Kultur (Spezialisierung)

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Version vom 16. Juli 2022, 20:27 Uhr von Christian (Diskussion | Beiträge)
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Kategorie: Bildung, Interaktion      
Zuordnung: SW 1-3   allgemein, adaptiv
SW 4-10   allgemein, adaptiv
Bezugsattribut: IN-Wissen, PE-Charisma      
Komplexität: 4 Assoziierte Fertigkeiten: Darstellen, Gesellschaft

Diese Spezialisierung macht dem Charakter kulturelles Fachwissen zugänglich, welches mit einer Fertigkeitsprobe auf „Gesellschaft“ abgerufen werden kann. Von trivialem Wissen über Feiertage und Festlichkeiten, über das Verständnis kultureller Eigenheiten bis hin zur angemessenen Etikette in offiziellen Situationen, kann der Charakter auf vielfältige Weise von dieser Spezialisierung profitieren. Der Schwierigkeitsgrad der Probe hängt davon ab wie verbreitet die fragliche Information ist, und wie wahrscheinlich es ist, dass der Charakter aufgrund seines Hintergrunds bereits mit dem Thema in Berührung kam. Dem wird durch die allgemeinen Modifikatoren Rechnung getragen, die in der Beschreibung von „Gesellschaft“ aufgeführt sind. Im Allgemeinen kann sich der SL an folgenden Richtlinien orientieren:

SG Information Beschreibung & Beispiele
5 Trivial Bräuche und Traditionen, die jedem Bürger mit grundlegender Allgemeinbildung bekannt sein sollten (z.B. Name und Zeitpunkt wichtiger Feiertage; allgemeiner Anlass oder zentrales Thema eines Volksfestes; grundlegende Benimmregeln, Gesten und Höflichkeitsfloskeln (Begrüßung, Vorstellung, Danksagung, Verabschiedung); korrekte Anreden für höhergestellte und besonders wichtige Personen; allgemeine Stereotypen einer Rasse (Äußerlichkeiten, Verhalten, Mentalität, Moral); traditionelle Kleidung, Speisen, Kunst und Symbolik einer Rasse beschreiben; ...)
10 Verbreitet kulturelle Aspekte, die zwar Gegenstand des Alltags, jedoch bei Weitem nicht jedem Bürger bekannt sind (z.B. spezifischer Anlass und Hintergründe wichtiger Feiertage; genauer Ablauf bestimmter Festlichkeiten (Kostüme, Speisen und Getränke, Geschenke, Veranstaltungen); erforderliche Etikette in offiziellen Situationen des Alltags (Ansprache, Bewerbung, Hochzeit, Trauerfeier); angemessene Anreden und besonders zuvorkommende Floskeln; spezifische Stereotypen eines Volkes oder einer Nation, insbesondere in Abgrenzung zur Rasse im Allgemeinen; traditionelle Kleidung, Speisen, Kunst und Symbolik eines Volkes beschreiben; ...)
15 Selten kulturelle Informationen, die normalerweise nicht für den Alltag relevant sind und die man daher eigentlich nur nach entsprechendem Studium kennen kann oder gezielt nachschlagen müsste (z.B. die genaue Herkunft und Geschichte eines Feiertages; spezielle Aspekte und Besonderheiten bei einer offiziellen Festivität; erforderliche Etikette in besonders formellen gesellschaftlichen Situationen (Audienz, Prozess, Hofball, Weihe); differenzierte Betrachtung von Stereotypen, auch bezogen auf regionale Eigenheiten; Abweichungen in Stil und Symbolik im Vergleich zur üblichen Tradition erkennen; ...)
20 Komplex kritische Bewertung kultureller Unterschiede und Eigenheiten, sowie Einsichten, die ein tieferes Verständnis und umfassende Detailkenntnis erfordern (z.B. Bräuche geschickt an veränderte Begebenheiten anpassen, ohne größere Kontroversen anzustoßen; angemessene Etikette unter völlig unerwarteten Umständen improvisieren; Analyse von Missverständnissen und Konflikten auf kultureller Ebene; Bestärken oder Entkräften von Vorurteilen; Abweichungen in Stil oder Symbolik individuell interpretieren; ...)
25 Abstrakt Betrachtung sozio-kultureller Beziehungen und Besonderheiten aus ungewöhnlichen Perspektiven, Knüpfen alternativer und neuartiger Zusammenhänge, sowie Anwendung spekulativer Theorien (z.B. Herleitung und Erklärung geläufiger sowie bisher unbekannter Traditionen und Bräuche; Analyse politischer Beziehungen auf kultureller Ebene; hintergründige kulturelle Parallelen oder Gegensätze herausarbeiten; Bewertung von Etikette und Brauchtum aus dem Blickwinkel fremder Kulturen, und deren adäquate Anpassung oder Übertragung zur besseren Verständigung; ...)

