Anatomie (Spezialisierung): Unterschied zwischen den Versionen
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Diese [[Spezialisierung]] verleiht medizinisches Fachwissen über den detaillierten Aufbau des Körpers, physiologische Zusammenhänge und biologische Körperfunktionen. Im Zusammenspiel mit der [[Fertigkeit]] „[[Wissenschaft (Fertigkeit)|Wissenschaft]]“ kann der Charakter einerseits auf die gängige akademische Fachsprache zurückgreifen und so die korrekten Bezeichnungen für Organe, Knochen und Prozeduren nutzen, oder sich andererseits kompetent über medizinische Theorien austauschen. Diese sind meist kulturell geprägt und müssen nicht zwangsläufig mit den Erkenntnissen moderner Medizin in Einklang stehen. In einem [[Setting]] nach asiatischem Vorbild würde beispielsweise auch das Wissen um die Energiemeridiane des Körpers und die Theorie der Akupunktur von dieser [[Spezialisierung]] abgedeckt. Hier ist stets [[IN-Wissen]] das [[Bezugsattribut]]. <br> | Diese [[Spezialisierung]] verleiht medizinisches Fachwissen über den detaillierten Aufbau des Körpers, physiologische Zusammenhänge und biologische Körperfunktionen. Im Zusammenspiel mit der [[Fertigkeit]] „[[Wissenschaft (Fertigkeit)|Wissenschaft]]“ kann der Charakter einerseits auf die gängige akademische Fachsprache zurückgreifen und so die korrekten Bezeichnungen für Organe, Knochen und Prozeduren nutzen, oder sich andererseits kompetent über medizinische Theorien austauschen. Diese sind meist kulturell geprägt und müssen nicht zwangsläufig mit den Erkenntnissen moderner Medizin in Einklang stehen. In einem [[Setting]] nach asiatischem Vorbild würde beispielsweise auch das Wissen um die Energiemeridiane des Körpers und die Theorie der Akupunktur von dieser [[Spezialisierung]] abgedeckt. Hier ist stets [[IN-Wissen]] das [[Bezugsattribut]]. <br> | ||
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Aktuelle Version vom 10. Oktober 2021, 22:00 Uhr
| Kategorie: Bildung |
Zuordnung: | SW 1-3 arkan, klerikal, transzendent SW 4-10 arkan, transzendent |
| Bezugsattribut: IN-Wissen, GE-Präzision, (IN-Verstand) | ||
| Komplexität: 8 | Assoziierte Fertigkeiten: Heilkunde, Wissenschaft | |
Diese Spezialisierung verleiht medizinisches Fachwissen über den detaillierten Aufbau des Körpers, physiologische Zusammenhänge und biologische Körperfunktionen. Im Zusammenspiel mit der Fertigkeit „Wissenschaft“ kann der Charakter einerseits auf die gängige akademische Fachsprache zurückgreifen und so die korrekten Bezeichnungen für Organe, Knochen und Prozeduren nutzen, oder sich andererseits kompetent über medizinische Theorien austauschen. Diese sind meist kulturell geprägt und müssen nicht zwangsläufig mit den Erkenntnissen moderner Medizin in Einklang stehen. In einem Setting nach asiatischem Vorbild würde beispielsweise auch das Wissen um die Energiemeridiane des Körpers und die Theorie der Akupunktur von dieser Spezialisierung abgedeckt. Hier ist stets IN-Wissen das Bezugsattribut.
