Anatomie (Spezialisierung): Unterschied zwischen den Versionen

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Grundlagen der modernen Medizin und alternativer Konzepte; Wissen um den detaillierten Aufbau des Körpers, physiologische Zusammenhänge und Körperfunktionen; Durchführung von Eingriffen und Operationen
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Diese [[Spezialisierung]] verleiht medizinisches Fachwissen über den detaillierten Aufbau des Körpers, physiologische Zusammenhänge und biologische Körperfunktionen. Im Zusammenspiel mit der [[Fertigkeit]] „[[Wissenschaft (Fertigkeit)|Wissenschaft]]“ kann der Charakter einerseits auf die gängige akademische Fachsprache zurückgreifen und so die korrekten Bezeichnungen für Organe, Knochen und Prozeduren nutzen, oder sich andererseits kompetent über medizinische Theorien austauschen. Diese sind meist kulturell geprägt und müssen nicht zwangsläufig mit den Erkenntnissen moderner Medizin in Einklang stehen. In einem [[Setting]] nach asiatischem Vorbild würde beispielsweise auch das Wissen um die Energiemeridiane des Körpers und die Theorie der Akupunktur von dieser [[Spezialisierung]] abgedeckt. Hier ist stets [[IN-Wissen]] das [[Bezugsattribut]].  <br>
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Für die alltägliche Anwendung wird '''Anatomie''' jedoch stets mit der [[Fertigkeit]] „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“ eingesetzt. Welche Funktion erfüllt ein bestimmtes Organ, und welchen Bedingungen sind dazu notwendig? Wie sollte sich ein gesundes Organ verhalten und aussehen und über welche Gefäße wird es versorgt? Welche Zusammenhänge und Wechselwirkungen gibt es zwischen bestimmten Körperfunktionen? Bei welchen Ausfällen und Mangelerscheinungen besteht Lebensgefahr? Mit welchen Bändern, Muskeln und Sehnen sind gewisse Knochen verbunden, und welche Bewegungsabläufe vollziehen sie? Welche Knochen und Muskeln sind von einer vorliegenden  Verletzung betroffen, und welche Konsequenzen werden sich daraus ergeben? Solche und ähnliche Fragen, bezüglich Funktion und Zusammenspiel verschiedener Knochen, Muskeln, Gefäße und Organe, können durch eine [[Fertigkeitsprobe]] beantwortet und abgerufen werden. Auch für solche Anwendungen wird [[IN-Wissen]] als [[Bezugsattribut]] herangezogen. Dabei gelten folgende Richtlinien für den [[Schwierigkeitsgrad]] der Probe: <br>
  
einen besonderen operativen Eingriff planen {Anatomie} (IN-Verstand)
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:{| class="mytable050"
komplexe medizinische Theorien und Fachbegriffe kennen {Anatomie} (IN-Wissen)
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! class="mytableheader" align="center" | SG
um den Aufbau des Körpers sowie Funktion und Zusammenspiel verschiedener Organe wissen {Anatomie} (IN-Wissen)
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! class="mytableheader" align="center" | Information
das praktische Prinzip eines bestimmten Heilkonzepts, wie beispielsweise fernöstliche Akupunktur, kennen {Anatomie}
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! class="mytableheader" align="left" | Beschreibung &  Beispiele
einen operativen Eingriff praktisch durchführen {Anatomie}
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| align="center"| 5
Diese [[Fertigkeit]] umfasst medizinisches Fachwissen über die Anatomie des menschlichen Körpers. Dazu gehören etwa Lage und Benennung von Knochen, Gefäßen und Organen sowie das, meist kulturell geprägte (und in der Regel nicht mit den Erkenntnissen moderner Medizin in Einklang stehende) Wissen um deren Funktion. In einem [[Setting]] nach asiatischem Vorbild würde auch das Wissen um Meridiane des Körpers und Akupunktur in die Zuständigkeit dieser [[Fertigkeit]] fallen. Die medizinische Praxis im Sinne oberflächlicher und medikamentöser Behandlung wird von der [[Fertigkeit]] „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“ abgedeckt, welche je 8 [[Fertigkeitspunkt]]e die [[Komplexität]] von '''Anatomie''' um einen Punkt mindert. Nur mit Kenntnis in '''Anatomie''' können mittels „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“ operative Eingriffe durchgeführt werden, die normales Zähneziehen und Wundenflicken übersteigen. Der [[SL]] legt einen [[SG]] fest, je nach Schwierigkeit des geplanten Eingriffs. Gelingt der [[Probewurf]] auf '''Anatomie''' ist sich der Charakter sicher genug um die Operation durchzuführen. Je 5 [[Erfolgspunkte]] erhält er für den anschließend bei der Operation notwendigen Probewurf auf „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“ einen Bonus von +1. Misslingt der [[Probewurf]] auf '''Anatomie''', ist sich der Charakter nicht sicher und wird die Operation nicht riskieren. Kann er sich weitere Informationen einholen, etwa mit Hilfe anatomischer Fachliteratur oder im Gespräch mit anderen Fachkundigen, darf der [[Probewurf]] wiederholt werden. Bei 5 oder mehr [[Fehlpunkte|Fehlpunkten]] kann der [[SL]] entscheiden, dass sich der Charakter überschätzt und die Operation trotz fachlicher Unsicherheiten durchführt, was schlimme Folgen für den Patienten haben kann. <br>
+
| align="center"| Trivial
Zudem verleiht diese [[Fertigkeit]] dem Charakter einen Schadensbonus von je +1 bei [[Fertigkeitswert]] 6, 12 und 18, wenn ausschließlich [[Ausdauerschaden]] verursacht werden soll. <br>
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| align="left" | medizinische Grundlagen, die jedem Bürger mit gewisser Allgemeinbildung bekannt sein könnten ''(z.B. grundlegender Aufbau des Körpers aus Knochen, Muskeln und Organen; Namen und Lage der wichtigsten inneren Organe, wie Herz, Lunge und Gehirn sowie der prominentesten Knochen; Bezeichnungen und Zuständigkeiten der Sinnesorgane (Auge: Sehen, Ohren: Hören, Nase: Riechen, Zunge: Schmecken, Haut: Fühlen);  ...)''
Die [[Fertigkeit]] kann [[nur geübt anwendbar|nur geübt angewandt]] werden. Wer einen [[Fertigkeitswert]] von 0 besitzt hat sich noch nie mit derartigen Fragen auseinandergesetzt. Dieser Person mögen Name und Sitz der wichtigsten Organe bekannt sein, mehr aber auch nicht.
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| align="center"| 10
Im Folgenden werden einige praktische Beispiele der Anwendung dieser [[Fertigkeit]] beschrieben: <br>
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| align="center"| Gängig
 
