers und die Theorie der Akupunktur von dieser Spezialisierung abgedeckt. Hier ist stets IN-Wissen das Bezugsattribut.
Für die alltägliche Anwendung wird Anatomie jedoch stets mit der Fertigkeit „Heilkunde“ eingesetzt. Welche Funktion erfüllt ein bestimmtes Organ, und welchen Bedingungen sind dazu notwendig? Wie sollte sich ein gesundes Organ verhalten und aussehen und über welche Gefäße wird es versorgt? Welche Zusammengänge und Wechselwirkungen gibt es zwischen bestimmten Körperfunktionen? Bei welchen Ausfällen und Mangelerscheinungen besteht Lebensgefahr? Mit welchen Bändern, Muskeln und Sehnen sind gewisse Knochen verbunden? Welchen Belastungen müssen diese normalerweise standhalten, welche Bewegungsabläufe vollziehen sie? Solche und ähnliche Fragen, bezüglich Funktion und Zusammenspiel verschiedener Knochen, Muskeln, Gefäße und Organe, können durch eine Fertigkeitsprobe beantwortet und abgerufen werden. Auch für solche Anwendungen wird IN-Wissen als Bezugsattribut herangezogen. Dabei gelten folgende Richtlinien für den Schwierigkeitsgrad der Probe:
SG Information Beschreibung & Beispiele 5 Trivial medizinische Grundlagen, die jedem Bürger mit gewisser Allgemeinbildung bekannt sein könnten (z.B. grundlegender Aufbau des Körpers mit Knochen, Muskeln und Organen; Namen und Lage der wichtigsten inneren Organe, wie Herz, Lunge und Gehirn sowie der prominentesten Knochen; Bezeichnungen und Zuständigkeiten der Sinnesorgane (Auge: Sehen, Ohren: Hören, Nase: Riechen, Zunge: Schmecken, Haut: Fühlen); ...) 10 Gängig medizinische Fakten, die zwar auch im Alltag zu beobachten sind, jedoch bei Weitem nicht von jedem Bürger erklärt werden könnten (z.B. grundlegende Funktionen der wichtigsten inneren Organe (Herz: Blutkreislauf, Lunge: Atmung, Magen: Verdauung, Leber: Stoffwechsel); lebenswichtige Körperfunktionen und Bedingungen zum Lebebserhalt identifizieren; ...) 15 Anspruchsvoll medizinische Informationen, die man eigentlich nur nach entsprechendem Studium kennen kann oder gezielt nachschlagen müsste (z.B. Fachbegriffe für die wichtigsten Organe, Muskeln und Knochen; Fachbegriffe für grundlegende und häufig genutzte medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau des Körpers mit Gefäßen und Nervenbahnen; grundlegende Funktionen anderer Organe sowie sekundäre Funktionen der wichtigsten Organe; Zusammenspiel verschiedener wichtiger Organe (Herz-Lunge, Magen-Darm, Leber-Niere) sowie der Knochen und Muskeln in den Extremitäten; ...) 20 Komplex detaillierte medizinische Informationen, die eigentlich nur in akademischen Kreisen eine Rolle spielen, sowie kritische Betrachtung und Verknüpfung anatomischer Fakten (z.B. Fachbegriffe für sonstige Organe, Muskeln und Knochen sowie Gefäße und Nervenbahnen; Fachbegriffe für spezifische und seltene medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau und Funktionsweise der Sinnesorgane; Zusammenspiel von Knochen, Sehnen und Muskeln in komplexen Gliedmaßen; Zusammenhang von Symptomen und Ursachen bei anatomisch bedingten Beschwerden; ...) 25 Abstrakt Betrachtung anatomischer Fakten aus ungewöhnlichen Perspektiven, Finden alternativer und neuartiger Ansätze, sowie Anwendung spekulativer Theorien (z.B. Vergleich und Verknüpfung unterschiedlicher medizinischer Theorien; Entwicklung neuer Behandlungmethoden auf Basis alternativer Ansätzen; ...)
