Charakteristische Kenntnisse
Werden einem Charakter aufgrund einer Fähigkeit so genannte charakteristische Kenntnisse zuteil, darf er einige Fertigkeiten und Spezialisierungen unter bevorzugten Bedingungen erwerben: Für das Erlernen der Grundlagen (FW bzw. SW 1 bis 3) werden diese Fertigkeiten bzw. Spezialisierungen zusätzlich der Überklasse zugeordnet, der die betreffende Fähigkeit entstammt. Ist die Fertigkeit bzw. Spezialisierung bereits dieser Überklasse zugeordnet, sinkt die Komplexität der Grundlagen um 1.
Außerdem darf der Charakter Fertigkeitsproben spontan zum bevorzugten Probewurf erklären. Dies ist für jede charakteristische Fertigkeit oder Spezialisierung einmal pro Sitzung möglich, und gilt zusätzlich zu etwaigen Auswirkungen höherer Kompetenzstufen. Der Spieler darf in diesem Fall stets spontan entscheiden, ob lieber ein einzelner Probewurf mehrfach bevorzugt sein soll, oder er die einfache Bevorzugung für entsprechend mehrere Probewürfe geltend machen will.
Im Gegenzug sind solche charakteristischen Kenntnisse oftmals auch Leitkompetenzen für den Charakter.
Ein Beispiel wäre der Zugang zu klerikaler Magie. Durch die Wahl der Quelle der Magie, also der Höheren Macht, von welcher der Charakter seine Kräfte erlangt, werden ihm einige charakteristische Kenntnisse zuteil, die für ihn aufgrund entsprechender Schwerpunkte bei der Ausbildung und den Aspekten der Höheren Macht optional als klerikale Fertigkeiten gelten. Die XP-Kosten der Grundlagen werden demnach entweder durch den Kostenfaktor der klerikalen oder dem der eigentlichen Überklasse bestimmt, und dann auch entsprechend zugeschrieben. So ist es einem Priester einer Gottheit der Magie und Wissenschaft möglicherweise erlaubt die Grundlagen der {Alchimie} entweder als klerikale oder arkane Spezialisierung zu steigern. Die Fertigkeit „Arcana“, die in ihren Grundlagen bereits der klerikalen Überklasse angehört, hätte als charakteristische Kenntnis für diese Priesterschaft lediglich Komplexität 9 statt 10. Auch Waffenspezialisierungen können als charakteristischen Kenntnisse gelten, wenn eine bestimmte Waffe von besonderer symbolischer Bedeutung für die Glaubensgemeinschaft ist, beispielsweise da sie sich in den Ikonen der Gottheit wiederfindet.
Mit diesem Wahlvorteil geht jedoch auch meist eine Verpflichtung einher: Vom Charakter kann erwartet werden ein Mindestmaß an Kompetenz in einer der Fertigkeiten oder Spezialisierungen zu erreichen, oder aber er ist auf die Benutzung der vorgegebenen Waffen beschränkt. Ein Missachten dieser Traditionen kann schnell zu Konflikten mit seinen Oberen oder gar der Höheren Macht selbst führen. In bestimmten Kulturkreisen kann es durch eine andere Auslegung der Aspekte der Höheren Macht auch zu abgewandelten charakteristischen Kenntnissen kommen.