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| align="left" | medizinische Fakten, die zwar auch im Alltag zu beobachten sind, jedoch bei Weitem nicht von jedem Bürger erklärt werden könnten ''(z.B.  grundlegende Funktionen der wichtigsten inneren Organe (Herz: Blutkreislauf, Lunge: Atmung, Magen: Verdauung, Leber: Stoffwechsel); die Schwere einer oberflächlichen Verletzung (Prellung, glatter Schnitt, einfacher Knochenbruch) und etwaige Konsequenzen abschätzen; lebenswichtige Körperfunktionen und Bedingungen zum Lebebserhalt identifizieren; ...)''
(Anmerkung: Um die Schwere einzelner Wunden nachvollziehen zu können, ist es ratsam den erlittenen Schaden im [[Kampfblatt]] der [[Charaktermappe]] nicht direkt aufzusummieren, sondern als Funktion der einzelnen Schadensbeiträge in der Zelle zu vermerken. z.B. "=5+3+12" statt "20". So kann der Charakter auch genauere Auskunft darüber geben, welche seiner Wunden am gravierendsten ist. Dies ist für einen Anwender der Heilkunde durchaus relevant, wie die folgenden Beispiele zeigen. Auch natürliche Heilung kann dann gegebenenfalls in chronologisch sinnvoller Reihenfolge der Verletzungen geschehen.)
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| align="center"| 15
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| align="center"| Anspruchsvoll   
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| align="left" | medizinische Informationen, die man eigentlich nur nach entsprechendem Studium kennen kann oder gezielt nachschlagen müsste ''(z.B. Fachbegriffe für die wichtigsten Organe, Muskeln und Knochen; Fachbegriffe für grundlegende und häufig genutzte medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau des Körpers mit Gefäßen und Nervenbahnen; grundlegende Funktionen anderer Organe sowie sekundäre Funktionen der wichtigsten Organe; Zusammenspiel verschiedener wichtiger Organe (Herz-Lunge, Magen-Darm, Leber-Niere) sowie der Knochen und Muskeln in den Extremitäten; die Schwere einer komplizierteren Verletzung (tiefe Fleischwunde, Splitterbruch) und deren Konsequenzen abschätzen; ...)''
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| align="center"| 20
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| align="center"| Komplex
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| align="left" | detaillierte medizinische Informationen, die eigentlich nur in akademischen Kreisen eine Rolle spielen, sowie kritische Betrachtung und Verknüpfung anatomischer Fakten ''(z.B. Fachbegriffe für sonstige Organe, Muskeln und Knochen sowie Gefäße und Nervenbahnen; Fachbegriffe für spezifische und seltene medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau und Funktionsweise der Sinnesorgane; Zusammenspiel von Knochen, Sehnen und Muskeln in komplexen Gliedmaßen; Zusammenhang von Symptomen und Ursachen bei anatomisch bedingten Beschwerden; die Schwere einer inneren Verletzung (Organblutung, physische Traumata) und deren Konsequenzen abschätzen;...)''
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| align="center"| Abstrakt 
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| align="left" | Betrachtung anatomischer Fakten aus ungewöhnlichen Perspektiven, Finden alternativer und neuartiger Ansätze, sowie Anwendung spekulativer Theorien ''(z.B. Vergleich und Verknüpfung unterschiedlicher medizinischer Theorien; Entwicklung neuer Behandlungmethoden auf Basis alternativer Ansätze; ...)''
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Ein Charakter, dessen [[Fertigkeitswert]] in [[Wissenschaft (Fertigkeit)|Wissenschaft]]“ deutlich höher ist als in „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“, hat sich wohl aus rein akademischem Interesse mit '''Anatomie''' beschäftigt. Ihm sind Aufbau und Funktionen des Körpers eher aus Büchern und von Zeichnungen bekannt, tatsächlich damit konfrontiert war er vielleicht höchstens aus den Zuschauerrängen eines Vorlesungssaals. Umgekehrt ist ein Charakter mit deutlich höherer „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“ als „[[Wissenschaft (Fertigkeit)|Wissenschaft]]“ wohlmöglich jemand, der sich die '''Anatomie''' selbst beigebracht hat, durch Beobachtungen und unmittelbare Erfahrungen am lebenden oder toten Objekt. Er kennt vielleicht nicht die passenden Fachbegriffe, weiß jedoch mit den Skalpell umzugehen und eine Operation erfolgreich durchzuführen.  
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Die praktische Umsetzung theoretischer Heilkonzepte und anatomischen Fachwissens wird nämlich ebenfalls mit [[Fertigkeitsprobe]]n auf „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“ realisiert. Sei es der fachgerechte Einsatz von Akupunktur und ähnlicher Methoden, oder aber die Durchführung operativer Eingriffe – zum Wohle des Patienten ist eine entsprechende Kompetenz in '''Anatomie''' unabdingbar. Da es in der Praxis auf eine ruhige Hand und akribische Genauigkeit ankommt, gilt hier [[GE-Präzision]] als [[Bezugsattribut]]. Der [[Schwierigkeitsgrad]] einer solchen Prozedur ergibt sich unmittelbar aus deren Aufwand und Risiko. Dabei kann das Umfeld und die zur Verfügung stehende Ausrüstung einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben. Steht dem Charakter entsprechende Fachliteratur zur Verfügung, oder ist ein Austausch mit anderen Fachkundigen möglich, kann er sich besonders gut auf einen operativen Eingriff vorbereiten. Dies nimmt [SG ÷ 6] Tage in Anspruch, woraufhin eine [[Fertigkeitsprobe]] auf „[[Wissenschaft (Fertigkeit)|Wissenschaft]]“ {Anatomie} mit [[IN-Verstand]] als [[Bezugsattribut]] durchgeführt wird. Bei Gelingen erhält der Charakter +1 auf den anschließend bei der Operation notwendigen [[Probewurf]]. Dieser Bonus kann mit [[Erfolgspunkte]]n noch weiter ausgebaut werden. Im Folgenden werden einige praktische Beispiele der Anwendung dieser [[Spezialisierung]] beschrieben: <br>
  