Ein Charakter, dessen Fertigkeitswert in „Wissenschaft“ deutlich höher ist als in „Heilkunde“, hat sich wohl aus rein akademischem Interesse mit Anatomie beschäftigt. Ihm sind Aufbau und Funktionen des Körpers eher aus Büchern und von Zeichnungen bekannt, tatsächlich damit konfrontiert war er vielleicht höchstens aus den Zuschauerrängen eines Vorlesungssaals. Umgekehrt ist ein Charakter mit deutlich höherer „Heilkunde“ als „Wissenschaft“ wohlmöglich jemand, der sich die Anatomie selbst beigebracht hat, durch Beobachtungen und unmittelbare Erfahrungen am lebenden oder toten Objekt. Er kennt vielleicht nicht die passenden Fachbegriffe, weiß jedoch mit den Skalpell umzugehen und eine Operation erfolgreich durchzuführen.
Die praktische Umsetzung theoretischer Heilkonzepte und anatomischen Fachwissens wird nämlich ebenfalls mit Fertigkeitsproben auf „Heilkunde“ realisiert. Sei es der fachgerechte Einsatz von Akupunktur und ähnlicher Methoden, oder aber die Durchführung operativer Eingriffe – zum Wohle des Patienten ist eine entsprechende Kompetenz in Anatomie unabdingbar. Da es in der Praxis auf eine ruhige Hand und akribische Genauigkeit ankommt, gilt hier GE-Präzision als Bezugsattribut. Der Schwierigkeitsgrad einer solchen Prozedur ergibt sich unmittelbar aus deren Aufwand und Risiko. Dabei kann das Umfeld und die zur Verfügung stehende Ausrüstung einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben. Steht dem Charakter entsprechende Fachliteratur zur Verfügung, oder ist ein Austausch mit anderen Fachkundigen möglich, kann er sich besonders gut auf einen operativen Eingriff vorbereiten. Dies nimmt [SG ÷ 6] Tage in Anspruch, woraufhin eine Fertigkeitsprobe auf „Wissenschaft“ {Anatomie} mit IN-Verstand als Bezugsattribut durchgeführt wird. Bei Gelingen erhält der Charakter +1 auf den anschließend bei der Operation notwendigen Probewurf. Dieser Bonus kann mit Erfolgspunkten noch weiter ausgebaut werden. Im Folgenden werden einige praktische Beispiele der Anwendung dieser Spezialisierung beschrieben:
SG Anwendung 6 Äußerliche Behandlung
Durchführung von einfachen operativen Prozeduren, wie das Ziehen von Zähnen, einen Aderlass oder die Entfernung von Warzen und ähnlichem. Der Patient verliert bei der Behandlung (bis zu) 20% seiner Lebenspunkte. (Dauer: 1W3 × 10 Minuten; SL-Entscheid)
Durchführung einfacher, nicht operativer Prozeduren zur Steigerung des Wohlbefindens, wie beispielsweise Akkupunktur zur Entspannung oder das Einrenken von Knochen und Gelenken. Der Patient erhält nach der Behandlung für eine Stunde einen Bonus von +1 auf alle Probewürfe, es können jedoch gleichzeitig Lähmungserscheinungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 10%).