Dabei ist natürlich zu beachten, dass manche Bräuche und Traditionen nur in eingeweihten Kreisen üblich sind und vielleicht sogar bewusst verschleiert werden. In solch einem Fall kann der SL den Schwierigkeitsgrad zusätzlich um bis zu +5 erhöhen.


Erfolgspunkte bei einer Fertigkeitsprobe mit Kultur können genutzt werden, um situative Vorteile zu erlangen. Jeder Vorteil kann auch mehrfach gewählt werden, insofern die Umstände dies erlauben (SL-Entscheid).

  • 2 EP: Probewert +1 bei der nächsten „Gesellschafts“-Probe mit gleichem oder geringeren SG, die sinnvollerweise von der erhaltenen Information profitieren könnte.
  • 4 EP: Ein zusätzliches Detail zur erhaltenen Information erfahren, beispielsweise ein angemessenes Geschenk für einen erfragten Anlass, oder eine besonders passende Floskel in einer bestimmten Situation. Alternativ kann der SL auch eine andere Information preisgeben, die unmittelbar mit dem ursprünglichen Anliegen verknüpft ist, beispielsweise die unmittelbare Einschätzung eines Vorurteils oder die zugehörige Verabschiedungsfloskel zu einer formellen Begrüßung.
  • 5 EP: Probewert +[SG ÷ 5] (abgerundet) bei einer anschließenden „Überzeugen“-Probe, wenn die erhaltene Information sinnvoll ins Rollenspiel eingebracht werden kann.
  • 10 EP: Der Spieler kann selbst eine sinnvolle Information gleicher oder geringerer Komplexität zur Spielwelt beitragen. Diese sollte mit dem ursprünglichen Anliegen des Charakters in Verbindung stehen oder die Erzählung auf andere Weise bereichern. Es steht dem SL frei korrigierend einzugreifen, sollten sich durch die Idee des Spielers Widersprüche mit bereits etablierten Fakten oder ausgearbeiteten Aspekten der Spielwelt ergeben.

Fertigkeitsproben auf „Gesellschaft“ {Kultur} sind ausreichend, wenn der Charakter außerhalb einer sozialen Interaktion bestimmte Informationen in Erfahrung bringen möchte, oder wenn er eine solche Situation schlichtweg unauffällig und ohne Fehltritte hinter sich bringen will. Gerade in diesem Fall wäre ein Probewurf gegen einen unbestimmtem SG sinnvoll, der nach den üblichen Richtlinien ausgelegt werden kann, und WA-Intuition ein mögliches alternatives Bezugsattribut.
Steht der Charakter jedoch im Zentrum der Aufmerksamkeit, und legt es vielleicht sogar darauf an positiv aufzufallen oder bei einer bestimmten Person einen guten Eindruck zu hinterlassen, sollte diese Spezialisierung mit der FertigkeitDarstellen“ eingesetzt werden. Das Bezugsattribut ist dann PE-Charisma, und die Erscheinung des Charakters gilt als zusätzlicher Modifikator. Der SL kann dann einen SG festlegen, der das kulturelle Niveau oder den individuellen Anspruch widerspiegelt. Auch ein konkurrierender Probewurf ist denkbar, wenn der Charakter mit jemandem um das Rampenlicht wetteifert.
Eine solche Fertigkeitsprobe soll das Rollenspiel natürlich keinesfalls ersetzen, sondern vielmehr ergänzen. Das Ergebnis kann dem SL Entscheidungshilfe sein und den Ablauf einer Szene in Einklang mit den Kompetenzen des Charakters mitgestalten.