 
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| align="left"| ''Medizin verabreichen'': Einem Patienten die passenden Medikamente in der richtigen Dosis auf die rechte Weise verabreichen. Nur bei Gelingen schlägt die vorgesehene Behandlung auch in gewünschter Weise an. Bei entsprechender Routine kann der [[Probewurf]] auch ausgelassen werden, in besonders riskanten Situationen ist er jedoch unbedingt erforderlich. So erfordert beispielsweise das Verabreichen eines [[Tränke und Elixiere|Heiltrankes]] an einen Bewusstlosen eine erfolgreichen [[Probewurf]], sonst gelangt die Flüssigkeit in die Luftröhre und bringt möglicherweise mehr Schaden als Nutzen. (Dauer: 1W2+1 Runden)
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| align="left"| ''Äußerliche Behandlung'': <br>Durchführung einfacher, oberflächlicher operativer Prozeduren, wie das Ziehen von Zähnen, einem Aderlass oder das Entfernen von Warzen und kleinen Geschwüren. Der Patient verliert bei gelungener Behandlung (bis zu) 20% seiner [[Lebenspunkte]]. Die Prozedur dauert lediglich [1W3 × 10] Minuten (oder [[SL]]-Entscheid). <br> Durchführung einfacher, nicht operativer Prozeduren zur Steigerung des Wohlbefindens, wie beispielsweise Akupunktur zur Entspannung oder das Einrenken von Knochen und Gelenken. Der Patient erhält nach der Behandlung für eine Stunde einen Bonus von +1 auf alle [[Probewürfe]], es können jedoch gleichzeitig [[Zustände#Lähmung|Lähmungserscheinungen]] oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten  (Wahrscheinlichkeit 10%). <br> Bei Misslingen der [[Fertigkeitsprobe]] erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz:  unerwartete Blutungen, die zusätzlich 10% [[Lebenskraft]] kosten; verdoppelte Dauer der [[Zustände#Lähmung|Lähmung]]; [[Zustände#Schwäche|Schwäche]] oder [[Zustände#Benebelung|Schwindel]] ⟪1⟫ für 24 Stunden; oder es können unschöne Narben zurückbleiben. Je 5 [[Fehlpunkte]] tritt kumulativ eine weitere solche Konsequenz ein. Bei [[Zustände#Schwäche|Schwäche]] oder [[Zustände#Benebelung|Schwindel]] wird entweder Dauer oder Ausmaß entsprechend erhöht.
 
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| align="left"| ''Allgemeine Pflege'': Sich um die Bedürfnisse eines Patienten kümmern sowie für erholsame und vor allem hygienische Bedingungen sorgen. Bei Gelingen ist die [[Heilungsrate]] um eine Stufe besser, als es durch die herrschenden Umstände eigentlich gerechtfertigt wäre. So würde beispielsweise die [[Heilungsrate|schnelle Heilungsrate]] gelten, auch wenn die Unterbringung den erforderlichen Komfort missen lässt, wie etwa bei einem Lager im Freien. Der Heiler selbst kann sich während der Pflege natürlich nicht erholen. Misslingt der [[Probewurf]] verbleibt die [[Heilungsrate]] für diesen Tag unverändert. (Dauer: 1 Stunde pro Patient)
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| align="left"| ''Einfacher Eingriff'': <br>Durchführung von risikoarmen, jedoch invasiven operativen Prozeduren, wie dem Entfernen von Abszessen unter der Haut, dem Ziehen eingewachsener Weisheitszähne, dem Fügen einfacher Knochenbrüche, einer regulären Entbindung oder oberflächlichen Operationen an Augen, Ohren oder Nase. Solche Prozeduren sind ohne entsprechendes medizinisches Material, wie scharfe Messer, Binden oder Nadel und Faden, kaum machbar. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 40% seiner [[Lebenspunkte]]. Die Prozedur dauert [1W4 × 30] Minuten (oder [[SL]]-Entscheid). <br> Durchführung anspruchsvoller, nicht operativer Prozeduren mit therapeutischer Absicht, wie beispielsweise Akupunktur zur Schmerzlinderung oder dem Richten ausgekugelter Gelenke oder verklemmter Nerven. Nach gelungener Behandlung können allerdings für 1W6 Stunden [[Zustände#Lähmung|Lähmungserscheinungen]] oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 20%). <br> Bei Misslingen der [[Fertigkeitsprobe]] erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: ein passendes [[Attribut]], der [[Bewegungsfaktor]] oder die [[Erscheinung]] des Patienten wird für 1W4+2 Wochen um -1 gemindert. Je 5 [[Fehlpunkte]] kann Dauer oder Höhe des Abzugs erhöht werden, oder es tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein.
 
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| align="left"| ''Äußerliche Behandlung'': Einfache Prozeduren wie das Ziehen von Zähnen, einen Aderlass oder die Entfernung von Warzen und oberflächlichen Abszessen ohne weitere Komplikationen durchführen. Bei Misslingen können unerwartete Blutungen auftreten, die den Patienten langfristig schwächen oder es können unschöne Narben zurückbleiben. Der Patient verliert bei der Behandlung (bis zu) 20% seiner [[Lebenspunkte]] ([[SL]]-Entscheid). (Dauer: 1W3 × 10 Minuten)
+
| align="left"| ''Schwieriger Eingriff'': <br>Durchführung von riskanten Operationen, wie das Entfernen des Blinddarms, ein Kaiserschnitt oder ähnliche Eingriffe im Bauchraum, Operationen am Rücken oder den Gelenken, das Fügen zersplitterter Knochen, sowie invasive Prozuduren an Augen, Ohren oder Nase. Für solche Eingriffe die Unterstützung durch kompetente Assistenten angeraten. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 60% seiner [[Lebenspunkte]]. Die Prozedur dauert 1W4+2 Stunden (oder [[SL]]-Entscheid).<br> Durchführung riskanter, nicht operativer Prozeduren mit heilender Absicht, wie beispielsweise Akupunktur am Auge oder ähnlich  empfindlichen Stellen oder die manuelle Korrektur dauerhafter Fehlhaltungen, die das Rückgrat in Mitleidenschaft ziehen könnten. Nach gelungener Behandlung können für 1W3 Tage [[Zustände#Lähmung|Lähmungserscheinungen]] oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 30%). <br> Bei Misslingen der [[Fertigkeitsprobe]] erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: ein passendes [[Attribut]], der [[Bewegungsfaktor]] oder die [[Erscheinung]] des Patienten wird <u>dauerhaft</u> um -1 gemindert. Je 4 [[Fehlpunkte]] tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein. Unerwartete Blutungen können hier durchaus auch zum Tod des Patienten führen.
 