Für die alltägliche Anwendung wird Anatomie jedoch stets mit der Fertigkeit „Heilkunde“ eingesetzt. Welche Funktion erfüllt ein bestimmtes Organ, und welchen Bedingungen sind dazu notwendig? Wie sollte sich ein gesundes Organ verhalten und aussehen und über welche Gefäße wird es versorgt? Welche Zusammenhänge und Wechselwirkungen gibt es zwischen bestimmten Körperfunktionen? Bei welchen Ausfällen und Mangelerscheinungen besteht Lebensgefahr? Mit welchen Bändern, Muskeln und Sehnen sind gewisse Knochen verbunden, und welche Bewegungsabläufe vollziehen sie? Welche Knochen und Muskeln sind von einer vorliegenden Verletzung betroffen, und welche Konsequenzen werden sich daraus ergeben? Solche und ähnliche Fragen, bezüglich Funktion und Zusammenspiel verschiedener Knochen, Muskeln, Gefäße und Organe, können durch eine Fertigkeitsprobe beantwortet und abgerufen werden. Auch für solche Anwendungen wird IN-Wissen als Bezugsattribut herangezogen. Dabei gelten folgende Richtlinien für den Schwierigkeitsgrad der Probe:
SG Information Beschreibung & Beispiele 5 Trivial medizinische Grundlagen, die jedem Bürger mit gewisser Allgemeinbildung bekannt sein könnten (z.B. grundlegender Aufbau des Körpers aus Knochen, Muskeln und Organen; Namen und Lage der wichtigsten inneren Organe, wie Herz, Lunge und Gehirn sowie der prominentesten Knochen; Bezeichnungen und Zuständigkeiten der Sinnesorgane (Auge: Sehen, Ohren: Hören, Nase: Riechen, Zunge: Schmecken, Haut: Fühlen); ...) 10 Gängig medizinische Fakten, die zwar auch im Alltag zu beobachten sind, jedoch bei Weitem nicht von jedem Bürger erklärt werden könnten (z.B. grundlegende Funktionen der wichtigsten inneren Organe (Herz: Blutkreislauf, Lunge: Atmung, Magen: Verdauung, Leber: Stoffwechsel); die Schwere einer oberflächlichen Verletzung (Prellung, glatter Schnitt, einfacher Knochenbruch) und etwaige Konsequenzen abschätzen; lebenswichtige Körperfunktionen und Bedingungen zum Lebebserhalt identifizieren; ...) 15 Anspruchsvoll medizinische Informationen, die man eigentlich nur nach entsprechendem Studium kennen kann oder gezielt nachschlagen müsste (z.B. Fachbegriffe für die wichtigsten Organe, Muskeln und Knochen; Fachbegriffe für grundlegende und häufig genutzte medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau des Körpers mit Gefäßen und Nervenbahnen; grundlegende Funktionen anderer Organe sowie sekundäre Funktionen der wichtigsten Organe; Zusammenspiel verschiedener wichtiger Organe (Herz-Lunge, Magen-Darm, Leber-Niere) sowie der Knochen und Muskeln in den Extremitäten; die Schwere einer komplizierteren Verletzung (tiefe Fleischwunde, Splitterbruch) und deren Konsequenzen abschätzen; ...) 20 Komplex detaillierte medizinische Informationen, die eigentlich nur in akademischen Kreisen eine Rolle spielen, sowie kritische Betrachtung und Verknüpfung anatomischer Fakten (z.B. Fachbegriffe für sonstige Organe, Muskeln und Knochen sowie Gefäße und Nervenbahnen; Fachbegriffe für spezifische und seltene medizinische Prozeduren; detaillierter Aufbau und Funktionsweise der Sinnesorgane; Zusammenspiel von Knochen, Sehnen und Muskeln in komplexen Gliedmaßen; Zusammenhang von Symptomen und Ursachen bei anatomisch bedingten Beschwerden; die Schwere einer inneren Verletzung (Organblutung, physische Traumata) und deren Konsequenzen abschätzen;...) 25 Abstrakt Betrachtung anatomischer Fakten aus ungewöhnlichen Perspektiven, Finden alternativer und neuartiger Ansätze, sowie Anwendung spekulativer Theorien (z.B. Vergleich und Verknüpfung unterschiedlicher medizinischer Theorien; Entwicklung neuer Behandlungmethoden auf Basis alternativer Ansätze; ...)
Ein Charakter, dessen Fertigkeitswert in „Wissenschaft“ deutlich höher ist als in „Heilkunde“, hat sich wohl aus rein akademischem Interesse mit Anatomie beschäftigt. Ihm sind Aufbau und Funktionen des Körpers eher aus Büchern und von Zeichnungen bekannt, tatsächlich damit konfrontiert war er vielleicht höchstens aus den Zuschauerrängen eines Vorlesungssaals. Umgekehrt ist ein Charakter mit deutlich höherer „Heilkunde“ als „Wissenschaft“ wohlmöglich jemand, der sich die Anatomie selbst beigebracht hat, durch Beobachtungen und unmittelbare Erfahrungen am lebenden oder toten Objekt. Er kennt vielleicht nicht die passenden Fachbegriffe, weiß jedoch mit den Skalpell umzugehen und eine Operation erfolgreich durchzuführen.