Bei Misslingen der Fertigkeitsprobe erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch weitere Konsequenzen: unerwartete Blutungen, die zusätzlich 10% Lebenskraft kosten; Schmerzen, die dem Patienten für 24 Stunden einen Abzug von -1 auf alle Probewürfe, Patienten langfristig schwächen oder es können unschöne Narben zurückbleiben.12 Einfacher Eingriff: Umfassendere medizinische Prozeduren durchführen, wie beispielsweise das Richten von Knochen und Gelenken, die Entfernung von Abszessen unter der Haut, das operative Entfernen von Weisheitszähnen sowie oberflächliche Operationen an Augen, Ohren oder Nase. Für solche Eingriffe ist die Fertigkeit „Anatomie“ erforderlich, auf die (bei mangelnder Routine) im Vorfeld ein Probewurf abgelegt werden muss. Es ist zudem medizinisches Material notwendig, wie beispielsweise sterile Messer, Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den Probewert positiv und negativ beeinflussen. Unterstützung durch einen kompetenten Assistenten ist angeraten und kann den Probewurf um +2 erleichtern. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs 20-40% seiner Lebenspunkte (SL-Entscheid). Bei Misslingen des Probewurfs können permanente körperliche Folgen auftreten, z.B. der Verlust eines passenden Attributspunkts, oder eine Minderung der Erscheinung. (Dauer: 1W4 × 30 Minuten) 18 Schwieriger Eingriff: Operation im Bauchraum, wie beispielsweise auch ein Kaiserschnitt, Eingriffe am Rücken oder Gelenken, sowie tiefergehende Operationen an Augen, Ohren oder Nase durchführen. Für solche Eingriffe ist die Fertigkeit „Anatomie“ erforderlich, auf die im Vorfeld ein Probewurf abgelegt werden muss. Es ist zudem medizinisches Material notwendig, wie beispielsweise sterile Messer, Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den Probewert positiv und negativ beeinflussen. Unterstützung durch kompetente Assistenten ist angeraten und kann den Probewurf jeweils um +1 erleichtern (maximal +3). Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs 40-60% seiner Lebenspunkte (SL-Entscheid). Bei Misslingen des Probewurfs können permanente körperliche Folgen auftreten, z.B. der Verlust von 1W3 Attributspunkten, eine Minderung der Erscheinung oder des Bewegungsfaktors. Bei 5 Fehlpunkten verstirbt der Patient. (Dauer: 1W4+1 Stunden) 24 Riskanter Eingriff: Operationen an unmittelbar lebenswichtigen Organen wie Herz und Gehirn durchführen. Für solche Eingriffe ist die Fertigkeit „Anatomie“ erforderlich, auf die in jedem Fall im Vorfeld ein Probewurf abgelegt werden muss. Es ist zudem medizinisches Material notwendig, wie beispielsweise sterile Messer, Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den Probewert positiv und negativ beeinflussen. Unterstützung durch kompetente Assistenten ist unbedingt erforderlich, ansonsten ist der SG zusätzlich um +5 erhöht. Jeder Helfer mindert diese Erschwernis um 1. Selbst bei Gelingen des Probewurfs sind körperliche oder geistige Folgen erst ab 5 Erfolgspunkten ausgeschlossen. Der Patient verliert bei gelungenem Eingriff 60-80% seiner Lebenspunkte (SL-Entscheid). Bei Misslingen des Probewurfs verstirbt der Patient. (Dauer: 1W6+2 Stunden)
Mods durch Ausrüstung/Bedingungen:
Umstände Hilfsmittel SG Umstand PW Hilfsmittel -3 Zwei Mauern / Oberflächen im rechten Winkel zueinander (z.B. die Ecke eines Raumes) -1 Abgenutztes Seil -5 Zwei gegenüberliegende Mauern / Oberflächen (z.B. ein enger Schacht oder Kamin) +1 Hochwertiges Seil +3 Oberfläche ist nass oder rutschig +2 Kletterhaken +5 Oberfläche ist schmierig oder vereist +3 spezielle Kletterhandschuhe und Schuhwerk
Erfolgspunkte bei einer Fertigkeitsprobe mit Anatomie können genutzt werden, um situative Vorteile zu erlangen. Jeder Vorteil kann auch mehrfach gewählt werden, insofern die Umstände dies erlauben (SL-Entscheid).
Theorie:
- 2 EP: Probewert +1 bei der nächsten „Gesellschafts“-Probe mit gleichem oder geringeren SG, die sinnvollerweise von der erhaltenen
- 5 EP: Der Bonus auf die „Heilkunde“-Probe nach erfolgreicher Planung und Vorbereitung eines operativen Eingriffs wird um +1 erhöht.
Praxis:
- X EP: Die Nebenwirkungen des Eingriffs (Lebenspunktverlust,) werden um X% gemindert.
- 8 EP: .... Schnellere Erholung nach Eingriff / HR?