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| align="left"| ''Erste Hilfe leisten'': Lebenserhaltende Maßnahmen einleiten, die einen [[Schadensstufen#Sterben und Tod|Sterbenden]] stabilisieren und mehr Zeit für weitere Hilfsmaßnahmen schaffen. Dazu gehört beispielsweise Blutungen abzudrücken, Fremdkörper zu entfernen, den Körper in eine stabile Lage zu bringen, bei Atemstillstand zu Beatmen oder eine Rhythmusmassage bei Herzstillstand durchzuführen. Bei Gelingen wird das Intervall zwischen den [[Rettungswurf|Rettungswürfen]], die über Leben und Tod entscheiden, verlängert. Normalerweise beträgt das Intervall 5 [[Runden]], nach erfolgreicher Erster Hilfe wird es um [5 + [[EP]]<nowiki>]</nowiki> [[Runden]] verlängert. (Dauer: 1W3+2 Runden)
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| align="left"| ''Kritischer Eingriff'': <br>Durchführung von Operationen an unmittelbar lebenswichtigen Organen, wie Herz, Lunge oder Gehirn, etwa um Fehlbildungen zu beheben oder Tumore zu entfernen. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 80% seiner [[Lebenspunkte]] und selbst bei Gelingen des [[Probewurf]]s wird ein passendes [[Attribut]], der [[Bewegungsfaktor]] oder die [[Erscheinung]] des Patienten temporär um -1W3 gemindert. Die Erholungsrate beträgt 1 Punkt pro Monat. Die Prozedur dauert 1W8+4 Stunden (oder [[SL]]-Entscheid).<br> Bei Misslingen des [[Probewurf]]s ist der ermittelte Verlust an [[Attribut]]en oder [[Eigenschaften]] permanent. Je 3 [[Fehlpunkte]] tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein. Bei mehr als 12 [[Fehlpunkte]]n verstirbt der Patient.
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Je nachdem wie umfangreiche und schmerzhaft eine solche Prozedur ist, sollte zumindest eine örtliche Betäubung vorgenommen werden, falls dies überhaupt möglich ist. Ansonsten muss dem Patienten eine [[Fertigkeitsprobe]] auf „[[Kontrolle (Fertigkeit)|Kontrolle]]“ {Beherrschung} gegen den gleichen [[SG]] gelingen (oder [[SL]]-Entscheid). Etwaige [[Fehlpunkte]] werden unmittelbar als Abzug auf die „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“-Probe angerechnet. <br>
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Unterstützung durch einen oder mehrere fähige Assistenten kann die praktische „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“-Probe erheblich erleichtern. Hier gelten die regulären Regeln für [[Probewürfe#Gemeinsame Proben|gemeinsame Proben]], wobei der [[SL]] einen Mindestwert in „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“ voraussetzen und einen maximalen Gesamtbonus bestimmen kann. In diesem Zusammenhang sollte der zusätzliche Beitrag zum [[Probewert]] bei fortgeschrittener [[Kompetenzstufen|Kompetenz]] besonders beachtet werden. Auch die medizinische Ausrüstung und die Bedingungen, unter denen die Prozedur durchgeführt wird, haben einen Einfluss auf [[Schwierigkeitsgrad]] oder [[Probewert]]. Die folgenden Angaben sollen dem [[SL]] hierbei als Richtlinie dienen.
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! class=mytableheader align=center width="35" | [[SG]]
| align="left"| ''Leichte Wunden versorgen'': Oberflächliche Verletzungen reinigen, verbinden oder mit wenigen Stichen vernähen. Bei Gelingen wird 1 [[LE]] wieder hergestellt, plus 1 [[LE]] je 8 [[Erfolgspunkte]]. Allerdings können maximal die Hälfte der [[Schadenspunkte]] negiert werden, welche die behandelte Wunde ausmachen, der Rest muss natürlich oder magisch verheilen. Jede erlittene Wunde kann nur einmal auf diese Weise behandelt werden. Bei Misslingen kann die gleiche Wunde nicht nochmal versorgt werden. Erfordert medizinisches Material, wie beispielsweise Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den [[Probewert]] positiv und negativ beeinflussen. (Dauer 1W4+3 Runden).
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! class=mytableheader align=left  | Umstand
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| rowspan="6" style="border-top: none; border-bottom: none" width="15" |
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! class=mytableheader align=center  width="35" | [[PW]]
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! class=mytableheader align=left  | Hilfsmittel
 
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|-
| align="center"| 12
+
| align=center | +5
| align="left"| ''Intensive Pflege'': Sich besonders fürsorglich um die Bedürfnisse eines Patienten kümmern, sodass diesem alle Anstrengungen abgenommen werden und eine möglichst schnelle Erholung möglich ist. Bei Gelingen ist die [[Heilungsrate]] um zwei Stufen besser, als es durch die herrschenden Umstände eigentlich gerechtfertigt wäre. Bei komfortabler Unterbringung und ruhiger Umgebung wird die eigentlich gerechtfertigte [[Heilungsrate|schnelle Heilungsrate]] zusätzlich um +1 erhöht. Der Heiler selbst kann sich während der Pflege natürlich nicht erholen. Misslingt der [[Probewurf]] verbleibt die [[Heilungsrate]] für diesen Tag unverändert. (Dauer: 2 Stunden pro Patient)
+
| bei mangelnder Hygiene
 +
 
 +
| align=center | -6
 +
| medizinisches Material muss improvisiert werden ''(Pfeilspitze statt Messer, Baumrinde als Bandage, Einschnitt abbinden statt vernähen, ...)''
 
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| align="center"| 12
+
| align=center | +3
| align="left"| ''Einfacher Eingriff'': Umfassendere medizinische Prozeduren durchführen, wie beispielsweise das Richten von Knochen und Gelenken, die Entfernung von Abszessen unter der Haut, das operative Entfernen von Weisheitszähnen sowie oberflächliche Operationen an Augen, Ohren oder Nase. Für solche Eingriffe ist die [[Fertigkeit]] „[[Anatomie (Fertigkeit)|Anatomie]]“ erforderlich, auf die (bei mangelnder Routine) im Vorfeld ein [[Probewurf]] abgelegt werden muss. Es ist zudem medizinisches Material notwendig, wie beispielsweise sterile Messer, Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den [[Probewert]] positiv und negativ beeinflussen. Unterstützung durch einen kompetenten Assistenten ist angeraten und kann den Probewurf um +2 erleichtern. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs 20-40% seiner [[Lebenspunkte]] ([[SL]]-Entscheid). Bei Misslingen des [[Probewurf]]s können permanente körperliche Folgen auftreten, z.B. der Verlust eines passenden [[Attributspunkt]]s, oder eine Minderung der [[Erscheinung]]. (Dauer: 1W4 × 30 Minuten)
+
| mit Ablenkung oder Zeitdruck
 +
 
 +
| align=center | -4
 +
| medizinisches Material von minderwertiger Qualität ''(stumpfes Messer, zerschlissene Bandagen, verbogene Nadel, grober Faden, ...)''
 