Die praktische Umsetzung theoretischer Heilkonzepte und anatomischen Fachwissens wird nämlich ebenfalls mit Fertigkeitsproben auf „Heilkunde“ realisiert. Sei es der fachgerechte Einsatz von Akupunktur und ähnlicher Methoden, oder aber die Durchführung operativer Eingriffe – zum Wohle des Patienten ist eine entsprechende Kompetenz in Anatomie unabdingbar. Da es in der Praxis auf eine ruhige Hand und akribische Genauigkeit ankommt, gilt hier GE-Präzision als Bezugsattribut. Der Schwierigkeitsgrad einer solchen Prozedur ergibt sich unmittelbar aus deren Aufwand und Risiko. Dabei kann das Umfeld und die zur Verfügung stehende Ausrüstung einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben. Steht dem Charakter entsprechende Fachliteratur zur Verfügung, oder ist ein Austausch mit anderen Fachkundigen möglich, kann er sich besonders gut auf einen operativen Eingriff vorbereiten. Dies nimmt [SG ÷ 6] Tage in Anspruch, woraufhin eine Fertigkeitsprobe auf „Wissenschaft“ {Anatomie} mit IN-Verstand als Bezugsattribut durchgeführt wird. Bei Gelingen erhält der Charakter +1 auf den anschließend bei der Operation notwendigen Probewurf. Dieser Bonus kann mit Erfolgspunkten noch weiter ausgebaut werden. Im Folgenden werden einige praktische Beispiele der Anwendung dieser Spezialisierung beschrieben:
SG Anwendung 6 Äußerliche Behandlung:
Durchführung einfacher, oberflächlicher operativer Prozeduren, wie das Ziehen von Zähnen, einem Aderlass oder das Entfernen von Warzen und kleinen Geschwüren. Der Patient verliert bei gelungener Behandlung (bis zu) 20% seiner Lebenspunkte. Die Prozedur dauert lediglich [1W3 × 10] Minuten (oder SL-Entscheid).
Durchführung einfacher, nicht operativer Prozeduren zur Steigerung des Wohlbefindens, wie beispielsweise Akupunktur zur Entspannung oder das Einrenken von Knochen und Gelenken. Der Patient erhält nach der Behandlung für eine Stunde einen Bonus von +1 auf alle Probewürfe, es können jedoch gleichzeitig Lähmungserscheinungen oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 10%).
Bei Misslingen der Fertigkeitsprobe erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: unerwartete Blutungen, die zusätzlich 10% Lebenskraft kosten; verdoppelte Dauer der Lähmung; Schwäche oder Schwindel ⟪1⟫ für 24 Stunden; oder es können unschöne Narben zurückbleiben. Je 5 Fehlpunkte tritt kumulativ eine weitere solche Konsequenz ein. Bei Schwäche oder Schwindel wird entweder Dauer oder Ausmaß entsprechend erhöht.12 Einfacher Eingriff:
Durchführung von risikoarmen, jedoch invasiven operativen Prozeduren, wie dem Entfernen von Abszessen unter der Haut, dem Ziehen eingewachsener Weisheitszähne, dem Fügen einfacher Knochenbrüche, einer regulären Entbindung oder oberflächlichen Operationen an Augen, Ohren oder Nase. Solche Prozeduren sind ohne entsprechendes medizinisches Material, wie scharfe Messer, Binden oder Nadel und Faden, kaum machbar. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 40% seiner Lebenspunkte. Die Prozedur dauert [1W4 × 30] Minuten (oder SL-Entscheid).
Durchführung anspruchsvoller, nicht operativer Prozeduren mit therapeutischer Absicht, wie beispielsweise Akupunktur zur Schmerzlinderung oder dem Richten ausgekugelter Gelenke oder verklemmter Nerven. Nach gelungener Behandlung können allerdings für 1W6 Stunden Lähmungserscheinungen oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 20%).