|-
 
|-
| align="center"| 14
+
| align=center | +2
| align="left"| ''Kritische Wunden versorgen'': Die Wunden eines Schwerverletzten oder [[Schadensstufen#Sterben und Tod|Sterbenden]] behandeln. Bei Erfolg wird 1 [[LE]] wieder hergestellt, plus 1 [[LE]] je 5 [[Erfolgspunkte]]. Bei [[Schadensstufen#Sterben und Tod|Sterbenden]] sinkt die [[Todesschwelle]] um den gleichen Betrag. Alternativ können hier auch [[blutende Wunden]] gestillt werden, dann bleibt jedoch die Senkung der [[Todesschwelle]] aus. Allerdings können maximal die Hälfte der [[Schadenspunkte]] negiert werden, welche die behandelte Wunde ausmachen, der Rest muss natürlich oder magisch verheilen. Jede erlittene Wunde kann nur einmal auf diese Weise behandelt werden. Bei Misslingen kann die gleiche Wunde nicht nochmal versorgt werden. Erfordert medizinisches Material, wie beispielsweise Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den [[Probewert]] positiv und negativ beeinflussen. (Dauer 1W6+4 Runden)
+
| bei schlechter Beleuchtung
 +
 
 +
| align=center | ±0
 +
| medizinisches Material von normaler Qualität ''(gutes Messer, saubere Leinenbinden, spitze Nadel, glatter Faden, ...)''
 
|-
 
|-
| align="center"| 16
+
| align=center | -3
| align="left"| ''Schwieriger Eingriff'': Operation im Bauchraum, wie beispielsweise auch ein Kaiserschnitt, Eingriffe am Rücken oder Gelenken, sowie tiefergehende Operationen an Augen, Ohren oder Nase durchführen. Für solche Eingriffe ist die [[Fertigkeit]] „[[Anatomie (Fertigkeit)|Anatomie]]“ erforderlich, auf die im Vorfeld ein [[Probewurf]] abgelegt werden muss. Es ist zudem medizinisches Material notwendig, wie beispielsweise sterile Messer, Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den [[Probewert]] positiv und negativ beeinflussen. Unterstützung durch kompetente Assistenten ist angeraten und kann den Probewurf jeweils um +1 erleichtern (maximal +3). Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs 40-60% seiner [[Lebenspunkte]] ([[SL]]-Entscheid). Bei Misslingen des [[Probewurf]]s können permanente körperliche Folgen auftreten, z.B. der Verlust von 1W3 [[Attributspunkt]]en, eine Minderung der [[Erscheinung]] oder des [[Bewegungsfaktor]]s. Bei 5 Fehlpunkten verstirbt der Patient. (Dauer: 1W4+1 Stunden)
+
| ideale Bedingungen (Licht, Ruhe, Hygiene)
|-
+
 
| align="center"| 20+
+
| align=center | +3
| align="left"| ''Riskanter Eingriff'': Operationen an unmittelbar lebenswichtigen Organen wie Herz und Gehirn durchführen. Für solche Eingriffe ist die [[Fertigkeit]] „[[Anatomie (Fertigkeit)|Anatomie]]“ erforderlich, auf die in jedem Fall im Vorfeld ein [[Probewurf]] abgelegt werden muss. Es ist zudem medizinisches Material notwendig, wie beispielsweise sterile Messer, Binden oder Nadel und Faden. Die Qualität kann den [[Probewert]] positiv und negativ beeinflussen. Unterstützung durch kompetente Assistenten ist unbedingt erforderlich, ansonsten ist der [[SG]] zusätzlich um +5 erhöht. Jeder Helfer mindert diese Erschwernis um 1. Selbst bei Gelingen des [[Probewurf]]s sind körperliche oder geistige Folgen erst ab 5 [[Erfolgspunkte]]n ausgeschlossen. Der Patient verliert bei gelungenem Eingriff 60-80% seiner [[Lebenspunkte]] ([[SL]]-Entscheid). Bei Misslingen des [[Probewurf]]s verstirbt der Patient. (Dauer: 1W6+2 Stunden)
+
| medizinisches Material von hoher Qualität ''(scharfes Skalpell, abgekochte Baumwollbinden, frische Nadel, gewachster Faden)''
 
|}
 
|}
 +
<hr style="height:4px; visibility:hidden;" />
 +
[[Erfolgspunkte]] bei einer [[Fertigkeitsprobe]] mit '''Anatomie''' können genutzt werden, um situative Vorteile zu erlangen. Jeder Vorteil kann auch mehrfach gewählt werden, insofern die Umstände dies erlauben (SL-Entscheid). <br>
 +
 +
:'''Theorie''':
 +
* '''2 EP''': [[Probewert]] +1 bei der nächsten theoretischen „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“-Probe mit gleichem oder geringerem [[SG]], die sinnvollerweise von der erhaltenen Information profitiert, beispielsweise um die passende [[Medizin (Spezialisierung)|Medizin]] zu finden oder eine angemessene [[Pflege (Spezialisierung)|Pflegestrategie]] zu konzipieren.
 +
* '''5 EP''': [[Probewert]] +1 auf die praktische „[[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]]“-Probe nach erfolgreicher Planung und Vorbereitung eines Eingriffs oder einer Prozedur.
 +
<hr style="height:2px; visibility:hidden;" />
 +
:'''Praxis''':
 +
* '''X EP''': Die Nebenwirkungen des Eingriffs ([[Lebenspunkte|Lebenspunktverlust]] bzw. [[Zustände#Lähmung|Lähmungswahrscheinlichkeit]]) werden um X% gemindert.
 +
* '''5 EP''': Durch besondere Sorgfalt bei der Behandlung wird sich der Patient schneller erholen. Entweder wird die Dauer etwaiger Nebenwirkungen um 10% gemindert, oder die [[Heilungsrate]] für einen Tag um +1 erhöht. Wird die zweite Option mehrfach gewählt, gilt der Bonus für einen weiteren Tag.
 +
<hr style="height:4px; visibility:hidden;" />
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All diese Regelungen und Einflussfaktoren sollen dazu dienen, die Komplexität und das Risiko medizinischer Eingriffe angemessen widerzuspiegeln, gerade in einer dem Mittelalter nachempfundenen Spielwelt. Jedoch darf hier natürlich auch nicht die fantastische Komponente außer Acht gelassen werden. Der [[SL]] muss abwägen, inwieweit Heilmagie eine ernsthafte Alternative zu klassischer Medizin und konventionellen Heilpraktiken ist. In einer Spielwelt, in der auch gravierende Gebrechen mit einem Besuch im örtlichen Tempel behoben werden können, oder magische [[Tränke und Elixiere|Heiltränke]] bei jedem Krämer erhältlich sind, scheint ein umfassendes Studium der [[Heilkunde (Fertigkeit)|Heilkunde]] und damit verbundener Disziplinen natürlich nur noch mäßig nützlich und erstrebenswert. Auch würde wohl niemand das Risiko eingehen, das mit einem operativen Eingriff verbunden ist, wenn magische Heilung eine sofortige Linderung ohne Nebenwirkungen mit sich bringt. Der [[SL]] kann durch gezielte Maßnahmen dafür sorgen, dass natürliche [[Heilmittel]] und medizinisches [[Heilkunde (Fertigkeit)|Fachwissen]] weiterhin einen Platz in seiner [[Kampagne]] haben. So könnten [[Tränke und Elixiere|Heiltränke]] aufgrund hoher Nachfrage in elitären Kreisen oder knappen Ressourcen sehr selten und teuer sein. Auch die Gnade klerikaler Heilung könnte großzügige Spenden erfordern oder nur jenen zuteil werden, die selbst in Hingabe und Demut der betreffenden [[Pantheon#Höhere Mächte|Höheren Macht]] nachfolgen. Möglicherweise sind die erforderlichen [[Gebete]] zur Heilung schwerwiegender Krankheiten und Leiden auch nur wenigen auserwählten [[Priester (Basisklasse)|Priestern]] bekannt, die sich an entfernten Orten aufhalten. Andere Wege magischer Heilung könnten vielleicht mit einem Preis verbunden sein, der mit Ungewissheit statt mit Gold zu entrichten ist – unberechenbare [[Nebenwirkungen von Magie|Nebenwirkungen]] obskurer [[Tränke und Elixiere|Gebräue]], zweifelhafte Beweggründe des [[Scolar (Basisklasse)|Nekromanten]], der Genesung durch eine experimentelle Behandlung verspricht, oder Abhängigkeiten und Verpflichtungen, in die man sich im Gegenzug für eine schnelle Heilung begibt.
  
 
[[Kategorie:Arkan]]
 
[[Kategorie:Arkan]]

Aktuelle Version vom 10. Oktober 2021, 22:00 Uhr

Kategorie: Bildung      
Zuordnung: SW 1-3   arkan, klerikal, transzendent
SW 4-10   arkan, transzendent
Bezugsattribut: IN-Wissen, GE-Präzision, (IN-Verstand)      
Komplexität: 8 Assoziierte Fertigkeiten: Heilkunde, Wissenschaft

Diese Spezialisierung verleiht medizinisches Fachwissen über den detaillierten Aufbau des Körpers, physiologische Zusammenhänge und biologische Körperfunktionen. Im Zusammenspiel mit der FertigkeitWissenschaft“ kann der Charakter einerseits auf die gängige akademische Fachsprache zurückgreifen und so die korrekten Bezeichnungen für Organe, Knochen und Prozeduren nutzen, oder sich andererseits kompetent über medizinische Theorien austauschen. Diese sind meist kulturell geprägt und müssen nicht zwangsläufig mit den Erkenntnissen moderner Medizin in Einklang stehen. In einem Setting nach asiatischem Vorbild würde beispielsweise auch das Wissen um die Energiemeridiane des Körpers und die Theorie der Akupunktur von dieser Spezialisierung abgedeckt. Hier ist stets IN-Wissen das Bezugsattribut.
Für die alltägliche Anwendung wird Anatomie jedoch stets mit der FertigkeitHeilkunde“ eingesetzt. Welche Funktion erfüllt ein bestimmtes Organ, und welchen Bedingungen sind dazu notwendig? Wie sollte sich ein gesundes Organ verhalten und aussehen und über welche Gefäße wird es versorgt? Welche Zusammenhänge und Wechselwirkungen gibt es zwischen bestimmten Körperfunktionen? Bei welchen Ausfällen und Mangelerscheinungen besteht Lebensgefahr? Mit welchen Bändern, Muskeln und Sehnen sind gewisse Knochen verbunden, und welche Bewegungsabläufe vollziehen sie? Welche Knochen und Muskeln sind von einer vorliegenden Verletzung betroffen, und welche Konsequenzen werden sich daraus ergeben? Solche und ähnliche Fragen, bezüglich Funktion und Zusammenspiel verschiedener Knochen, Muskeln, Gefäße und Organe, können durch eine Fertigkeitsprobe beantwortet und abgerufen werden. Auch für solche Anwendungen wird IN-Wissen als Bezugsattribut herangezogen. Dabei gelten folgende Richtlinien für den Schwierigkeitsgrad der Probe:

SG Information Beschreibung & Beispiele
5 Trivial medizinische Grundlagen, die jedem Bürger mit gewisser Allgemeinbildung bekannt sein könnten (z.B. grundlegender Aufbau des Körpers aus Knochen, Muskeln und Organen; Namen und Lage der wichtigsten inneren Organe, wie Herz, Lunge und Gehirn sowie der prominentesten Knochen; Bezeichnungen und Zuständigkeiten der Sinnesorgane (Auge: Sehen, Ohren: Hören, Nase: Riechen, Zunge: Schmecken, Haut: Fühlen); ...)
10 Gängig medizinische Fakten, die zwar auch im Alltag zu beobachten sind, jedoch bei Weitem nicht von jedem Bürger erklärt werden könnten (z.B. grundlegende Funktionen der wichtigsten inneren Organe (Herz: Blutkreislauf, Lunge: Atmung, Magen: Verdauung, Leber: Stoffwechsel); die Schwere einer oberflächlichen Verletzung (Prellung, glatter Schnitt, einfacher Knochenbruch) und etwaige Konsequenzen abschätzen; lebenswichtige Körperfunktionen und Bedingungen zum Lebebserhalt identifizieren; ...)
15 Anspruchsvoll medizinische Informationen, die man eigentlich nur nach entsprechendem Studium kennen kann oder gezielt nachschlagen müsste (z.B. Fachbegriffe für die wichtigsten Organe, Muskeln und Knochen; Fachbegriffe für grundlegende und häufig genutzte medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau des Körpers mit Gefäßen und Nervenbahnen; grundlegende Funktionen anderer Organe sowie sekundäre Funktionen der wichtigsten Organe; Zusammenspiel verschiedener wichtiger Organe (Herz-Lunge, Magen-Darm, Leber-Niere) sowie der Knochen und Muskeln in den Extremitäten; die Schwere einer komplizierteren Verletzung (tiefe Fleischwunde, Splitterbruch) und deren Konsequenzen abschätzen; ...)
20 Komplex detaillierte medizinische Informationen, die eigentlich nur in akademischen Kreisen eine Rolle spielen, sowie kritische Betrachtung und Verknüpfung anatomischer Fakten (z.B. Fachbegriffe für sonstige Organe, Muskeln und Knochen sowie Gefäße und Nervenbahnen; Fachbegriffe für spezifische und seltene medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau und Funktionsweise der Sinnesorgane; Zusammenspiel von Knochen, Sehnen und Muskeln in komplexen Gliedmaßen; Zusammenhang von Symptomen und Ursachen bei anatomisch bedingten Beschwerden; die Schwere einer inneren Verletzung (Organblutung, physische Traumata) und deren Konsequenzen abschätzen;...)
25 Abstrakt Betrachtung anatomischer Fakten aus ungewöhnlichen Perspektiven, Finden alternativer und neuartiger Ansätze, sowie Anwendung spekulativer Theorien (z.B. Vergleich und Verknüpfung unterschiedlicher medizinischer Theorien; Entwicklung neuer Behandlungmethoden auf Basis alternativer Ansätze; ...)