Bei Misslingen der Fertigkeitsprobe erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: ein passendes Attribut, der Bewegungsfaktor oder die Erscheinung des Patienten wird für 1W4+2 Wochen um -1 gemindert. Je 5 Fehlpunkte kann Dauer oder Höhe des Abzugs erhöht werden, oder es tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein.18 Schwieriger Eingriff:
Durchführung von riskanten Operationen, wie das Entfernen des Blinddarms, ein Kaiserschnitt oder ähnliche Eingriffe im Bauchraum, Operationen am Rücken oder den Gelenken, das Fügen zersplitterter Knochen, sowie invasive Prozuduren an Augen, Ohren oder Nase. Für solche Eingriffe die Unterstützung durch kompetente Assistenten angeraten. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 60% seiner Lebenspunkte. Die Prozedur dauert 1W4+2 Stunden (oder SL-Entscheid).
Durchführung riskanter, nicht operativer Prozeduren mit heilender Absicht, wie beispielsweise Akupunktur am Auge oder ähnlich empfindlichen Stellen oder die manuelle Korrektur dauerhafter Fehlhaltungen, die das Rückgrat in Mitleidenschaft ziehen könnten. Nach gelungener Behandlung können für 1W3 Tage Lähmungserscheinungen oder ähnliche Funktionsstörungen im behandelten Körperteil auftreten (Wahrscheinlichkeit 30%).
Bei Misslingen der Fertigkeitsprobe erleidet der Patient zusätzlich zu den maximalen Nebenwirkungen noch eine weitere Konsequenz: ein passendes Attribut, der Bewegungsfaktor oder die Erscheinung des Patienten wird dauerhaft um -1 gemindert. Je 4 Fehlpunkte tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein. Unerwartete Blutungen können hier durchaus auch zum Tod des Patienten führen.24 Kritischer Eingriff:
Durchführung von Operationen an unmittelbar lebenswichtigen Organen, wie Herz, Lunge oder Gehirn, etwa um Fehlbildungen zu beheben oder Tumore zu entfernen. Der Patient verliert im Laufe des Eingriffs (bis zu) 80% seiner Lebenspunkte und selbst bei Gelingen des Probewurfs wird ein passendes Attribut, der Bewegungsfaktor oder die Erscheinung des Patienten temporär um -1W3 gemindert. Die Erholungsrate beträgt 1 Punkt pro Monat. Die Prozedur dauert 1W8+4 Stunden (oder SL-Entscheid).
Bei Misslingen des Probewurfs ist der ermittelte Verlust an Attributen oder Eigenschaften permanent. Je 3 Fehlpunkte tritt kumulativ eine der oben beschriebenen Konsequenzen ein. Bei mehr als 12 Fehlpunkten verstirbt der Patient.
Je nachdem wie umfangreiche und schmerzhaft eine solche Prozedur ist, sollte zumindest eine örtliche Betäubung vorgenommen werden, falls dies überhaupt möglich ist. Ansonsten muss dem Patienten eine Fertigkeitsprobe auf „Kontrolle“ {Beherrschung} gegen den gleichen SG gelingen (oder SL-Entscheid). Etwaige Fehlpunkte werden unmittelbar als Abzug auf die „Heilkunde“-Probe angerechnet.
Unterstützung durch einen oder mehrere fähige Assistenten kann die praktische „Heilkunde“-Probe erheblich erleichtern. Hier gelten die regulären Regeln für gemeinsame Proben, wobei der SL einen Mindestwert in „Heilkunde“ voraussetzen und einen maximalen Gesamtbonus bestimmen kann. In diesem Zusammenhang sollte der zusätzliche Beitrag zum Probewert bei fortgeschrittener Kompetenz besonders beachtet werden. Auch die medizinische Ausrüstung und die Bedingungen, unter denen die Prozedur durchgeführt wird, haben einen Einfluss auf Schwierigkeitsgrad oder Probewert. Die folgenden Angaben sollen dem SL hierbei als Richtlinie dienen.