Ein Charakter, dessen Fertigkeitswert in „Wissenschaft“ deutlich höher ist als in „Heilkunde“, hat sich wohl aus rein akademischem Interesse mit Anatomie beschäftigt. Ihm sind Aufbau und Funktionen des Körpers eher aus Büchern und von Zeichnungen bekannt, tatsächlich damit konfrontiert war er vielleicht höchstens aus den Zuschauerrängen eines Vorlesungssaals. Umgekehrt ist ein Charakter mit deutlich höherer „Heilkunde“ als „Wissenschaft“ wohlmöglich jemand, der sich die Anatomie selbst beigebracht hat, durch Beobachtungen und unmittelbare Erfahrungen am lebenden oder toten Objekt. Er kennt vielleicht nicht die passenden Fachbegriffe, weiß jedoch mit den Skalpell umzugehen und eine Operation erfolgreich durchzuführen.
Die praktische Umsetzung theoretischer Heilkonzepte und anatomischen Fachwissens wird nämlich ebenfalls mit Fertigkeitsproben auf „Heilkunde“ realisiert. Sei es der fachgerechte Einsatz von Akupunktur und ähnlicher Methoden, oder aber die Durchführung operativer Eingriffe – zum Wohle des Patienten ist eine entsprechende Kompetenz in Anatomie unabdingbar. Da es in der Praxis auf eine ruhige Hand und akribische Genauigkeit ankommt, gilt hier GE-Präzision als Bezugsattribut. Der Schwierigkeitsgrad einer solchen Prozedur ergibt sich unmittelbar aus deren Aufwand und Risiko. Dabei kann das Umfeld und die zur Verfügung stehende Ausrüstung einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben. Steht dem Charakter entsprechende Fachliteratur zur Verfügung, oder ist ein Austausch mit anderen Fachkundigen möglich, kann er sich besonders gut auf einen operativen Eingriff vorbereiten. Dies nimmt [SG ÷ 6] Tage in Anspruch, woraufhin eine Fertigkeitsprobe auf „Wissenschaft“ {Anatomie} mit IN-Verstand als Bezugsattribut durchgeführt wird. Bei Gelingen erhält der Charakter +1 auf den anschließend bei der Operation notwendigen Probewurf. Dieser Bonus kann mit Erfolgspunkten noch weiter ausgebaut werden. Im Folgenden werden einige praktische Beispiele der Anwendung dieser Spezialisierung beschrieben:

SG Anwendung
6 Äußerliche Behandlung:
Durchführung einfacher, oberflächlicher operativer Prozeduren, wie das Ziehen von Zähnen, einem Aderlass oder das Entfernen von Warzen und kleinen Geschwüren. Der Patient verliert bei gelungener Behandlung (bis zu) 20% seiner Lebenspunkte. Die Prozedur dauert lediglich [1W3 × 10] Minuten (oder SL-Entscheid).
Durchführung einfacher, nicht operativer Prozeduren zur Steigerung des Wohlbefindens, wie beispielsweise Akupunktur zur Entspannung oder das Einrenken von Knochen und Gelenken. Der Patient erhält nach der Behandlung für eine Stunde einen Bonus von +1 auf alle Probewürfe, es können jedoch gleichzeitig Lähmungserscheinungen oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 10%).
Bei Misslingen der Fertigkeitsprobe erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: unerwartete Blutungen, die zusätzlich 10% Lebenskraft kosten; verdoppelte Dauer der Lähmung; Schwäche oder Schwindel ⟪1⟫ für 24 Stunden; oder es können unschöne Narben zurückbleiben. Je 5 Fehlpunkte tritt kumulativ eine weitere solche Konsequenz ein. Bei Schwäche oder Schwindel wird entweder Dauer oder Ausmaß entsprechend erhöht.
12 Einfacher Eingriff:
Durchführung von risikoarmen, jedoch invasiven operativen Prozeduren, wie dem Entfernen von Abszessen unter der Haut, dem Ziehen eingewachsener Weisheitszähne, dem Fügen einfacher Knochenbrüche, einer regulären Entbindung oder oberflächlichen Operationen an Augen, Ohren oder Nase. Solche Prozeduren sind ohne entsprechendes medizinisches Material, wie scharfe Messer, Binden oder Nadel und Faden, kaum machbar. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 40% seiner Lebenspunkte. Die Prozedur dauert [1W4 × 30] Minuten (oder SL-Entscheid).
Durchführung anspruchsvoller, nicht operativer Prozeduren mit therapeutischer Absicht, wie beispielsweise Akupunktur zur Schmerzlinderung oder dem Richten ausgekugelter Gelenke oder verklemmter Nerven. Nach gelungener Behandlung können allerdings für 1W6 Stunden Lähmungserscheinungen oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 20%).
Bei Misslingen der Fertigkeitsprobe erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: ein passendes Attribut, der Bewegungsfaktor oder die Erscheinung des Patienten wird für 1W4+2 Wochen um -1 gemindert. Je 5 Fehlpunkte kann Dauer oder Höhe des Abzugs erhöht werden, oder es tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein.
18 Schwieriger Eingriff:
Durchführung von riskanten Operationen, wie das Entfernen des Blinddarms, ein Kaiserschnitt oder ähnliche Eingriffe im Bauchraum, Operationen am Rücken oder den Gelenken, das Fügen zersplitterter Knochen, sowie invasive Prozuduren an Augen, Ohren oder Nase. Für solche Eingriffe die Unterstützung durch kompetente Assistenten angeraten. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 60% seiner Lebenspunkte. Die Prozedur dauert 1W4+2 Stunden (oder SL-Entscheid).
Durchführung riskanter, nicht operativer Prozeduren mit heilender Absicht, wie beispielsweise Akupunktur am Auge oder ähnlich empfindlichen Stellen oder die manuelle Korrektur dauerhafter Fehlhaltungen, die das Rückgrat in Mitleidenschaft ziehen könnten. Nach gelungener Behandlung können für 1W3 Tage Lähmungserscheinungen oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 30%).
Bei Misslingen der Fertigkeitsprobe erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: ein passendes Attribut, der Bewegungsfaktor oder die Erscheinung des Patienten wird dauerhaft um -1 gemindert. Je 4 Fehlpunkte tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein. Unerwartete Blutungen können hier durchaus auch zum Tod des Patienten führen.
24 Kritischer Eingriff:
Durchführung von Operationen an unmittelbar lebenswichtigen Organen, wie Herz, Lunge oder Gehirn, etwa um Fehlbildungen zu beheben oder Tumore zu entfernen. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 80% seiner Lebenspunkte und selbst bei Gelingen des Probewurfs wird ein passendes Attribut, der Bewegungsfaktor oder die Erscheinung des Patienten temporär um -1W3 gemindert. Die Erholungsrate beträgt 1 Punkt pro Monat. Die Prozedur dauert 1W8+4 Stunden (oder SL-Entscheid).
Bei Misslingen des Probewurfs ist der ermittelte Verlust an Attributen oder Eigenschaften permanent. Je 3 Fehlpunkte tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein. Bei mehr als 12 Fehlpunkten verstirbt der Patient.

Je nachdem wie umfangreiche und schmerzhaft eine solche Prozedur ist, sollte zumindest eine örtliche Betäubung vorgenommen werden, falls dies überhaupt möglich ist. Ansonsten muss dem Patienten eine Fertigkeitsprobe auf „Kontrolle“ {Beherrschung} gegen den gleichen SG gelingen (oder SL-Entscheid). Etwaige Fehlpunkte werden unmittelbar als Abzug auf die „Heilkunde“-Probe angerechnet.


Unterstützung durch einen oder mehrere fähige Assistenten kann die praktische „Heilkunde“-Probe erheblich erleichtern. Hier gelten die regulären Regeln für gemeinsame Proben, wobei der SL einen Mindestwert in „Heilkunde“ voraussetzen und einen maximalen Gesamtbonus bestimmen kann. In diesem Zusammenhang sollte der zusätzliche Beitrag zum Probewert bei fortgeschrittener Kompetenz besonders beachtet werden. Auch die medizinische Ausrüstung und die Bedingungen, unter denen die Prozedur durchgeführt wird, haben einen Einfluss auf Schwierigkeitsgrad oder Probewert. Die folgenden Angaben sollen dem SL hierbei als Richtlinie dienen.

SG Umstand PW Hilfsmittel
+5 bei mangelnder Hygiene -6 medizinisches Material muss improvisiert werden (Pfeilspitze statt Messer, Baumrinde als Bandage, Einschnitt abbinden statt vernähen, ...)
+3 mit Ablenkung oder Zeitdruck -4 medizinisches Material von minderwertiger Qualität (stumpfes Messer, zerschlissene Bandagen, verbogene Nadel, grober Faden, ...)
+2 bei schlechter Beleuchtung ±0 medizinisches Material von normaler Qualität (gutes Messer, saubere Leinenbinden, spitze Nadel, glatter Faden, ...)
-3 ideale Bedingungen (Licht, Ruhe, Hygiene) +3 medizinisches Material von hoher Qualität (scharfes Skalpell, abgekochte Baumwollbinden, frische Nadel, gewachster Faden)

Erfolgspunkte bei einer Fertigkeitsprobe mit Anatomie können genutzt werden, um situative Vorteile zu erlangen. Jeder Vorteil kann auch mehrfach gewählt werden, insofern die Umstände dies erlauben (SL-Entscheid).

Theorie:
  • 2 EP: Probewert +1 bei der nächsten theoretischen „Heilkunde“-Probe mit gleichem oder geringerem SG, die sinnvollerweise von der erhaltenen Information profitiert, beispielsweise um die passende Medizin zu finden oder eine angemessene Pflegestrategie zu konzipieren.
  • 5 EP: Probewert +1 auf die praktische „Heilkunde“-Probe nach erfolgreicher Planung und Vorbereitung eines Eingriffs oder einer Prozedur.

Praxis:
  • X EP: Die Nebenwirkungen des Eingriffs (Lebenspunktverlust bzw. Lähmungswahrscheinlichkeit) werden um X% gemindert.
  • 5 EP: Durch besondere Sorgfalt bei der Behandlung wird sich der Patient schneller erholen. Entweder wird die Dauer etwaiger Nebenwirkungen um 10% gemindert, oder die Heilungsrate für einen Tag um +1 erhöht. Wird die zweite Option mehrfach gewählt, gilt der Bonus für einen weiteren Tag.

All diese Regelungen und Einflussfaktoren sollen dazu dienen, die Komplexität und das Risiko medizinischer Eingriffe angemessen widerzuspiegeln, gerade in einer dem Mittelalter nachempfundenen Spielwelt. Jedoch darf hier natürlich auch nicht die fantastische Komponente außer Acht gelassen werden. Der SL muss abwägen, inwieweit Heilmagie eine ernsthafte Alternative zu klassischer Medizin und konventionellen Heilpraktiken ist. In einer Spielwelt, in der auch gravierende Gebrechen mit einem Besuch im örtlichen Tempel behoben werden können, oder magische Heiltränke bei jedem Krämer erhältlich sind, scheint ein umfassendes Studium der Heilkunde und damit verbundener Disziplinen natürlich nur noch mäßig nützlich und erstrebenswert. Auch würde wohl niemand das Risiko eingehen, das mit einem operativen Eingriff verbunden ist, wenn magische Heilung eine sofortige Linderung ohne Nebenwirkungen mit sich bringt. Der SL kann durch gezielte Maßnahmen dafür sorgen, dass natürliche Heilmittel und medizinisches Fachwissen weiterhin einen Platz in seiner Kampagne haben. So könnten Heiltränke aufgrund hoher Nachfrage in elitären Kreisen oder knappen Ressourcen sehr selten und teuer sein. Auch die Gnade klerikaler Heilung könnte großzügige Spenden erfordern oder nur jenen zuteil werden, die selbst in Hingabe und Demut der betreffenden Höheren Macht nachfolgen. Möglicherweise sind die erforderlichen Gebete zur Heilung schwerwiegender Krankheiten und Leiden auch nur wenigen auserwählten Priestern bekannt, die sich an entfernten Orten aufhalten. Andere Wege magischer Heilung könnten vielleicht mit einem Preis verbunden sein, der mit Ungewissheit statt mit Gold zu entrichten ist – unberechenbare Nebenwirkungen obskurer Gebräue, zweifelhafte Beweggründe des Nekromanten, der Genesung durch eine experimentelle Behandlung verspricht, oder Abhängigkeiten und Verpflichtungen, in die man sich im Gegenzug für eine schnelle Heilung begibt.