SG Umstand PW Hilfsmittel +5 bei mangelnder Hygiene -6 medizinisches Material muss improvisiert werden (Pfeilspitze statt Messer, Baumrinde als Bandage, Einschnitt abbinden statt vernähen, ...) +3 mit Ablenkung oder Zeitdruck -4 medizinisches Material von minderwertiger Qualität (stumpfes Messer, zerschlissene Bandagen, verbogene Nadel, grober Faden, ...) +2 bei schlechter Beleuchtung ±0 medizinisches Material von normaler Qualität (gutes Messer, saubere Leinenbinden, spitze Nadel, glatter Faden, ...) -3 ideale Bedingungen (Licht, Ruhe, Hygiene) +3 medizinisches Material von hoher Qualität (scharfes Skalpell, abgekochte Baumwollbinden, frische Nadel, gewachster Faden)
Erfolgspunkte bei einer Fertigkeitsprobe mit Anatomie können genutzt werden, um situative Vorteile zu erlangen. Jeder Vorteil kann auch mehrfach gewählt werden, insofern die Umstände dies erlauben (SL-Entscheid).
- Theorie:
- 2 EP: Probewert +1 bei der nächsten theoretischen „Heilkunde“-Probe mit gleichem oder geringerem SG, die sinnvollerweise von der erhaltenen Information profitiert, beispielsweise um die passende Medizin zu finden oder eine angemessene Pflegestrategie zu konzipieren.
- 5 EP: Probewert +1 auf die praktische „Heilkunde“-Probe nach erfolgreicher Planung und Vorbereitung eines Eingriffs oder einer Prozedur.
- Praxis:
- X EP: Die Nebenwirkungen des Eingriffs (Lebenspunktverlust bzw. Lähmungswahrscheinlichkeit) werden um X% gemindert.
- 5 EP: Durch besondere Sorgfalt bei der Behandlung wird sich der Patient schneller erholen. Entweder wird die Dauer etwaiger Nebenwirkungen um 10% gemindert, oder die Heilungsrate für einen Tag um +1 erhöht. Wird die zweite Option mehrfach gewählt, gilt der Bonus für einen weiteren Tag.
All diese Regelungen und Einflussfaktoren sollen dazu dienen, die Komplexität und das Risiko medizinischer Eingriffe angemessen widerzuspiegeln, gerade in einer dem Mittelalter nachempfundenen Spielwelt. Jedoch darf hier natürlich auch nicht die fantastische Komponente außer Acht gelassen werden. Der SL muss abwägen, inwieweit Heilmagie eine ernsthafte Alternative zu klassischer Medizin und konventionellen Heilpraktiken ist. In einer Spielwelt, in der auch gravierende Gebrechen mit einem Besuch im örtlichen Tempel behoben werden können, oder magische Heiltränke bei jedem Krämer erhältlich sind, scheint ein umfassendes Studium der Heilkunde und damit verbundener Disziplinen natürlich nur noch mäßig nützlich und erstrebenswert. Auch würde wohl niemand das Risiko eingehen, das mit einem operativen Eingriff verbunden ist, wenn magische Heilung eine sofortige Linderung ohne Nebenwirkungen mit sich bringt. Der SL kann durch gezielte Maßnahmen dafür sorgen, dass natürliche Heilmittel und medizinisches Fachwissen weiterhin einen Platz in seiner Kampagne haben. So könnten Heiltränke aufgrund hoher Nachfrage in elitären Kreisen oder knappen Ressourcen sehr selten und teuer sein. Auch die Gnade klerikaler Heilung könnte großzügige Spenden erfordern oder nur jenen zuteil werden, die selbst in Hingabe und Demut der betreffenden Höheren Macht nachfolgen. Möglicherweise sind die erforderlichen Gebete zur Heilung schwerwiegender Krankheiten und Leiden auch nur wenigen auserwählten Priestern bekannt, die sich an entfernten Orten aufhalten. Andere Wege magischer Heilung könnten vielleicht mit einem Preis verbunden sein, der mit Ungewissheit statt mit Gold zu entrichten ist – unberechenbare Nebenwirkungen obskurer Gebräue, zweifelhafte Beweggründe des Nekromanten, der Genesung durch eine experimentelle Behandlung verspricht, oder Abhängigkeiten und Verpflichtungen, in die man sich im Gegenzug für eine schnelle Heilung begibt.